Jan 262019
 
J 99 - Weltpremiere auf der boot Düsseldorf 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

J 99 – Weltpremiere auf der boot Düsseldorf 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

Die boot Düsseldorf 2019 nähert sich ihrem Schluß, zweites Messewochenende und wer noch keine Lust oder Zeit für einen Besuch in den Hallen am Rhein hatte: Morgen am Sonntag werden die Eingangstore zum letzten Mal für die Wassersportinteressierten geöffnet, also hin! In diesem Jahr war es bei mir leider etwas knapp mit der Zeit, aber das Meessegelände war am Montag gut gefüllt mit Besuchern, die sich durch die dichtgepackten Ausstellungshallen schoben. Wie es bei Tauch-, Surf- und Kanusport aussah, kann ich nicht sagen, aber sowohl in den Yacht- & Bootszubehörhallen, Charter- und Touristikbereichen und Motor- und Segelbootflächen war gut was los. Auffällig war aber, dass zahlreiche Klassenvereinigungen in diesem Jahr nicht mit eigenen Ständen vertreten waren, man hörte deutliche Kritik an der Messegesellschaft hinsichtlich der Preise für die Ausstellungsflächen, was z.B. auch ein Grund dafür war, dass die OPTI KV nicht als die stärkste Jugendklasse des DSV vor Ort vertreten ist.

Vor Ort ist aber J-Boats mit der neuen J99, die insbesonders Eigner interessieren wird, die Doublehanded oder mit kleiner Crew sportlich segeln möchten und z.B. möglicherweise ein Fastnet Race angehen wollen. Vielleicht ein weiterer Kandidat in dem Rennen um das 2-handed-mix-gender-offshore olympic class design? Ein Wettbewerb, der von vielen Messebesucher begrüßt wird, die aber auch darauf hinwiesen, dass es in der Vergangenheit stets Probleme von Kielbooten bei Olympia gab, die wegen der hohen Kosten für Anschaffung, Unterhalt und Transport zum Aus der 6mR, 5.5mR, Drachen, Soling und STAR Boot führten.

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

Alles richtig, aber da ich der Meinung bin, dass es einer Segelyacht nichts schadet, wenn sie neben schnell auch schön ist, blieben meinen Augen natürlich an der b27 hängen. Die Linien des eleganten Daysailors zeigen klar die Verwandschaft mit der B30, mit der für mich das Marktsegment der Luxus Daysailer geprägt wurde. “Eine kleine Wally!” geht einem auch bei der b27 durch den Kopf, zurecht, den die Yacht stammt aus der Feder von Lorenzo Argento, der seinerzeit mit Luca Brenta diesen Style in die Offshore und Bigboat Szene gebracht hat.

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

Für den Besucher der boot ist es verwirrend, wenn er in der gleichen Halle auf B-Yachts aus Italien stößt, welche die bekannte B-30 zeigt und als Werft die Linie der in 2004? vorgestellten Luca Brenta Yachten fortführt, und nur wenige Schritte weiter auf dem Stand von B-Yachts aus Österreich die neuen b27 entdeckt. Ja, es gab einen Split zwischen Brenta und Argento, der Österreicher Michael Gilhöfer vom Attersee hatte damals das Designbüro Luca Brenta für sein Daysailer Projekt gewinnen können und die daraus entstandenen Yachten vertrieben.
Jetzt tritt er mit der b27 aus dem Computer von Lorzeno Argento Design auf bekannten Terrain an, die b27 greift die Entwicklung in Design und Technik der letzten 15 Jahre auf und setzt zum Beispiel als Standardmotorisierung auf eine vollelektrische Lösung aus dem Hause Aquamot. Schön, schnell und steif sind die neuen Designs, der b27 wird eine b33 folgen, und weiterhin sind die Yachten in ihrem Layout so sauber, dass sich weder Skipper, Ehefrau oder Gäste an Bord beim Barfuß-Segeln irgendwo die Zehen ramponieren werden.

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

 

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

b27 - boot 2019 - Photo © SailingAnarchy.de

b27 – boot 2019 – Photo © SailingAnarchy.de

Das man diese schwimmdenden Schönheiten nicht für einen schmalen Euro bekommen kann, ist klar; die Ausstattungliste enthält u.a. ein Carbonrigg und weitere Optionen, mit der man den Daysailer in Richtung Performance pimpten kann, 6-stellig wird es dann in jedem Fall. Aber mittlerweile sind 3 Yachten gebaut und verkauft worden, dass diese Yacht noch weitere zufriedende Eigner finden wird, davon gehe ich fest aus.

