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Jan 182019
 
LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

Vor wenigen Stunden wurde die boot Düsseldorf 2019 feierlich eröffnet: Glasen schlagen durch Marineoffizier und durchscheiden von blauen Bändern inklusive.  Natürlich sind auch Anarchisten vor Ort und berichten von der weltgrößten Messe rund um den Wassersport, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Hier als Preview und fast ungeschminkt die ersten Bilder aus den Hallen noch vor dem großen Publikumsansturm. Wir beginnen mit der LAGO 26 aus Österreich, die in Ende November von sich reden machte, als sie den Jollenkreuzer auf die DSS Foils stellten und über den Balaton flogen. Das Boot ist nun in Düsseldorf gelandet und steht für die Neugierigen in Halle 15, Stand D60, bereit.

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

 

Jan 162019
 
Spindrift 2 - Angriff auf die Jules Verne Trophy - Photo © Spindrift Racing Team

Spindrift 2 – Angriff auf die Jules Verne Trophy – Photo © Spindrift Racing Team

In 80 Tagen um die Welt! Für die Segelwelt ist dieses Zeitlimit für eine Umrundung der Erde nur mit Windkraft schon lange Geschichte. Der Rekord steht bei 40 Tagen und Spindrift 2 unter Yann Guichard hat heute mit seiner Crew erneut einen Anlauf genommen, um diese Bestmarke zu knacken. Bis jetzt läuft es sehr gut, nach knapp 12 Stunden hat man bereits die Biskaya gequert und liegt im virtuellen Rennen gegen IDEC Sport vorne. Das Wetterfenster ist vielversprechend und man kalkuliert derzeit gut 5 Tage bis zum Äquator. Drücken wir dem Team Spindrift die Daumen für eine schnelle Reise und das sie von Bruch an Bord, Walen und Container im Wasser und Flauten in den Doldrum verschont bleiben.

Jan 072019
 
2019 Tornado World Championships - Day 1. Photo © Suellen Davies - LiveSailDie

2019 Tornado World Championships – Day 1. Photo © Suellen Davies – LiveSailDie

Wenn ich mich recht erinnere, war es der Auftritt eines Tornado auf dem Lac d´Hourtin, einem großen Binnensee in den schier unendlichen Pinienwälder zwischen der Biskaya und Bordeaux, der mich so tief eindruckte, dass ich mehr vom Segeln wissen wollte. Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhundert war Segeln für einen Jungen wie mich, der auf dem Hohen Westerwald aufwuchs, ein völlig unbekannter Sport, eine neue Welt. Bei uns auf dem Dorf spielte man Fußball, die Jungs, die dort nichts reissen konnten, versuchten sich im Handball, der Sportverein in der nächsten Kleinstadt bot darüber auch noch etwas Leichtathletik an.

In diesem Sommer richtete mein Vater die Nase des NSU TYP 110 gen Westen nach Frankreich. Mein jüngerer Bruder hatte 2 Schuljahre Französich auf dem Gymnasium genossen und Vater fand es an der Zeit, die bislang gewonnene Sprachkenntnis einem Praxistest zu unterziehen. Also auf in die Sommerferien: Mutter auf dem Beifahrersitz, Vater hinter dem Lenker und 3 Kinder auf der Rückbank, der Kofferraum unter der Fronthaube vollgepackt mit Konserven, Werkzeugkiste, Ersatzteilen, u.a. Zündverteilerkappe und neuem Unterbrecher vom Boschdienst. Auf dem Dachgepäckträger das hellblaue 2-Kabinen-Familienzelt von Raclet, Luftmatrazen, Schlafsäcke und Decke, 11-kg Propan Gasflasche, 2-Flammen-Kocher, Klapptisch zum Essen und einem kleinen Klapptisch als Stell- und Verstaumöglichkeit für Kochtöpfe, Teller aus Kunststoff, Besteck und was man so braucht für 4 Wochen Campingurlaub mit einer 5-köpfigen Familie. Ach ja, wer es nicht mehr kennt, dem sei gesagt, dass man seinerzeit bei der heimischen Bank D-Mark in französische Franc eintauschte, Scheine, die mir im Vergleich zu den deutschen Banknoten riesengroß und bunt vorkamen. Vor dem Grenzübertritt hielt man in der Hand den Reisepass bereit für den Fall, dass die Zöllner ein Auto vor dem Schlagbaum zur Kontrolle rauswinkten.

Jedenfall schwamm ich an einem heißen Tag im Juli in dem wirklich riesigen Binnensee und hörte ein leise Zischen, dass schnell immer näher kam. Ich drehte meinn Kopf und sah ein Segelboot, dass in etwas 15, 20 m Entfernung mit einem Rumpf in der Luft! an mir vorbei jagen. Diese Eleganz, diese Geschwindigkeit, dieses kontrollierte Fliegen über dem Wasser, dass war der Moment, in dem ich als absolutes Landei vom Segelvirus infiziert wurde. Es hat noch fast 2 Jahrzehnte gedauert, bis ich in Berlin mit dem Segeln anfing und ich freue mich noch immer über jeden Tag, den ich an Bord eines Segelbootes auf dem Wasser verbringen kann.

