Jun 302016
 
Humphreys 22 - Cockpit - Kajüte - Photo © Eigner

Humphreys 22 – Cockpit – Kajüte – Photo © Eigner

Ein alter Bekannter aus den Zeiten der seeligen ISRA ist der jüngste Neuzugang in dem kostenpflichtigen Gebrauchtbootmarkt aus SailingAnarchy.de: Eine Humphreys H22, Standort Chiemsee, regattafertig ausgerüstet, 2 Satz Segeln, inklusive 1 Benzin AB und 1 gebremster Trailer, kurz, ein wirklich rundes Paket für Einsteiger in die sportlichen Kielbootklassen. Wer nicht länger auf eine J70 sparen möchte, dem kann ich dieses attraktive Angebot nur empfehlen!

Jun 262016
 

Hier der versprochene Artikel zum Abschluß der Europameisterschaft der Sportboote 2016 in Chiaggio. Ich möchte klarstellen, dass es nicht an Anarchist Raoul gelegen hat, dass sein Beitrag erst heute auf SailingAnarchy.de erscheint, die Verzögerung habe ich verschuldet und bitte dafür bei Raoul und Euch um Entschuldigung. Ganz herzlichen Dank an Raoul und das türkischen Farr 25 Team, das sich die Zeit genommen hat, seine Erfahrungen und Eindrücke aus Italien für uns aufzubereiten! Aber Achtung: Die nachfolgenden Zeilen können Spuren von Frustration, Neid und Nüssen enthalten!

ORC, Sportboat, Championship, Chioggia, Sailing

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia – Fleetracing – Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

So, die Euro ist um. Wir sind im Vergleich zum Vorjahr um 15 Plätze nach hinten gerutscht und haben die Euro auf dem 17. Platz beendet. Sicherlich kein Ergebnis über das man jubelt oder über das man sich ausgiebig freuen kann. Da tröstet es auch wenig, dass wir von den Booten, die am Vorjahr am Balaton dabei waren, noch am Besten abgeschnitten haben. Ausgehend von dem bescheidenen Ergebnis, fällt es dann auch immer schwer, über ein Event zu berichten. Zu viel Kritik wirkt schnell wie frustriertes Nachgrätschen und Relativieren. Aber irgendwie will man auch nicht einfach alles so stehen lassen, wie es lief. Daher zu erst einmal: Wir waren schlichtweg falsch vorbereitet. Wir hatten im Winter viel Zeit in Manöver und Geschwindigkeit gesteckt und waren lange nicht mehr in großen Feldern gesegelt. Das sollte sich schnell rächen. Dazu war unser Winter und Frühjahr von viel Starkwind geprägt. Wir sind unheimlich viel unheimlich schnell rumgeballert. Leichtwind hatten wir im Training vielleicht 2 mal. Das sollte sich noch viel mehr rächen. Und um den sicher geglaubten Sponsor aus dem Getränkebereich hatten wir uns auch nicht so richtig gekümmert. Da das Budget bei denen eingekürzt und erst 3 Wochen vor Abfahrt genehmigt wurde, waren auch keine neuen Segel drin. Wir hatten aber die 3DLs vom Vorjahr (insgesamt 4 Jahre alt und vielleicht 20 mal gesegelt) noch mal hochgezogen und im Profil für gut befunden. Die delaminierten Stellen sollten nicht stören.

Wie im Vorjahr kam das Boot zu spät an. Zum einen hatte die RoRo Fähre wegen eines Streiks in Istanbul einen Tag Verspätung, zum Anderen blieb das Boot wieder mal im Zoll hängen. Wir hatten zwar dieses Mal an alle Papiere für das Boot gedacht, keiner hatte aber daran gedacht, dass man den selben Kram vielleicht auch für den LKW unter dem Boot bräuchte. Wir kamen also gerade mal Dienstagabend ins Wasser. Training dann am Mittwoch wie schon bei SA.de beschrieben. Bis dahin sahen wir alles noch gelassen. Bei 10 Knoten konnten wir scheinbar mithalten.