Jan 182019
 
LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

Vor wenigen Stunden wurde die boot Düsseldorf 2019 feierlich eröffnet: Glasen schlagen durch Marineoffizier und durchscheiden von blauen Bändern inklusive.  Natürlich sind auch Anarchisten vor Ort und berichten von der weltgrößten Messe rund um den Wassersport, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Hier als Preview und fast ungeschminkt die ersten Bilder aus den Hallen noch vor dem großen Publikumsansturm. Wir beginnen mit der LAGO 26 aus Österreich, die in Ende November von sich reden machte, als sie den Jollenkreuzer auf die DSS Foils stellten und über den Balaton flogen. Das Boot ist nun in Düsseldorf gelandet und steht für die Neugierigen in Halle 15, Stand D60, bereit.

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 - boot Düsseldorf 2019 - Preview - Photo © Anarchist Sascha

LAGO 26 – boot Düsseldorf 2019 – Preview – Photo © Anarchist Sascha

 

Nov 222017
 
Boot & Fun 2015 - Kieken und kofen - Messebesucher am Samstag - Photo © SailingAnarchy.de 201

Boot & Fun Berlin – Kieken und kofen – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Draußen ist es der Jahreszeit entsprechend grau und trüb, die meisten Boote stehen an Land unter ihrem Plan und warten wie ihre Eigener und Crew auf das kommende Frühjahr. Was tun gegen den November-Blues? Ganz einfach: Bootsmessen besuchen, Freunde treffen und sich für die neue Segelsaison vorbereiten! Heute Abend öffnet die Messe Boot & Fun in Berlin ihre Tor zur GALA der BOOTE, von Donnerstag bis einschließlich Sonntag präsentieren dann die Hersteller, Aussteller und Vereine ihren Wassersport dem zahlenden Publikum.

Nov 242016
 
Auftakt zur Messe Boot & Fun 2016 - Besucherstrom - Photo © SailingAnarchy.de

Auftakt zur Messe Boot & Fun 2016 – Besucherstrom – Photo © SailingAnarchy.de

Ende November zieht es die Seglerinnen und Segler aus Berlin und Brandenburg auf das Messegelände am Funkturm: Die Saison ist zu Ende, die meisten Boote stehen an Land und die meisten Vereine fallen in eine Art Winterruhe. Vor dem eigentlich Start der Boot & Fun laden die Aussteller und der Messeveranstalter zur Gala der Boot und sehr viele Wassersportler nutzt diese Gelegenheit, um bereits am Mittwochabend einen ersten Blick auf die ausgestellten Boote und weitere Angebote aus dem Bereich Wassersport und Freizeit zu werfen.

Boot + Fun 2016 - Eingangshalle - Carbonschüssel - Photo © SailingAnarchy.de

Boot + Fun 2016 – Eingangshalle – Carbonschüssel – Photo © SailingAnarchy.de

In den letzten Jahren hat der Veranstalter der Messe das Thema Wassersport stetig aufgeweitet: neben Segeln, Motoryachting, Surfen, SUP, Tauchen oder Angeln kamen die maritimen Oldtimer hinzu, egal ob mit Segel oder Maschinenkraft. Von da war der Sprung zu den automobilen Oldies nicht weit folgerichtig und leitete sanft die Öffnung der Berliner Bootsausstellung auch für aktuelle PKWs ein. Und so findet man heute in dem großen Foyer der Eingangshalle Süd prominent plaziert das jüngste Modell von BWM, selbstverständlich mit eisbärenfreundlicher (Ja, von Jeremy Clarkson bei The Grand Tour geklaut) Technik und feinster Carbonverarbeitung. Schade, im letzten Jahr stand dort noch die FarEast 28 R, aber so ist das eben: Wenn man Fische fangen will, muss man den richtigen Köder auswählen.

Boot & Fun 2016 - Auto statt Boot - Photo © SailingAnarchy.de

Boot & Fun 2016 – Auto statt Boot – Photo © SailingAnarchy.de

Die Gebrauchtboote wurden in eine andere Halle umgeschoben, auf ihrem Platz stehen jetzt die Neuwagen der AUTOTAGE BERLIN, die bereits laut Messeleitung schon im letzten Jahr eine wunderbare Ergänzung zur Mobilitätangeboten zu Wasser waren. Der Weg vom Eingang bis zur Halle 25 mit den Ständen der Klassenvereinigungen, Segelvereinen und Segelboote ist lang und führt in IKEA-artigen Schleifen an Motoryachten, Sportbooten, Motoren, Wassersportbekleidung, Versicherungen und Handtaschen vorbei zu Ziel. Und dort findet man dann auch einige Neuheiten, wie zum Beispiel den iFly Cat, der als kostengünstiger und von normalen Seglersportler zu beherrschender Foiler angeboten wird.