Aber jetzt zu der Weltmeisterschaft 2019 dieser von 1976 bis 2008 olympischen Klasse, die z.Z. in Neuseeland ausgetragen wird. Leider sind die Startfelder nach dem Ende seiner olympischen Karriere nicht mehr groß wie früher und das in diesem Jahr die WM am anderen Ende der Welt stattfindet, trägt bestimmt nicht zu einer hohen Meldezahl bei. Aber die kraftvollen Katamarane sind immer noch Boote, die von ihren Crew viel Können, Einsatz und Erfahrung verlangen, wenn man am Ende auf dem Treppchen stehen will. Hier der Zwischenstand nach dem dritten Regattatag, Bericht und Bilder findet ihr auf der Website der Tornado Welt KV.

Dez 302018
 
Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018: Line Honours winner WILD OATS XI, Owner: The Oatley Family, Design: Reichel Pugh 30m - Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018: Line Honours winner
WILD OATS XI, Owner: The Oatley Family, Design: Reichel Pugh 30m – Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

Wild Oats XI hat nach abgewiesenem Protest die Linie Honours des Rolex Sydney Hobart Race 2018 behalten. Der von der Wettfahrtleitung eingelegte Protest gegen WOXI wegen eines Verstoßes gegen die in der Segelanweisung geforderte ständige Aktiviät eines AIS Gerätes an Bord der teilnehmenden Yacht wurde von der Internationalen Jury aus formalen Gründen zurückgewiesen. Es ist müßig zu spekulieren, wie die Verhandlung ausgegangen wäre, wenn der Eigener der Black Jack oder sein Skipper den Protest erhoben hätte, aber nur meckern ist eben nicht einen Protest erklären.

Wild Oats XI - Gewinner der Linie Honours des Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 - Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

Wild Oats XI – Gewinner der Linie Honours des Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 – Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

WOXI hat also in diesem Jahr nicht wieder im Protestraum die Linie Honours verloren, die Skipper Mark Richards sich mit seiner hochkarätige besetzten Afterguard und Navigator Juan Vila dank einer ausgezeichneten Leistung gegen die starke Konkurrenz der Super-Maxi Black Jack, Comanche und Infotrack erkämpft hat. Aber die zweite Protestverhandlung in Folge gegen die schnellste Yacht auf dem Sydney-Hobart Kurs ist ein mehr als bitterer Beigeschmack bei ihrem Erfolg in einer der renomiertesten Regatten der Welt. Ich weiß nicht, ob die Familie Oatley als Eigner der Wild Oats XI sich und ihrem Unternehmen auf Dauer einen Gefallen damit tut, wenn ihre Yacht mehr mit Protestverhandlungn und unsportlichem Verhalten als mit deren unglaublichen Leistungsvermögen und fair ersegelten Erfolgen in Verbindung gebracht wird. An ihrer Stelle als Besitzer und Sponsor würde ich darüber nachdenken, ob es nicht an der Zeit ist, das WOXI Programm in Hände einer anderen Person zu legen.

Owner: The Oatley Family, Design: Reichel/Pugh 66 und ALIVE, Bow: 66, Owner: Duncan Hine, Design: Reichel Pugh 66 - Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 – WILD OATS X, Owner: The Oatley Family, Design: Reichel/Pugh 66 und ALIVE, Bow: 66, Owner: Phillip Tuner, Design: Reichel Pugh 66 – Photo © Rolex/Carlo Borlenghi

Das die Familie Oatley sich ihrer Möglichkeiten bewußt ist, zeigt ihre Unterstützung für das erste nur aus professionellen Seglerinnen bestehende Frauenteam beim Rolex Sydney Hobart Race, das unter Skipperin Stacy Jackson mit der Wild Oats X auf den 6. Platz bei den Linie Honours und Platz 2 in der Gruppe IRC 0 segelte. Nur wenige Minuten fehlten der Frauencrew auf die Alive von Eigner Phillip Turner aus Tasmanien als Sieger über Alles und somit Gewinner des Tattersall Cup.

Dez 262018
 
Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 - Start der Big Boat Gruppe - Photo © Rolex / Channel 7

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 – Start der Big Boat Gruppe – Photo © Rolex / Channel 7

Der Start zum Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2018 liegt jetzt gut 9 Stunden zurück und wer den Livestream heute Nacht verpaßt hat, kann sich über die Aufzeichnung von Channel 7 freuen, die auf YouTube abrufbar ist. Wild Oats XI legte bei guten Windverhältnissen den besten Start der 5 Super-Maxis hin und führte das Feld an, während es durch die Einfahrt zum Hafen von Sydney hinaus auf den offenen Ozean ging. Aber im Bereich der Übergangszone zwischen Land- und Seewind pendelte der Wind massiv in Windrichtung und Stärke und zwang die Steuerleuten zu wilden Wenden bei der Annäherung an die erste Bahnmarke. Black Jack hat hier das Glück auf seiner Seite, zog auf der rechten Bahnseite davon und erreichte wie bereits im letzten Jahr als erstes Boot die Wendemarke in der Hafenausfahrt. Sobald die Yachten nach der Tonne auf Kurs Süd abfielen, gingen die Gennaker hoch und Comanche zeigte, dass sie bei diesen Bedingung das Boot ist, dass alle anderen 100 Fuß Yachten niedermacht. Vor einer Stunde noch führt Comanche das Feld mit deutlichen Vorsprung an aber der Tracker zeigt nun WOXI in der Führung, deutlich dichter an der Rhumbline positioniert als der wilde Krieger offshore und dazu auch noch schneller, es bleibt spannend in dem Duell zwischen der schlanken Nadel und dem Breitarsch. Nicht mehr mit dem Rennen zu tun hat Sun Hun Kai Scallywag, die nach dem Bruch des Gennakerbaum bereits aus dem Rennen ausgeschieden ist.