Letzte Vorbereitungen für die ORC Sportboat Euro 2016 - Photo © Team Ruffles / FARR 25 OneDesign

Letzte Vorbereitungen für die ORC Sportboat Euro 2016 – Photo © Team Ruffles / FARR 25 OneDesign

Donnerstag also erster Start zum ersten Rennen. Der Wind erreicht die 7 Knoten nur manchmal. Beide Rennen spielen sich zwischen 5 und 6 Knoten ab. Riesen Aufregung bei uns an Bord. Start mitten im Gewühl, bei Null auf der Linie um gleich mal von einer Ufo28, die die Linie abrasiert abgeschossen zu werden. Immerhin Abbruch wegen eines 30° Drehers. Beim zweiten Start das gleiche Spiel mit der gleichen Ufo. Es sollte sich bald eine Freundschaft zwischen uns und diesem Boot entwicklen, die darin mündete, dass die rote Flagge viel zu oft am Achterstag baumelte… Zweiter Start General Recall. Beim dritten Start kommen wir zügig los, sind zeitig gut dabei. Werden aber in der ersten Minute unterwendet, wenden auf Steuerbord weg, geraten in ein hilfloses Chaos anderer Boote, die lauthals Raum (AQUA) verlangen und verlieren den Groove. Am Luvfass kommen wir als 10. Boot an. Immer noch o.k. aber der ganzen Freiwenderei hat man kaum eine Chance bei 0.8 Seemeilen Schänkellänge mal zu seinem Handicap zu segeln… Downwind bei dem wenig Wind fahren wir auch kaum weg. Mit einem 19. Platz sind wir uns sicher den Streicher der Serie eingefahren zu haben. Hätten wir mal besser wissen sollen. Im zweiten Rennen läuft es ähnlich und wir sichern uns im sterbenden Wind noch einen 14. Platz.

2. Tag: Offshore/Mittelstrecke. Ich hatte mich schon gewundert, warum man eigentlich als Veranstalter nur einen Offshore Kurs von Anfang an ausgibt. Im Skippersmeeting wurde dann betont, dass der auch – egal was für Wind ist oder nicht ist – gefahren wird. Wir starten mit 4 Knoten TWS eine kurze Kreuz über ca 5 Kabel in die Adria nach Osten. Danach ein langer Kreuzschlag gen Süden und ein klassischer Downwind zurück zum Start. Das Spiel zweimal. Wetterbericht hatte wenig Wind voraus gesagt. Uns erwischt das Code Zero Fieber. Unsere vermeintliche Geheimwaffe soll es richten mit dem Speed. Nach Vorhersage soll es quasi nur Code Zero geben. Wir tippen beim Ablegen schon mal im Kopf die Pressemitteilung frei nach Frank Schönfeldt „Flau“. Da man nach ORC Sportboot nur zwei Downwind-Segel dabei haben darf nehmen wir Code Zero und A1 (Reacher) mit. Man kann ja nie wissen. Was man aber wissen sollte, kaum ist der verda…. Zero an Bord wird es immer zu spitz oder zu tief. Am Ende hätten wir den A2 (Runner gebraucht). Wir quälen uns mit dem Rest über den Kurs. Kaum im Ziel nimmt der Wind gegen späten Nachmittag wieder zu (wie jeden Tag) und spült die ganzen kleinen Boote ins Ziel…. Verdam…. Ein nicht streichbarer 24. Platz ist das Resultat. Immerhin spricht der Wetterbericht von mehr Wind für die kommenden Tage. Noch scheint also nicht aller Tage Abend…
3. Tag:
Draussen knastert es. Also quasi. Zumindest fühlen sich die 11 Knoten vor Chioggia im Vergleich zu allem bisher erlebten wie 30 Knoten Ost auf Stollergrund an. Heroisch kämpfen wir uns auf den Kurs und fühlen, dass unsere Stunde gekommen ist. Hatte ich erwähnt, dass mit jedem Tiedenhub (immerhin knapp 1 Meter in Venedig) das ganze Seegras der Lagune in die Adria, direkt auf den Kurs gespült wird. Als Resultat fährt auch die ganze Flotte beim 6 Minuten Signal einmal mit back gestelltem Groß kollektiv rückwärts… Der erste Start des Tages ist wieder chaotisch. Wir schaffen es gerade aus einem Knäuel von 12 Booten heraus, die beim Start in einander krachen, weil der weiße Linienrasierer wieder zugeschlagen hat. Nach Freiwenderei und zwei passablen Downwinds schließen wir das Rennen auf der falschen Seite als 22. ab. Langsam dämmert uns, dass das nix mehr wird. Das fördert aber die Kreativität und wir beschließen, dass wir lieber in der zweiten Reihe direkt am Schiff starten um uns dem Gewühl italienischen Temperaments herauszuhalten. Im letzten Rennen waren die Frühstarter am Ende der 1. Kreuz sogar vor uns, weil der ganze Kampfpulk sich so verzahnt hatte. Die neue Taktik klappt erstaunlich gut. Rechts raus, nach knapp 200m wenden, vorne weg und mit freiem Wind endlich mal die Targets ersegeln. Wir kommen knapp hinter der Esse und den beiden großen 9 Meter „Maxis“ am Luvfass an. Klappt doch. Dank sterbenden Windes und munterer Aufholjagd von hinten wird es trotzdem nur ein 12. und ein 11. Platz. Immerhin, irgendwie geht es ja doch. Auch wenn langsam die Frustration über Hand nimmt, dass wir Boote wie die Fat26, die ILC25 und die Delta84 gesegelt und gerechnet nie bekommen.

