Sep 122017
 

Es ist aber auch ein Kreuz mit den Messwerten! Kaum stimmt was nicht, schon ist das Geschrei groß und Betrugsvorwürfe werden laut. Audi als Automobilhersteller kann ein Lied davon singen, umso ärgerlicher, wenn jetzt zu dem hausgemachten Scheiß auch noch fremder Mist dazu kommt. Nix ist mehr mit positiven ROI für AUDI als Sponsor im sauberen Segelsport, wenn wie jetzt bei der Audi J/70 Weltmeisterschaft 2017 in Porto Cervo 7 Boote wegen nicht zulässigen Veränderungen an dem OneDesign Kiel von der Wettfahrtleitung aus der Weltmeisterschaft genommen werden.

Audi J/70 Weltmeisterschaft 2017 - Mitteilung der Wettfahrtleitung über Ausschluss von Booten wegen Veränderungen am Kiel

Audi J/70 Weltmeisterschaft 2017 – Mitteilung der Wettfahrtleitung über Ausschluss von Booten wegen Veränderungen am Kiel

Offenbar neigt man in Italien der Auffassung zu, dass die OD Regeln der J/70 hinsichtlich der Rumpfanhänge “more a guideline than a rule” sind, aber wenn es stimmt, dass dort von einer Werft u.a. die Delrinstreifen im Kiellager so verbessert wurden, dass der Kiel nun tiefer als beim Produktionsboot gehen, dann ist es kein Wunder, dass sich die übrigen Teilnehmer der Weltmeisterschaft betrogen fühlen. Die Wettfahrtleitung hat in Zusammenarbeit mit der Internationalen KV der J/70 als auch der Italienischen KV gestern Abend reagiert und die von den Vermessern beanstandeten Boote aus der Meldeliste gestrichen. Es verdichten sich die Hinweise darauf, dass es sich bei den 7 Booten nur um die Teams handelt, die dachten, es wäre eine gute Idee, mit dem Vermessern über die Regelkonformität ihrer Kiele zu diskutieren. Andere Teams waren klüger und hätten ihre Meldung kurzfristig gestrichen und sich still vom Hof gemacht …

Okt 022016
 
J70 - Anlauf zur Luv Tonne - Berlin Battle 2016 Act 4 - 25. September 2016 - Photo © SailingAnarchy.de

J70 – Anlauf zur Luv Tonne – Berlin Battle 2016 Act 4 – 25. September 2016 – Photo © SailingAnarchy.de

Ja, die beiden J70 Bilder ist von SailingAnarchy.de, aber von dem J70 Berlin Battle Act 4 am letzten Wochenende. Von der heute abgeschlossenen J70 German Open findet ihr sehr gute Bilder im Netz u.a. auf der Mittelsmann´s Werft Facebookseite von Sven Jürgensen oder von Sören Hese auf seiner Seite sailpower.de.

J70 - Anlauf zur Luv Tonne - Berlin Battle 2016 Act 4 - 25. September 2016 - Photo © SailingAnarchy.de

J70 – Anlauf zur Luv Tonne – Berlin Battle 2016 Act 4 – 25. September 2016 – Photo © SailingAnarchy.de

Zu der von Berliner Yacht Club und dem Potsdamer Yacht Club gemeinsam ausgerichteten Regatta hatten 40 Boote gemeldet, leider sind nur 36 Teams aus Deutschland angetreten. Nach den letzten Infos sieht es so aus, als ob Spitzenreiter GER 797 Gordon Nickel seine Führung auf GER 468 Jens Ahlgrimm und GER 868 Erik Witzmann vor der letzten der 12 Wettfahrten verteidigen und den Sieg für sich und seine Crew holen konnte.

UPDATE: Mittlerweile ist die German Open durch und die Ergebnisliste raus: Erik Witzmann konnte in der letzten Wettfahrt nicht punkten und GER 658 Jan Hauke Erichsen segelte mit dem 5. Platz in der Abschlußfahrt auf den 3. Rang der GO.

Die GO starteten am vergangenen Donnerstag bei Kaiserwetter mit Sonne und 4+ BFT, die dafür sorgten, dass Wettfahrtleiter Steini nach dem ersten Tag bereits 4 Rennen auf dem Zettel hatte. Am Freitag und Samstag baute der Wind leider ab und heute konnte die letzte Wettfahrt bei eher wechselhaften Aprilwetter denn einem goldenen Oktober gefahrten werden.

Jun 252016
 

Die Kieler Woche wird auch in 2016 ihrem Ruf als größte Segelregatta der Welt gerecht: Wind, Flaute, Sonneschein, Regen, viele Yachten und Jollen auf dem Wasser und noch mehr Menschen in der Stadt, die essen, trinken, feiern und ab und an Boote gucken gehen. Online und im täglichen Livestream von Kieler Woche TV kann man auch als Binnenländer dieses Topevent bequem bei 35 Grad Celsius im klimatisierten Büro verfolgen.

