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Dez 252018
 

Wild Oats XI – Photo © Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2010

Zu Weihnachten aufs Wasser anstatt vor dem Tannenbaum die besinnlichen Winterstimmung zu genießen. Hier in Deutschland ist es wieder mal wenig winterlich, aber auf der Südhalbkugel fängt der Segelsommer gerade richtig an. Kein Wunder, dass man in Australien jetzt wieder wie seit einigen Jahrzehnten mit steigender Spannung auf den Start zum Rolex Sydney-Hobart Yacht Race gewartet wird.

Am 2. Weihnachtsfeiertag fällt der Startschuß für die 86 Yachten, allerdings ohne die erste Beteiligung unter polnischer Flagge, die vor Ort erfahren mußten, dass der von ihnen gecharterte VO 70 Kosstka Monster Project keine Versicherung nachweisen kann. Als Ergebnis hat die Crew vom Yacht Club Sopot die Rennyacht in Sydney an die Kette legen lassen, um es als Sicherheit für ihre Ansprüche gegen den Vercharterer zu nutzen.

Ganz oben auf der Favoritenliste für die Line Honours steht auch in diesem Jahr der Seriensieger Wild Oats XI, der bei dem letzten Rennen wegen eines Regelverstoß während des Startes in der Protestverhandlung eine Zeitstraße von 1 Stunde aufgebrummt bekam und  zu Recht die Linie Honours an LDV Comanche abgeben musste. Mal sehen, ob Skipper Mark “Ricko” Richard die Zeit genutzt hat und sich die Wettfahrtsregeln nochmal genauer angeschaut hat.

Dez 092018
 
Photo © Star Sailors League / Gilles Morelle - SSL 2018

Photo © Star Sailors League / Gilles Morelle – SSL 2018

Gestern ging in Nassau auf den Bahamas mit dem Finale die Saison 2018 der Star Sailors League zu Ende. Wieder hatte sich zu dieser Einladungsregatta die Creme de la Creme der Starbootsegler in einem um Spitzensegler verstärkten Startfeld versammelt, um sich über das Preisgeld von US$ 200.000 herzumachen. Nach einen Mangel an Wind geschuldetem lahmen Auftakt kamen die Segler bei guten Wind immer besser in die Regatta rein. Nach Abschluss der Fleetraces ging 8 Boote in das Viertel-Finale, im Halbfinale traf dann der 2. aus dem Fleetrace auf die fünf Besten der Viertel-Finalrennen.

Jorge Zarif + Pedro Trouche (BRA) - Sieger der SSL 2018 in Nassau, Bahamas - Photo © Star-Sailors League / Gilles Morelle, 2018

Jorge Zarif + Pedro Trouche (BRA) – Sieger der SSL 2018 in Nassau, Bahamas – Photo © Star-Sailors League / Gilles Morelle, 2018

Gestern trafen im Finale der Sieger der Fleetraces auf die ersten Drei aus den beiden Halb-Final Rennen und am Ende war es das junge Team Jorge Zarif und Pedro Trouche aus Brasilien, das sich vor ihrem Landsmann und Vorbild, dem großartigen Robert Scheidt mit Vorschoter Henry Boening, den Titel und die Siegerprämie von US$ 40.000 in Nassau holte.

SSL Finale 2018 in Nassau, Bahamas - Negri/Kleen erkämpften Platz 3 - Photo © Star Sailors League / Gilles Morelle 2018

SSL Finale 2018 in Nassau, Bahamas – Negri/Kleen erkämpften Platz 3 – Photo © Star Sailors League / Gilles Morelle 2018

Platz Drei holte sich Diego Negri aus Italien mit Frithjof Kleen aus Deutschland vor Eivind Mellegby, Norwegen, und Joshua Revkin (USA), herzlichen Glückwunsch an die Sieger und vielen Dank für die aufregenden Rennen, die im Livestream zu verfolgen waren.