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia - - TNT - Nitro 80 - Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia – – TNT – Nitro 80 – Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

4. Tag:
Der Italiener mag Überraschungen. Der Türke nicht so sehr. Als wir im Hafen um 9 aufschlagen ist kein Boot mehr da. Ups, da haben wir wohl den Aushang übersehen. Anstelle Start um 12, geht es heute schon um 10 los. Anfahrt auf den Kurs ca. 45 Minuten dank entgegenstehender Tiede. Immerhin einmal macht unser 6PS Aussenborder Sinn. Etwas gehetzt kommen wir zum Schuss pünktlich an. Wind knapp über dem 5 Knotenlimit. Das erste Rennen wird ein neues Waterloo. Zu spät bemerken wir das Büschel Seetang am Kiel. Dank Cutter immerhin schnell erledigt. Zum Schluss schlage ich vor, dass wir anstelle der 3DLs einmal unsere neue Kevlar Panel Fock ausprobieren. Vielleicht fährt die ja besser. Freude kam bei den Jungs nicht auf. Trtozdem getauscht. Leider war das Ding dann tatsächlicher höher und schneller…. verdam….. ach egal…

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia - Sieger Mind the Gap - FAT 26 - Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia – Sieger Mind the Gap – FAT 26 – Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

Bei soviel Ehrlichkeit, soll aber auch Kritik gestattet sein. Wenn man sich die Top10 Liste anschaut, dann kommen schon gewisse Fragen. Das ORC hatte speziell für Italiener die Sportbootregel aufgeweicht. Length/Displacement Faktor wurden zu Gunsten der Miniatura Klasse in Italien erweitert (soviel ich weiß von 2 auf 6). Das dominierende Boot (Fat26) wäre nach alter Regel nicht zugelassen gewesen. Die Delta war an der Grenze, ebenso wie die Protagonist und die ILC.

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia - - Sprito Libero - Protagonist 750 - Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia – – Sprito Libero – Protagonist 750 – Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

Vor allem die Fat26 wird dem Namen Miniatura dabei sehr gerecht. Das Boot erinnert von Form und Segelverhalten an die guten alten IMS Größen wie Rodman und GS42R. Ohne Frage wurde das Boot von einer sehr guten Crew gesegelt, die wohl auch mit einer Melges24 den Titel gewonnen hätte. Trotzdem bereitet diese Wahl aus meiner Sicht Probleme, da ich befürchte, dass dies andere Boote anzieht oder Eigner zum Umbauen animiert. ILC und FAT hatten klassische Anhänge wie man sie zu IMS Zeiten zuhauf gesehen hatte. Gewicht weit oben, etc. Erste Eigner richtiger Sportboote denken jetzt schon ernsthaft über Umbauten in die selbe Richtung nach. Mag es Frustration oder Neid sein, ich persönlich finde, dass das mit einem Sportboot wenig zu tun hat und am Ende die interessanten Designs wie Ufo, Melges, Farr25 und so weiter verdrängt. Wenn das ORC wie so oft betont, wirklich Interesse an „richtigen“ Sportbooten hat, dann muss hier eine Entscheidung und eine konsequente Definition des Begriffes Sportboot erfolgen, die solchen Entwicklungen deutliche Grenzen setzt. In Australien wird dies deutlich extremer ausgelegt und gehandhabt. Nur Boote mit Gennaker. Das würde bei uns schon die Platu ausschließen, was aber auch nicht Sinn der Sache sein kann. Es bleibt zu hoffen, dass das ORC hier schnell und kompetent handelt. Die internationalen Eignerverteter sind hier gefordert und werden sicherlich auch sich zu Wort melden.

