Jul 212017
 

EUROPA WARM´UP IMOCA BARCELONA 2012.
© AlfredFarre.com

Die Extreme Sailing Series hat nach ihrem Worldtour-Stopover Madeira jetzt das europäische Festland erreicht: In Barcelona lockte OC Sport die Zuschauer bis einschließlich Sonntag an die Strandpromenade zu Füßen des beeindruckenden W Hotel. Leider musste die Wettfahrtleitung gestern alle Rennen absagen, Wind mit 20-25 kns und mehr in Verbindung mit einer heftigen Welle ließen sichere Wettfahrten nicht zu. Zu groß die Gefahr, dass die GC32 sich bei den engen Fleetraces gegenseitig ins Gehege kommen oder durch Stecker und anschließender Kenterung ihre Konkurrenten auf der Bahn abschießen. Derzeit läuft der Liveticker mit der Nachwuchsserie der Flying Phantoms, ab 15:00 Uhr werden die Wettfahrten der GrandCup 32 Foiler getickert, am Samstag (15:00 Uhr) und Sonntag (14:00 Uhr)  werden die Rennen wieder durch die EXSS auf Facebook und YouTube gestreamt.

 

 

Jul 162017
 

Was bei der Extreme Sailing Series auf Madeira sofort aufgefallen ist, waren die unglaublichen Mengen an Plastik, die dort ausgegeben wurden. Cocktails wurden in Plastiktüten mit Plastik-Strohhalm serviert, die Eisbecher waren aus Plastik, von den Halbliter-Wasserflaschen ganz zu schweigen. Und das, obwohl Sailors for the Sea mit dem Organisator der EXSS OC Sport in puncto Umweltschutz zusammengearbeitet hatte. Grund genug für Sailing Anarchy, mal nachzufragen…

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Bunte Flotte bei einer möglichst grünen Veranstaltung: Die EXSS auf Madeira (Foto © Andy)

Sailors for the Sea (SftS), eine 2004 gegründete Nichtregierungsorganisation, die sich dem maritimen Umweltschutz verschrieben hat, war auf Madeira durch Isaac Silveira vertreten, der Sailing Anarchy bereitwillig Rede und Antwort stand.

Natürlich sprachen wir über die Mission der Freiwilligenorganisation, die bisher in vier Ländern vertreten ist – USA, Portugal, Japan und Chile -, deren Programme aber bereits in 49 Ländern angewendet werden:

  • KELP: Ein Jugendbildungsprogramm, das junge Seglerinnen und Segler auf spielerische Weise an den maritimen Umweltschutz heranführt. Als sich das Wetter mal wieder nicht so recht zum Segeln eignete, erhielt der lokale Dinghy-Club in Rahmen der EXSS ein Coaching, bei dem die Kleinen viel über den Zerfallsprozess von Plastik und und die Folgen von Umweltverschmutzung für die Meere lernten.
  • OCEAN WATCH: SftS dokumentieren den Zustand der Weltmeere und veröffentlichen Artikel, um das Bewusstsein für den Meeresschutz zu schärfen und Handlungsideen zu geben.
  • GREEN BOATING GUIDE: SftS stellt Bootsbesitzern, Hobbyfischern, Cruising-Seglern und Wassersportinteressierten Checklisten, Leitfäden und gute Ideen zur Verfügung, die helfen, umweltschädliche Handlungen zu minimieren oder ganz zu unterlassen.
  • CLEAN REGATTA: SftS bietet eine Zertifizierung für Regatten an, die zeigt, dass die jeweilige Veranstaltung verantwortlich mit Umwelt und Ressourcen umgeht. Dazu müssen ca. 25 Punkte eingehalten werden, darunter „Kunststoffrecycling“ und „nachhaltiges Essen“.
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”NZ Extreme Sailing Team” erhielt die ‚Green Team‘-Trophäe für umweltfreundliches Verhalten. (Foto © Andy)

Also, was hat es nun auf sich mit den großen Mengen an Plastik, die bei der EXSS-Veranstaltung auf Madeira angefallen sind? Isaac von SftS war darüber auch nicht glücklich. „Das ist auf jeden Fall etwas, das wir verbessern müssen“, gab er zu, „aber wir gucken lieber auf die Erfolge. Es werden keine Plastikstrohhalme bei der Veranstaltung mehr benutzt. Dass es sie am ersten Tag gab, war ein Fehler. Nun sind sie auf dem Gelände verboten. Wir versuchen auch, das Essgeschirr weitgehend wiederzuverwenden.“

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Freundlicher Kämpfer für saubere Meere: Isaac Silveira von “Sailors for the Sea” (Foto © Andy)

„Die Verwendung von Plastikflaschen konnten wir offensichtlich nicht ändern. Das werden wir mit Nachdruck beim nächsten Mal versuchen. Aber es ist nicht so leicht, Besucher dazu zu bringen, wiederverwendbare Flaschen zu benutzen, da sie den Benutzer etwas kosten. Es ist also individuelles Verhalten, das SftS nicht kontrollieren kann. Die EXSS kann nicht jedem eine wiederverwendbare Flasche zur Verfügung stellen.“

Kleiner Tip an SftS und OC Sport: Macht doch einen Verkaufsstand auf, an dem die Besucher EXSS-gebrandete Mehrwegflaschen für kleines Geld kaufen können und packt die gleichen Flaschen in die VIP-Pakete für Gäste und Presse.