Und wer sich den Schlusstag in voller Länge anschauen möchte, der startet bitte einfach die Aufzeichnung vom Schlusstag der SSL Finals 2018 in Nassau, Bahamas:

Nov 292018
 
BOOT & FUN 2018 - GALA der Boote - Photo © SailingAnarchy.de

BOOT & FUN 2018 – GALA der Boote – Photo © SailingAnarchy.de

Die Messe BOOT & FUN in Berlin hat heute vormittag ihre Pforten für die Besucher geöffnet, gestern Abend strömten aber bereits die Massen an geladenen Gästen und Neugierigen in die Hallen zur GALA der Boote. Und ja, auch die berühmt-berüchtigte brasilianische Trommel-Tanz Combo war wieder engagiert und unterhielt das Publikum mit Glanz, Glitter und brauner Haut …

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Der Hingucker und für alle Seglerinnen und Segler der Grund auf die Messe zu gehen, steht in Halle 25 auf dem Stand der AST – Advanced Sailing Technologies GmbH. Die in Potsdam ansässige Firma mit Thilo Keller an der Spitze nutzt das Heimspiel auf der BOOT & FUN und zeigt das von ihr entwickelte Foiling Dinghy, eine Jolle, die so einfach wie ein LASER zu segeln sein soll, aber dank der beiden Flügel schon bei 8 kns Wind ins Fliegen kommt. Thilo Keller , 2 x Europameister im A-CAT, hat seine dort gewonnene Erfahrung mit Foils und Flügelrigg in eine Jolle eingebracht, die das Fliegen über dem Wasser so einfach wie möglich machen soll.

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Die beiden gekoppelten Foils werden unter den Rumpf nach innen geführt und nicht wie bei den DSS nach außen geschoben. Das Konzept der asymetrischen Foils führt dazu, dass das Foiling Dinghy nicht so super schmal in der Wasserlinie wie eine Moth gebaut ist, sondern den Rumpf eines modernen Skiff hat, der eine deutlich breitere Plattform für die Foils bietet. Mit diesem System vermeidet man unter anderem den Nachteil von DSS, dass der nicht genutzte Foil hoch aus dem Bootsrumpf empor ragt und dieses Hindernis von der Crew bei ihren Bewegungen auf der Kante stets berücksichtigt werden muss. Der unverstagte, geteilte Mast trägt je nach Wunsch ein 9,5 m² große durchgelattetes Segel, das einfach gerefft werden kann.

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Foilen ist kein Hipster-Hype, an den man in wenigen Jahr nur noch mit Schaudern zurückdenken wird. Foilen wird in den nächsten Jahren stetig in der Jollenszene Fuß gewinnen und mit dem Foiling Dinghy hat AST ein heißes Eisen im Feuer dieses rasch wachsenden Marktsegmentes. Der Preis von 9.999 € netto ab Potsdam ist heiß, und ja, dass ist teurer als ein LASER, aber hey, dafür läßt das Foling Dinghy die Kühlschranktür fast immer so alt aussehen, wie der LASER nun mal ist. Wer schnell segeln will, der wird auf den Status als Olympia Klasse verzichten können, aber wer weiß, vielleicht sind World Sailing und IOC ja bei der Suche nach dem Nachfolger des Finn Dinghy schon weiter als viele denken.

Nov 032018
 

Boris Herrmann, skipper de l’IMOCA MALIZIA II, à l’entrainement au large de Belle-Ile avant le départ de la Route du Rhum Destination Guadeloupe 2018, le 7 octobre 2018, Photo : Jean-Marie LIOT – www.jmliot.com

Seit Wochen heizen die Franzosen den Kessel an und und am Sonntag um 14:00 Uhr ist es dann soweit: Der Start zur Einhand-Regatta Route du Rhum wird live übertragen und hundertausende Zuschauer in und um Saint Malo und Millionen von den Fernsehern und Monititoren werden das Auslaufen der Yachten verfolgen. Mit Boris Herrmann ist erstmals ein Segler aus Deutschland in der IMOCA 60 Klasse dabei, in der insgesamt 17 Skipper und 3 Skipperinnen die Ritt über den Atlantik mit Ziel Guadeloupe in der Karibik antreten.