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia - Delta 84 - Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

ORC Sportboat European Championship 2016 Chioggia – Delta 84 – Photo © Fabio Taccola / AGnetworkpls /FIV

Auch bleibt zu hoffen, dass bei der Auswahl zukünftiger Reviere die Ausgewogenheit der Windbedingungen berücksichtigt wird. Eine Euro, die konsequent am unteren Ende der zulässigen Windbedingungen ausgesegelt wird, lässt auch einen bitteren Beigeschmack zurück. Vor allem, weil das schon im Vorfeld bekannt war und auch die Boote, die dann kamen für genau diese Bedingungen optimiert waren. Wenn das ORC weiterhin erwartet, dass Segler erhebliche Reisekosten auf sich nimmt, sollte auf eine gewisse Ausgewogenheit oder zumindest eine Vorherrschaft mittlerer Windbedingungen geachtet werden.

Gerüchte besagen, dass die 2017er Euro zusammen mit den großen Booten in Polen statt finden soll. Wenn sich das bewahrheitet, wäre zumindest schon einmal das Revier vielversprechender. Eine tolle lokale Sportbootflotte, Mittelwind, vielleicht auch mal ein bisschen mehr. Wenn jetzt noch das Klassenreglement wieder auf voritalienische Bedingungen zurückgesetzt wird, kann ich jedem deutschen Sportbootsegler, die Reise nur wärmstens empfehlen. Trotz allem Frust und Misserfolg hat sich auch Chioggia gelohnt. Der internationale Kern der Teams hat sich toll zusammengefunden und man freut sich gemeinsam wieder zusammen zu segeln. Auch 2017 wieder, bis dahin!

Jun 252016
 

Die Kieler Woche wird auch in 2016 ihrem Ruf als größte Segelregatta der Welt gerecht: Wind, Flaute, Sonneschein, Regen, viele Yachten und Jollen auf dem Wasser und noch mehr Menschen in der Stadt, die essen, trinken, feiern und ab und an Boote gucken gehen. Online und im täglichen Livestream von Kieler Woche TV kann man auch als Binnenländer dieses Topevent bequem bei 35 Grad Celsius im klimatisierten Büro verfolgen.

Überraschend groß für ein Kielboot ist das Teilnehmerfeld der J70 Europameisterschaft, zu der 91 Boote! aus 15 Nationen! u.a. aus Chile, Rusland und Brasilien gemeldet haben. Die meisten Boote stellt die deutsche Flotte, aber offensichtlich ist noch nicht die Masse nicht in Qualität umgeschlagen; an der Spitze lagen nach 6 Wettfahrten Boote aus Monaco, Italien und Spanien. Auf Platz 4 folgt Pit Finis vom Düsseldorfer Yacht Club, bei dem Karol Jablonski in der Crewliste auftaucht und die sich im 6. Rennen eine Black Flagg holten :-(  Dicht dran und unter den ersten 10 noch Christian Soyka vom SVI in Schleswig-Holtstein und Moritz Bohnenberger vom DTYC aus Bayern. Drücken wir die Daumen und hoffen, dass sich noch ein deutsches Team unter die Top 3 segeln kann.