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Auf die Foils! Das Extreme Sailing Team/The Magenta Project vor Madeira (Foto © Andy)

Um die Umwelt trotzdem zu schonen, setzte SftS auf Müllsammeln und Recycling. Isaac: „Wir sprechen andauernd mit der Veranstaltungsorganisation, dass wir keine leere Plastikflasche außerhalb der Mülleimer sehen wollen.“ Im Publikumsbereich habe es gute Initiativen gegeben, freut er sich, so seien z.B. bei einem Verkaufsstand Mehrweggläser verwendet worden und das Spülwasser wegen des mangelnden Anschlusses an die Kanalisation in Kanistern der fachgerechten Entsorgung zugeführt worden.

Diese Vorgehensweise wurde der EXSS-Organisation im Rahmen der Regatta vorgestellt und mit großem Interesse bedacht, vielleicht zur zukünftigen Implementierung bei der gesamten Veranstaltung. „Die Verkäufer geben auf diesem Gelände keine Plastik-, sondern Papiertüten aus“, zählt er weitere Aktionen auf, „Und wir haben durchgesetzt, dass auch vegetarisches Essen angeboten wird. Weiterhin wird nur Recyclingpapier verwendet.“

„Insgesamt gibt es eine Liste von 25 Regeln, die aber nicht alle erfüllt werden konnten, Beispiel ‚Wasserflaschen‘: Das ist etwas, von dem wir glauben, dass wir es mit der Zeit ändern können, wenn die Veranstaltungsorganisation es wirtschaftlich umsetzen kann.“

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Wo Vermeidung nicht geht: Plastik bitte mehrmals benutzen, abgeben oder in den Müllsack damit (Foto © Andy)

Zum Ende der Veranstaltung scheint OC Sport genug Punkte abgehakt zu haben, um eine Gold- und damit die zweitbeste Zertifizierung von SftS zu erhalten. „Wir setzen alles daran, noch nachhaltiger zu arbeiten und freuen uns, die auf Madeira angewendeten Methoden bei der gesamten globalen Serie einzusetzen“, sagt Veranstaltungsdirektor Andy Tourell, „Letztendlich streben wir die Platin-Zertifizierung an.“

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Dreifach sehen: Alinghi aus der Sprecherkabine. (Foto © Andy)

So hat Isaac guten Grund, verhalten positiv in die Zukunft zu sehen: „Unsere Vorgehensweise ist nicht, nur ‚dagegen‘ zu sein, sondern das Momentum zu nutzen, um Vorstellungen zu ändern. SftS besteht aus Freiwilligen, und wir glauben an Freiwilligkeit und an eine freundliche Art, harte Entscheidungen zu fällen. Aber es ist ein langer Weg…“

Für den wir alles Gute wünschen.

Wer mehr über Sailors for the Sea wissen, oder Anregungen zum Meeresschutz bekommen möchte, klickt hier:
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Jul 132017
 
Comanche- Neuer Rekordhalter Monohulls beim Transpac Race - Screenshot © Transpac Race

Comanche- Neuer Rekordhalter Monohulls beim Transpac Race – Screenshot © Transpac Race

Beim Transpac Race 2017 hat Skipper Ken Read den SuperMaxi Racer Comanche zum neuen Streckenrekord für Monohulls geführt. Die Regatta, die von Long Beach / Kalifornien nach Honolulu / Hawaii führt, ist eins der großen Offshorerennen der Welt und lockt alle 2 Jahre die Eigner der schnellsten Yachten der Welt an. Das Comanche in diesem Jahr als die größte der teilnehmenden Yachten auch die Nase im Ziel vorne haben würde, war zu erwarten, aber offensichtlich hat es nicht geschadet, dass man das Boot vor der Regatta noch etwas gestrippt und damit auf den Raumwindkursen noch ca 5 % Speed gefunden hat.

Gut mit dabei ist auch die VARUNA, die nun unter US Flagge segelt, noch ca. 300 sm bis in Ziel hat und aktuell auf Platz 9 der Linie Honors liegt.