Boot & Fun 2016 - Foilen mit dem Carbon Cat - Photo © SailingAnarchy.de

Boot & Fun 2016 – Foilen mit dem Carbon Cat – Photo © SailingAnarchy.de

Dez 042015
 
Boot & Fun 2015: Eingang Messe Süd - Photo © SailingAnarchy.de 2015

Boot & Fun 2015: Eingang Messe Süd – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Die Berliner Boot & Fun hat mit der hanseboot einen Wettbewerber um die zahlenden Austeller und Besucher am Hals, der seine Hallentore für die Wassersportbranche knapp einen Monat früher öffnet und zu allem Überdruß auch noch fast um die Ecke sitzt. Zwar kann die Hauptstadtmesse darauf setzen, dass Ende November das Wetter schon so mies ist, dass Bootegucken in geheizten Hallen für die meisten Wasserfreunde eine nette Abwechslung zu Frost und Schneeregen ist. Aber schlechtes Wetter und die dem Berliner angeborene Neugier sind auf Dauer nicht genug, um die Massen auf das Messegelände am Funkturm zu locken.

Zusatzangebote - zusätzlicher Nutzen - Photo © SailingAnarchy.de 2015

Boot & Fun 2015 – Zusatzangebote – zusätzlicher Nutzen – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Wie alle Messemacher versuchen auch die Berliner jedes Jahr aufs Neue, ihre Braut aufzuhübschen und deren Attraktivität für Verkäufer und Kaufwillige zu steigern. Mitunter entsteht bei dem Besucher der Eindruck, dass der Veranstalter den Begriff Wasser arg weit auslegt, um seine Hallenflächen an den Mann zu bringen. Kratzte man sich in den letzten Jahren vor Ständen mit Massagesesseln, Dekostoffen oder Wein aus Brasilien nachdenklich am Kopf, wurde diesmal Nägel mit Köpfen gemacht und die Hochprozenter zur Messe eingeladen. Offensichtlich glaubt die Messeleitung, dass Segler, Surfer, Angler, Taucher und MoBo-Fahrer einem kräftigen Schluck nicht abgeneigt sind,  weshalb dann nicht gleich die guten Flaschen zu den Trinkern bringen und man hat eine klassische Win-Win Situation geschaffen.

Boot & Fun 2015: Schnaps, kein Honig - Photo © SailingAnarchy.de 2015

Boot & Fun 2015: Flüssiges Gold – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Neben den Klassikern  aus der Segel- und Motorbootszene ist unter dem Dach der Messe auch Platz für Old- und Youngtimer mit 2 oder 4 Rädern. Mit dem seinerzeit in Berlin gebaute Amphicar, dass über 2 Schrauben verfügt und schwimmen kann, ist das Missing Link zwischen 2 vollen Hallen gefunden.

Boot & Fun 2015 - Oldtimer Auto Amphicar - Photo © SailingAnarchy.de 2015

Boot & Fun 2015 – Oldtimer Auto Amphicar – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Offenkundig liegt die Messeleitung mit ihrem weit geöffneten Armen nicht falsch, denn am Samstag waren die Hallen rappelvoll. Dicht an dicht schoben sich die Besucher sich über eine bei IKEA abgeschauten Wegführung an den Ständen vorbei, grabschten hier nach Tauwerksrestposten, schauten dort nach Bekleidung und nahmen da GPS Plotter, Autopiloten und anderen Technikkram in Augenschein. Die von mir angesprochenen Aussteller war mit der Messe und ihrem Publikum durchweg zufrieden, lobten einhellig das Fachpublikum während der Gala-Nacht der Boote, akzeptierten den Donnerstag als Schulausflugstag, hatten sich vom Freitag mehr versprochen und waren vom Samstag positiv überrascht.

Boot & Fun 2015 - Kieken und kofen - Messebesucher am Samstag - Photo © SailingAnarchy.de 201

Boot & Fun 2015 – Kieken und kofen – Messebesucher am Samstag – Photo © SailingAnarchy.de 2015

Besonders überrascht war ein Händler darüber, dass er ordentlich Bootselektronik an 4 Kunden aus Hamburg verkauft hat. Diese Kunden loben die Berliner Messe für ihr vielfältiges Angebot; Hamburg biete zwar die großen seegängigen Yachten für Auge, doch wenn man bereits ein Schiff hat, finde man dafür in Berlin deutlich mehr Auswahl an Zubehör. Zumal die Boot & Fun superschnell zu erreichen ist und man sich das Parkplatzchaos in Hamburg erspart: 90 Minuten per ICE von HH-Hauptbahnhof nach Berlin-Spandau und 5 S-Bahnstationen später steigt man direkt am Eingang der Messe aus, besser geht nicht. Mal sehen, ob die Messeleitung ihren Kunden zuhört und was sie im nächsten Jahr Neues bringt. Aber bevor die Messeleitung sich jetzt ganz auf Kleinkram und Nischenprodukte wirft: Ich kann bezeugen, dass auf der Messe auch Neuboote verkauft werden! Ein Bekannter hat am Samstag den Schritt von der Kieljolle hin zum Kielboot gemacht und den Kaufvertrag für eine Elan E1 unterschrieben. Es geht also wieder was im Neubootgeschäft und die Bootsmessen sind auch weiterhin die besten Orte für Seglerinnen und Segler, um sich über Neuigkeiten und Trends im Wassersport zu informieren. Also ab nach Düsseldorf im Januar 🙂