Jun 142016
 
YSA 10 - Blue Planet Regatta 2008 - Photo © Werft

YSA 10 – Blue Planet Regatta 2008 – Photo © Werft

Angesichts der drohenden Negativzinsen für das Festgeldkonto sollte man einen Blick in den kostenpflichtigen Gebrauchtbootmarkt von SailingAnarchy.de werfen und den jüngsten Neuzugang ins Auge fassen: Die YSA 10 ist ein atemberaubender Carbon Racer, der auf den Bootsaustellungen in Friedrichshafen, Düsseldorf oder Hamburg zurecht bei vielen Besuchern Herzklopfen verursacht hat. Das klare Design von Sven Akermann, die Reduktion auf das zum Segeln notwendige, dass aber in der bestmöglichen Bauqualität, brachte in seiner Kombination eine faszinierende Rennyacht auf das Wasser.

Jun 132016
 
Weltmeister Lachenschmid - 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France - Photo © Ian Roman Photography

Weltmeister Lachenschmid – 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Photo © Ian Roman Photography

Herzlichen Glückwunsch an Andi Lachenschmid zu seinem Sieg bei der Weltmeisterschaft im Musto Skiff auf dem Atlantik vor dem französischen Carnac! Hier die Pressemitteilung der Deutschen Musto Skiff KV zu dem Titelgewinn des ersten deutschen Weltmeister im Musto Skiff:

Deutschland im Skiff-Himmel – Lachenschmid holt den WM-Titel!

Es ist vollbracht – Andi Lachenschmid vom Augsburger Segelclub hat die WM Krone der Musto Skiffs nach Hause gesegelt! An einem dramatischen letzten Wettkampftag in Carnac, Frankreich, bei starken Winden um 22kn und einer tückischen Welle behauptete Lachenschmid in drei Rennen seinen Vorsprung und verwies die Briten George Hand und Dave Poston auf die Plätze 2 und 3. Dabei ging es zuletzt noch einmal um alles – nach einem sicheren 6. Platz im ersten Rennen musste das Zielboot im zweiten Lauf lange auf Lachenschmid warten, der sich mit verlorenem Bolzen am Baumniederholer als 22. ins Ziel kämpfte. Der Ovington Service auf dem Wasser konnte das Problem jedoch in der Rennpause beheben, so dass Lachenschmid im letzten Rennen noch einmal befreit auftrumpfen und mit einem 4. Platz den Titelgewinn souverän sichern konnte: “Im letzten Rennen waren absolute Überlebensbedingungen, bei gut 25 Knoten ist man am Wind an den Wellenkämmen abgehoben, Sicherheit bei den Manövern war alles“.

Dave Poston für das Feld an - 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France - Photo © Ian Roman Photography

Dave Poston für das Feld an – 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Photo © Ian Roman Photography

Die mitfiebernde deutsche Skiff-Szene verfiel in kollektiven Jubel, als die Ergebnisse aus Carnac bekannt wurden, gelang Lachenschmid an der Atlantikküste doch Historisches: noch nie zuvor konnten deutsche Segler eine Skiff-Weltmeisterschaft für sich entscheiden! Um so größer ist der Stolz, wurde das Musto Skiff doch in Kiel entwickelt und der WM Pott nun erstmals in die Heimat geholt. Der Konstrukteur Joachim Harprecht kommentierte: “Es freut mich wahnsinnig, dass wir jetzt so ein starkes deutsches Musto Skiff Feld haben, der EM Titel von Frithjof Schwerdt war ja schon super, dies setzt nochmal einen oben drauf“. Der Sieg gilt als Ergebnis der jahrelangen positiven Entwicklung der deutschen Klasse sowohl in der Zahl der Segler als auch in der Qualität an der Spitze. Iver Ahlmann, Präsident der internationalen Musto Skiff Vereinigung, freute sich riesig und prophezeite: „Dieser Erfolg wird sicherlich weitere Top-Segler in die deutsche Klasse bringen, schließlich können sie sich ja im eigenen Land mit der Weltspitze messen“.

Podium Hand, Lachenschmid, Poston (v.l.nr.) 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France - Photo © Ian Roman Photography

Podium Hand, Lachenschmid, Poston (v.l.nr.) 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Photo © Ian Roman Photography

Wir gratulieren Andi zu diesem überragenden Erfolg und freuen uns auf die nächsten spannenden Events in Bestbesetzung: Der Eurocup zur Kieler Woche, an dem Weltmeister Lachenschmid, Europameister Schwerdt und der aktuelle deutsche Meister Ahlmann aufeinander treffen, und danach der Höhepunkt des deutschen Regatta-Kalenders, die German Open zur Travemünder Woche. Alle Infos dazu wie immer unter mustoskiff.de. Ein Interview mit dem neuen Weltmeister findet sich hier.