Jul 052017
 
Start der hanseboot Rund Bornholm Regatta 2017 - Photo © Warnemünder Woche

Start der hanseboot Rund Bornholm Regatta 2017 – Photo © Warnemünder Woche

Die Kieler Woche ist bei uns wegen America´s Cup untergegangen, die Warnemünde Woche soll diese Schicksal nicht teilen. Gestern knackte die VO60 OSPA des Speedsailing Team den in 2001 von der UCA aufgestellten Rekord für das schnellste Schiff bei der hanseboot Rund Bornholm Regatta. Der starke Wind, der in den vergangenen Tagen die Regattaleiterung zwang, einen Regattatag komplett zu streichen, schob die alten Volvo Ocean Racer mit viel Power mächtig an und sorgten für Souther Ocean Feeling bei den Crews auf den teilnehmenden Yachten. Hier die Pressemitteilung der WW:

Die "Ospa" auf dem Weg, den Rekord bei der Regatta hanseboot Rund Bornholm zu brechen - Photo © Pepe Hartmann / Warnemünder Woche 2017

Die „Ospa“ auf dem Weg, den Rekord bei der Regatta hanseboot Rund Bornholm zu brechen – Photo © Pepe Hartmann / Warnemünder Woche 2017

28 Stunden 34 Minuten und 30 Sekunden dauerte die Regatta für das Team Speedsailing auf der OSPA bei der hanseboot Rund Bornholm Regatta. Damit lagen sie ganz genau 2 Minuten und 30 Sekunden unter dem Rekord der UCA im Jahr 2001. Die Freude war riesig und das gesamte Team erleichtert, nachdem man den Rekordversuch zwischenzeitlich schon aufgegeben hatte, denn der Speed und die Windrichtung auf Höhe Darßer Ort schienen nicht günstig zu sein. Um 18.09 Uhr gab es dann die Gewissheit: der neue Rekord steht!

Die Segelyacht „grautvornix“ wiederum lief in der Nacht zum Dienstag östlich von Bornholm auf Grund, konnte aber von der dänischen Wasserwacht abgeborgen werden. Es gab keine Personenschäden und die Crew ist wohlauf. Die Hallberg Rassy von Skipper Rolf Oetting aus Berlin wurde kurzerhand auf den Haken genommen und in den nächsten Hafen geschleppt. Bereits um 4.20 Uhr hatten die ersten Yachten die Nordspitze der dänischen Insel umrundet. Es gab in Spitzen in der Nacht bis zu 30 Knoten Wind. Durch das Tracking-System ließ sich die Regatta gut verfolgen, lediglich der von der SY „Germania“ bei einem Halsenmanöver über Bord gegangene Tracker sorgte für kurzfristige Irritationen.

Start der hanseboot Rund Bornholm Regatta 2017 - Photo © Pepe Hartmann / Warnemünder Woche

Start der hanseboot Rund Bornholm Regatta 2017 – Photo © Pepe Hartmann / Warnemünder Woche

Rund zwei Drittel der Yachten hatte sich dafür entschieden, Bornholm links herum zu runden, der Rest bevorzugte die andere Variante. Nachdem der Hinweg sehr zügig vonstatten ging, hieß es auf dem Rückweg vorbei an Rügen, Hiddensee und dem Darß zunächst „gegenan“, denn Kreuzen gegen den Wind war angesagt.

 

Jul 032017
 
Team CONCISE - Schnellste Yacht beim Round the Island Race 2017

Team CONCISE – Schnellste Yacht beim Round the Island Race 2017

Der Ursprung des America´s Cup war ein Rennen im Jahr 1851, dass einmal rund um die Isle of Wright ging mit Start und Ziel vor Cowes. Heute ist das Round the Island Race die Regatta in Großbritannien mit dem größten Teilnehmerfeld, Wertungsklassen ohne Ende und massig Silber für die Gewinner. Bei der diesjährigen Auflage standen 1.342 Yachten auf der Meldeliste, die Aufzählung der Wertungsklassen umfasst 2 Seiten, die Ergebnisliste der Regatta umfasst 64 Seiten! In neuer Rekordzeit von 2:22 holte sich der modifizierte MOD70 Team CONCISE den Sieg auf dem 50 Seemeilen langen Kurs.

OUTSIDER - Elliot 52SS - Round the Island Race 2017 - Screenshot © VR Sport.tv

OUTSIDER – Elliot 52SS – Round the Island Race 2017 – Screenshot © VR Sport.tv

Mit am Start dabei war aus Deutschland die bekannte Rennyacht OUTSIDER unter Skipper Tilman Hansen, die für die Runde 5:34 Stunden benötigte und damit in der Klasse IRC Groupe 0 den 27. Platz holte. Hier das Rennen in der Aufzeichnung des Livestream:

Von VR Sport.tv gibt es eine 13 Minuten dauernde, mittagspausenfreundliche Kurzfassung des Round the Island Race, viel Spaß!