Nov 112017
 
VOR 2017/18 - Leg2 - Doldrums falllen aus? - Screenshot © VOR Website

VOR 2017/18 – Leg2 – Doldrums falllen aus? – Screenshot © VOR Website

Die Navigatoren an Bord der 7 Volvo Ocean Racer scheinen sich einig zu sein, was die Entwickung des Wetters in den nächsten Tagen betrifft. Die Flotte ist weiterhin dicht beisammen, DONGFENG für das Feld an, dicht gefolgt von MAPFRE und Vestas 11th Hour Racing, dann folgen mit etwas Abstand Akzo Nobel und Team Brunel.

VOR 2017/18 - Start Leg2 - Scallywag downwind vor Hängebrücke über den Tejo - Photo © SailingAnarchy.de 2017

VOR 2017/18 – Start Leg2 – Scallywag downwind vor Hängebrücke über den Tejo – Photo © SailingAnarchy.de 2017

VOR 2017/18 - Start Leg2 - TtToP - Photo © SailingAnarchy.de 2017

VOR 2017/18 – Start Leg2 – TtToP – Photo © SailingAnarchy.de 2017

Mit nun schon deutlichem Abstand auf die Top 5 segelt Scallywag als erster Verfolger vor Turn the Tide on Plastic, auf der das junge Team aus Frauen und Männer hart darum kämpft, weiterhin in demselben Wettersystem zu bleiben, in dem die Spitzengruppe segelt.

Alle Skipper haben sich nach der Passage der Kanarischen Insel entschieden, auch weiterhin einen Generalkurs Süd zu segeln und nicht mit der “West is best” Option zu spielen. Ausschlaggeben dafür ist nach meiner Einschätzung, dass die Wettermodelle schon seit einigen Tagen zeigen, dass die Flautenzone entlang des Äquators in diesem Jahr eher schwach ausgeprägt ist nicht tief in den Atlantik hinein ragt. In der Kombination mit dem Verzicht auf den Wegpunkt Fernando de Noronha vor der brasilianischen Küste steuern die Yachten weiterhin mit Speed um die 20 kns verhältnismäßig weit im Osten in Richtung Kapstadt. Ich bin gespannt, ob wir nach der Passage der Doldrums ein Splitt der Flotte sehen werden: Weiter den kurzen, direkten Weg gegen den Wind nach Südosten oder doch die klassische “Mit den Passatwinden nach Süden und dann mit Schwung und Vollgas durch den Southern Ocean nach Osten in Richtung Südafrika”

VOR 2017/18 - Start Leg2 - Vestas und MAPFRE downwind vor Hängebrücke über den Tejo - Photo © SailingAnarchy.de 2017

VOR 2017/18 – Start Leg2 – Vestas und MAPFRE downwind vor Hängebrücke über den Tejo – Photo © SailingAnarchy.de 2017

 

 

Okt 272017
 
VOR 2017/18 - Passage Wegpunkt Porto Santo North - 27.10.2017 - Screenshot © VOR Website

VOR 2017/18 – Passage Wegpunkt Porto Santo North – 27.10.2017 – Screenshot © VOR Website

Heute am frühen Morgen hat beim Volvo Ocean Race das Team Brunel als letzte Yacht den kurzfristig eingeschobenen Wegpunkt Porto Santo North passiert. Es ist schon fazinierend, in welch kurzer Zeit die Rennyachten die zusätzlichen 200 sm runtergerissen haben. Weiterhin an der Spitze ist Vestas 11th Hour Racing, das als erste Schiff den Wegpunkt noch vor Mitternacht erreicht hat. Der Vorsprung auf MAPFRE ist wieder gewachsen, zweiter Gewinner des gestrigen Tage ist Dongfeng, das den Abstand auf Akzo Nobel weiter verringern konnte und nun wieder im Geschäft um den Podiumsplatz zu sein scheint.

Okt 252017
 
VOR 2017/18 - Neuer Wegpunkt im Leg 1 - Screenshot © Website VOR

Das hat schon was von Deus ex machina, was der Veranstalter des Volvo Ocean Race heute verkündet hat: Weil für die erste Etappe von Alicante nach Lissabon ca. 7 Seetage vorgesehen waren, die Yachten aber mit Karacho durch die Straße von Gibraltar gejagt sind, fügen wir mal zur Überraschung aller den neuen Wegpunkt “Porto Santo North” in die Route nach Lissabon ein. Kann man machen, macht vielleicht auch Sinn, hat aber trotzdem einen schalen Beigeschmack, wenn eine Wettfahrtleitung während einer Regatta neue Regeln oder Vorgaben eingeführt. 200 sm zusätzlich, 1 Tag länger auf See und Essen für 7 Tage wird wohl jede Crew in Spanien gebunkert haben.

Leg 01, Alicante to Lisbon, day xx, on board Vestas 11th Hour Racing. Photo by James Blake/Volvo Ocean Race. 25 October, 2017

Weiterhin mit guten Vorsprung an der Spitze des Feldes liegt Vestas 11th Hour Racing und es sieht für mich so aus, dass Skipper Charlie Enright die Verfolger in der Kontrolle halten kann. MAPFRE hat den letzten 1 1/2 Tagen den größten Sprung nach vorne gemacht: Vor Gibraltar noch in einem Privatkampf mit Dongfeng verstrickt und gemeinsam mit den chinesischen/französischen Team bis kurz unter die nordafrikanische Küste abgebogen, hat Navigator Juan Vila seitdem eine gute Entscheidung nach der anderen aus dem Armel geschüttelt.: aktuell fighten die Spanier erbittert um Rang 2 mit Akzo Nobel, dessen Skipper Tienpont seine zusammengewürfelte Crew offenbar besser motiviert bekommen, als man es nach dem Drama mit seinem Sponsor hätte erwarten dürfen.