Tom Wright - GBR - 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France - Photo © Ian Roman Photography

Tom Wright – GBR – 11th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Photo © Ian Roman Photography

 

Jun 092016
 
ACO Musto Skiff WM - Zieleinlauf Jamie Hilton - Photo © Ian Roman Photography

8th June 2016 – ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Zieleinlauf Jamie Hilton – Photo © Ian Roman Photography

Von Jan Busch, Presseobmann der Deutschen Musto Skiff Klassenvereinigung haben wir die nachstehende Pressemitteilung zu der in Carnac auf dem Atlantik laufenden Weltmeisterschaft der schnellen 1-Mann Skiffs erhalten. Vielen Dank für die Info und wir drücken dem Bayern Lachenschmid die Daumen, dass er in seinem Groove bleibt und das Ding nach Hause segelt:
ACO Musto Skiff Worlds in Carnac – Lachenschmid auf Weltmeisterkurs!

Können die deutschen Musto Skiffs nach dem Europameistertitel auch den Weltmeistertitel erobern? Sensationell führt Andi Lachenschmid vom Augsburger Segelclub nach 2 Wettkampftagen und 4 Läufen mit 28 Punkten vor Jamie Hilton (Großbritannien, 33 Punkte) und Andy Tarboton (Südafrika, 34 Punkte). Nach drei Rennen auf Platz 4 liegend erwischte Lachenschmid einen ganz starken 2. Tag und dominierte die Konkurrenz mit einem Start-Ziel Sieg bei schwachen Winden um 6kn. Dabei bewies er nicht nur Können, sondern auch eiserne Nerven, als sich die Verfolgergruppe auf dem letzten Downwind unter Gennaker aufteilte und von allen Seiten attakierte. Lachschmid verteidigte brillant und konnte seinen Vorsprung ins Ziel retten.

ACO Musto Skiff WM - 6facher Weltmeister Richard Stenhouse zwischen den Wettfahrten - Photo © Ian Roman Photography

ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France – Andi Lachenschmied bei der Tonnenrundung, 8. Juni 2016. – Photo © Ian Roman Photography

Lachenschmid, der nach einigen Erfolgen im 49er seine zweite Saison im Musto Skiff bestreitet, hatte zwar bereits im Vorfeld mit starken Eurocup-Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Ein Sieg in Carnac dürfte jedoch alle Erwartungen übertreffen. Dass nach dem Gewinn der Europameisterschaft durch Frithjof Schwerdt (Potsdamer Yacht Club), der in Carnac nicht antreten konnte, nun ein weiterer Deutscher nach dem Weltmeistertitel greift, darf als Ausdruck der wachsenden Stärke der deutschen Flotte gelten. Mit einer Vielzahl von attraktiven Trainings und Regatten gelingt es nicht nur viele neue Segler für die Klasse zu gewinnen, sondern auch zunehmend auf internationalem Spitzen-Niveau mitzuhalten und große Titel zu gewinnen. Spannend werden in diesem Zusammenhang die nächsten großen Events: zur Kieler Woche werden Lachschmid, Schwerdt und der aktuelle deutsche Meister Iver Ahlmann (Kieler Yacht-Club) aufeinander treffen, und danach wartet mit den German Open zur Travemünder Woche der Höhepunkt des deutschen Regatta-Kalenders.

ACO Musto Skiff WM - 6facher Weltmeister Richard Stenhouse zwischen den Wettfahrten - Photo © Ian Roman Photography

8th June 2016. ACO Musto Skiff Worlds. Carnac, France -Photo © Ian Roman Photography

Zunächst aber sind alle Augen auf Carnac gerichtet, wo bis zum Samstag der neue Weltmeister ermittelt und schließlich gekürt wird. Wir drücken Andi die Daumen und fiebern mit! Alle aktuellen Infos, Videos, Fotos und Interviews unter mustoskiff.com und beim ausrichtenden Yachtclub Carnac.