Überraschend groß für ein Kielboot ist das Teilnehmerfeld der J70 Europameisterschaft, zu der 91 Boote! aus 15 Nationen! u.a. aus Chile, Rusland und Brasilien gemeldet haben. Die meisten Boote stellt die deutsche Flotte, aber offensichtlich ist noch nicht die Masse nicht in Qualität umgeschlagen; an der Spitze lagen nach 6 Wettfahrten Boote aus Monaco, Italien und Spanien. Auf Platz 4 folgt Pit Finis vom Düsseldorfer Yacht Club, bei dem Karol Jablonski in der Crewliste auftaucht und die sich im 6. Rennen eine Black Flagg holten 🙁  Dicht dran und unter den ersten 10 noch Christian Soyka vom SVI in Schleswig-Holtstein und Moritz Bohnenberger vom DTYC aus Bayern. Drücken wir die Daumen und hoffen, dass sich noch ein deutsches Team unter die Top 3 segeln kann.

Apr 172016
 

J70_Logo_Berlin_BattlesDie J70 Klasse gibt in 2016 weiter Gas und startet nach der erfolgreichen Auftritt der Bodensee Battles auch in Berlin eine One Design Jahreswertung. Insgesamt stehen 5 Regatten auf Unterhavel, Wannsee und Tegler See auf dem Zettel, bei denen die J70 im Rahmen der jeweiligen Einzelregatta  mit einem eigenen Start gewertet wird. In der Jahreswertung 2016 wird jedes Boot gelistet, dass 2 oder mehr Regatten der Serie mitfährt, dabei sind wechselnde Steuerleute für das Boot zugelassen.

J70 - Wannsee - Frühjahr 2015 - Photo © Sven Jürgensen

J70 – Wannsee – Frühjahr 2015 – Photo © Sven Jürgensen

Bislang wird die J70 in Deutschland vor allem als das Boot der 1. Segel-Bundesliga wahrgenommen, was mit der Entscheidung, ab 2016 die B/One in der 2. Liga durch die J70 zu ersetzen, weiter verstärkt wird. Es kann für die Klasse nur gut sein, wenn sich außerhalb der SBL eine aktive Regattaszene entwickelt, in der neben den semi-professionellen SBL Club Teams auch die Privateigner gegeneinander antreten und die Gelegenheit hat, um Silber zu segeln.

J70 - Wannsee - Frühjahr 2015 - Photo © Sven Jürgensen

J70 – Wannsee – Frühjahr 2015 – Photo © Sven Jürgensen

Die Auftaktregatta zu den Berlin Battles ist die Wannseewoche, die von dem VSaW ausgerichtet wird. Ich bin gespannt, ob zu der Regatta am 6.-8. Mai auch Boote vom Müggelsee antreten werden; der Klasse und dem Veranstalter wäre es in jedem Fall zu wünschen.

Dez 202015
 

Seit Jahren steht bei dem IOC der Segelsport auf der Liste der Wackelkandidaten für die Teilnahme an der Olympischen Spielen im Sommer. Zu teuer, zu aufwendige Bauten an Land, weit draußen auf dem Wasser fast unsichtbar, da nicht in einem Stadion oder einer Halle. Weltweit im Vergleich z.B. zum Laufen nur wenige aktive Athleten, dazu eine Dominanz in Europa, Australien und Nordamerika und zu allem Überfluß auch noch zu männlich, zu weiß, zu was weiß ich noch alles. Vielleicht sollte World Sailing, the Organisation formerly known as ISAF, nicht nur bei ihrer Namenswahl Flexibilität zeigen, sondern darauf hinweisen, dass Wasser eigentlich nix anderes als Schnee in flüssiger Form ist und signalisieren, dass sie nicht abgeneigt wären, positiv über eine Einladung zur nächsten Winterolympiade zu entscheiden. Mit der Wahl von Sotschi als Austragungsort der letzten olympischen Winterspiele hatte das IOC ja bereits alles richtig gemacht: Kunstschnee auf den Pisten im gebirgigen Hinterland der russischen Hafenstadt am Schwarzen Meer, die dank ihrem subtropischen Klima beste Voraussetzungen für den Segelsport bot.

KaR – Training am 4. Advent auf dem Gemünd in Berlin-Spandau - Photo © SailingAnarchy.de

SVST und KaR – Training am 4. Advent auf dem Gemünd in Berlin-Spandau.

In Berlin hat man auf diese noch unbestätigten Informationen reagiert und folgerichtig in den Trainingsmodus für Olympia umgeschaltet. Zwar stehen die meisten Yachten und Boote noch unter ihrem Plan hoch und trocken an Land, aber die Crews auf den beiden schneeweißen J70 vom KaR Segel Bundesliga Team demonstierten am 4. Advent 2015 eindrucksvoll, dass Winter, Sport und Segeln mehr als nur ein Gerücht ist.

KaR – Training am 4. Advent auf dem Gemünd in Berlin-Spandau - Photo © SailingAnarchy.de

Training von 2 J70 und einer Platu 25 am 4. Advent 2015 auf dem Gemünd in Berlin-Spandau