Besondere Aufmerksamkeit ziehen die Monster-Trimarane der Ultime Klasse auf sich: 100 Fuß lange Segelmaschinen, den Designer und Skipper in den letzten Jahren das Fliegen beigebracht haben. Hier läuft es wohl auf einen Dreikampf zwischen Gitana 17, Banque Populaire und MACIF hinaus, wenn man Bruch, Kollision oder gar Kenterung erstmal außen vor läßt.
Hier noch ein Video, in dem von Seb Josse das Zusammenspiel der Foils und Ruder erläutert wird, dass notwendig ist, um die mehr als 15 Tonnen schwere Gitana 17 in den Flugmodus zu bringen.

Etwas im Abseits stehen die Seglerinnen und Segler der Class 40, die mit 53 Booten das größte Starterfeld in der Geschichte der Route du Rhum aufbieten und in dem wir Arnt Bruhns mit der Iskareen die Daumen für eine schnelle Reise drücken. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Startgruppen Multi 50, RhumMono und RhumMulti in der u.a. Loick Peyron mit einem fast 40 Jahre altem Trimaran antritt. Keine Ahnung, weshalb der Mann sich das antut, vermutlich weil ihm Segeln einfach Spaß macht!

Okt 252018
 

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Die Hanseboot ist seit dem letzten Jahr Geschichte, aber der Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes (DBSV) und Veranstalter der Messe fand mit der Messe Friedrichshafen einen Partner, der bereit war, die Tradition der Bootausstellungen in Hamburg fortzuführen. Unter dem neuen Namen Hamburg Boat Show präsentierten sich 289 Aussteller an 5 Messetagen einem interessierten Publikum, Veranstalter und Organisator hatten allen Grund von einem erfolgreichen ersten Auftritt der Messe zu sprechen. Anarchisten sind überall und Dank der Messeleitung auch bei der Premiere der HBS vor Ort dabei. Hier ein kurzer Bericht und erster Eindruck von der Anarchist Rubberduck, der für uns die Messe am letzten Freitag besucht hat, vielen Dank für Deinen Einsatz!

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Freitagmorgen, Viertel nach Zehn sah das erst mal gar nicht gut aus. Man kommt in Halle B6 rein und die ist nur zur guten Hälfte mit Segelbooten gefüllt, der Rest Mobos. Und kaum Besucher. Das hatte sich dann Mittags geändert, das war der Zuspruch ganz ordentlich.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Ich habe mit einigen Ausstellern gesprochen, die ich entweder kannte oder bei denen ich sowieso auf dem Stand war. Alle waren halbwegs zufrieden. Den Verzicht auf Messetage am Montag und Dienstag fanden sie gut und das Publikum wäre auch eher von der fachkundigen Sorte. Die Zubehörhalle war gut gefüllt und mit deutlich mehr Segelmachern auf Ständen als in Berlin. Genau, der Gegensatz zu Berlin: mehr größere Boote.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Das kleinste Werftboot war eine First 18 (aka Seascape), Jollen waren nur über ein paar Klassenvereinigungen vertreten. Die First 14 hätte ich mir gerne angesehen, aber Oleu wusste erst eine Woche vor der Messe, dass sie weiterhin Generalvertreter sein werden und hatten wenig Zeit für die Vorbereitung.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Den Laufsteg mit den Yachten unterschiedlicher Werften fand ich ganz gelungen, nur interessieren mich diese Boote wenig :- ) Fazit: für einen Neustart gar nicht schlecht, ich nehme an das für das für das nächste Jahr moderates Wachstum möglich ist.