Leg 01, Alicante to Lisbon, day 04, on board MAPFRE. Photo by Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race. 25 October, 2017

Scallywag hat in der vergangenen Nacht Bruch an Bord und durfe sich um seinen Topgennaker kümmern, bei dem ein Beschlag am Segelkopf gebrochen und das Segel ins Wasser geklatschte.


Das kostbare Tuch konnte heil geborgen und schnell wieder gesetzt werden, Rang 4 und damit die Spitze des dicht zusammenliegenden Verfolgerfeld verteidigt.

Leg 01, Alicante to Lisbon, day 03, on board Sun Hung Kai/Scallywag. Photo by Jeremie Lecaudey. 24 October, 2017

Für mich ist der Verlierer dieser Etappe noch immer Dongfeng, Navigator Pascal Bidégorry war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, nachdem er seiner Crew in der ersten Nacht auf einer Route tief in den Süden geführt hatte und dort erleben musste, dass der die Windentwicklung falsch interpretiert und sein Team vom 1. auf den letzten Rang gesegelt hatte. Mittlerweile wieder auf Platz 5, aber das ist nicht wirklich dort, wo man einen der Mitfavoriten auf dem Gesamtsieg erwarten würde.

Wind hole drone. Photo by Rich Edwards. 24 October, 2017

Für die letzten ca. 150 sm der ersten Etappe erwarten die Routenplaner eine Kreuz nach Lissabon. Es werden schon Stimmen lauter, die meinen, dass die Wettfahrtleitung bei ihrer überraschenden Entscheidung nicht nur 7 Regattatage im Hinterkopf hatte, sondern es auch nicht schlimm finden würde, falls Dongfeng noch etwas Boden auf die Spitzenreiter gut machen würde.

UPDATE: Die Spitzengruppe aus Vestas 11th Hour Racing, MAPFRE und Akzo Nobel haben den Wegpunkt Porto Santo heute früh passiert und ziehen jetzt gegen [Blödsinn – Ed.]vor dem Wind hoch zum neuen Wegpunkt PSN.

VOR 2017/18 - L1: Vestas führt bei der Passage von Porto Santo - Screenshot © VOR Website 2017

VOR 2017/18 – L1: Vestas führt bei der Passage von Porto Santo – Screenshot © VOR Website 2017

Jan 022015
 

VOR - Chris Nicholson und Morten Albaek, CEO von VESTAS - Photo © Warren Little/Volvo Ocean RaceDie Gerüchteküche kochte schon seit einiger Zeit und es sieht so aus, als ob Chris Nicholson von Morton Albaek, CEO von VESTAS, ein riesengroßes Geschenk unter den Weihnachtsbaum gelegt wurde: Wenn das stimmt, was Mr. Clean gestern Abend auf SailingAnarchy.com im Vorgriff auf die Pressekonferenz im Anschluß an das In-Port Race in Abu Dhabi gemeldet hat, wird VESTAS mit einem VO65 Neubau wieder in das laufende VOR einsteigen. Soweit man dieser noch nicht bestätigten Info trauen kann, ist es das Ziel von Sponsor VESTAS und Skipper Nicholson, dass das blaue Boot in Lissabon wieder zu der VOR Flotte stoßen und an den beiden letzten Etappen nach Lorient und Göteborg teilnehmen wird. Für das heute ab 10:50 im Livestream auf der VOR-Website übertragen In-Port Race hatte man kurz mit dem Gedanken gespielt, eine der mit Carbonteilen gepimpt Dhau zu chartern, aber nach den Klassenregeln der VO65 dürfen nicht mehr als 1 Mast geriggt werden. In-Port Race also ohne VESTAS 🙁
Traditionelle Dhau - Photo Tourisboard Abu Dhabi

Dez 012014
 

Photo © NCG Operations Room – MRCC MauritiusEin Bild sagt mehr als tausend Worte … VESTAS ist mit Schmackes auf das Riff gejagt worden und es stellt sich die Frage, bekommt man das Boot da jemals wieder runter und wenn ja, in welchem Zustand. Nach den Aussagen von Skipper Nicholson ist die Kielbombe von der Finne abgebrochen, die Mannschaft hat mittlerweile Hardware, Elektronik, Leinen und Hydraulikflüssigkeit von Bord des Wracks geschafft. Noch steht das Rigg, aber ich kann mir zur Zeit nicht vorstellen, dass man den schwerdemolierten Rumpf ohne weitere Beschädigungn über die Riffkante in freie Wasser gezerrt gekommt. Keine Ahnung, ob es auf Mauritius das passende Bergegeschirr oder Schiff / Arbeitsplattform mit ausreichendem Kran vorhanden ist. Von den Kosten der Bergung, Transport und Reparatur des demolierten Rumpfes ganz zu schweigen. Anarchist Doug hat als Option zu der Bergung von Seeseite den Schwerlasthelikopter in Spiel gebracht, den Alinghi im August 2009 charterte, um seinen wunderschönen Katamaran vom Genfer See über die Alpen nach Genua zu bringen.


Alinghi V over the rocks - Alternative zum Schleppen? Photo © Carlo Borlenghi/Alinghi