Sep 192013
 

… aber dafür ein spannender elfter Wertunglauf und ein ebenso spannender Start des zwölften, dann abgebrochenen Rennens zum 34sten America's Cup in San Francisco.

Auch eine alte Bekannte aus Valencia kann man hier besuchen…

Einige Impressionen:

AC34_11_01_P1100501Start Rennen 11 (Foto © Andy)

AC34_11_02_P1100503ETNZ führt um die erste Tonne (Foto © Andy)

AC34_11_03_P1100505Zuschauerfreundliche Flugshow: Mit dem Golden Gate Yacht Club im Rücken ist der gesamte Kurs zu überblicken. (Foto © Andy)

AC34_11_04_P1100525Kein Entkommen: ETNZ vor Alcatraz (Foto © Andy)

AC34_11_05_P1100547Ein beliebtes Fotomotiv: OTUSA vor der Golden Gate Bridge (Foto © Andy)

Start zum zweiten Rennen des heutigen Tages: OTUSA spielt wieder Schaukelpferd. (Video © Andy)

AC34_DoGZilla_P1100601Wiedersehen hinter Gittern: DogZilla im neuen Kleid vor der OTUSA-Base.  (Foto © Andy)

Sep 182013
 

Leider wurden die Fans heute vom 34. America's Cup – wohl das erste Mal so richtig – enttäuscht. Heftige 25 Knoten Wind und Ebbe machten ein Rennen unmöglich.

Dafür gab es wie jeden Rennmorgen die Dock-out Show mit Teampräsentation. Gute Stimmung ist da immer garantiert.

Ein paar Kostproben für die Daheimgebleibenen: 

Der Herausforderer ETNZ: Noch hofften alle auf wenigstens ein Rennen (Video © Andy)

Der Verteidiger OTUSA: Mehr Wind, bessere Voraussetzungen? (Video © Andy)

Sep 162013
 

Von außen sehen sie aus wie ein paar Zelte zur Lagerung von Überflüssigem. In einem kargen Industriegebiet. Mit einer merkwürdigen, bootsähnlichen Struktur nebendran.

Doch ab und zu und so gegen 8:30 Uhr morgens, öffnen sich die Zelte und heraus kommen der Wing und das Boot mit denen Emirates Team New Zealand den 34. America’s Cup gewinnen möchten. Die Prozedur, das Flügelrigg auf das Boot zu bringen dauert fast eine Stunde, bei permanenter Überwachung der Windrichtung und -stärke. Eine Fehleinschätzung und das Teil, so groß wie ein Boeing-747-Flügel, gerät außer Kontrolle.

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Die Base erwacht: Flügelstrecken bei ETNZ. (Foto © Andy)

Und ab und zu dürfen auch Gäste mal "spionieren", wie es hinter den Kulissen der Teamarbeit aussieht. So wurde also eine kleine Anarchistenschar durch die heiligen Zelte geführt und kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Die Tour begann im Kombizelt: Da wegen des Flügels bei diesem AC nun keine Großsegel mehr bearbeitet werden müssen, nimmt die Segelmacherei wesentlich weniger Platz ein, als noch in Valencia 2007. Den Rest der Zeltfläche belegt der Fitnessraum.

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Segelmacherei und Folterkammer unter einem Zeltdach: Dank Flügel genug Platz für beides. (Foto © Andy)

Die Antriebseinheit in zweifacher Ausfertigung hat ein eigenes Zelt. Die schiere Größe ist unfassbar. Da muss niemand mehr darauf hinweisen, dass wir nur ein Staubkorn im Universum sind, es reicht, neben einem AC72-Wing zu stehen, um das zu begreifen.

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Echt gigantisch: Die zwei Flügel einer Boeing 747 sind nicht kleiner. (Foto © Andy)

In einem weiteren Zelt wird ruhig und besonnen, aber fleißig an „Aotearoa“ gearbeitet, dem Boot, das den Verteidiger Oracle Team USA niederringen soll – Fotografieren verboten!

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Leider nur von außen und im Gegenlicht zu fotografieren: „Aotearoa“ auf dem Trockenen. (Foto © Andy)

Dafür darf, zumindest beschränkt,  hinter den Zelten fotografiert werden. Dort steht Boot 1 der Kiwis, vielmehr die nackte Version des Testträgers aus Auckland. 72 Stunden würde es dauern, es im Falle eines Ausfalls des aktuellen Wettbewerbsbootes mit Teilen der „Aotearoa“ rennfertig auszustatten.

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In 72 Stunden könnte sie rennen: Boot 1 auf ihrem Parkplatz. (Foto © Andy)

Um möglichst autark arbeiten zu können sind in diversen Containern Manufakturen für Elektronik, eine Fräsmaschine, eine Schweißmaschine und – besonders beeindruckend – ein 3D-Drucker untergebracht. Zum Beispiel sind sämtliche Display-Gehäuse damit gedruckt worden. Natürlich dürfen auch Umkleideräume, Duschen und Toiletten nicht fehlen.

Ach ja, die bootsähnliche Struktur ist das „Waka Māori“, ein transportables, voll recyclebares Gebäude, das während des Rugby World Cups 2011 in Auckland zur Demonstration der Māori-Kultur gebaut wurde. Innen wesentlich schöner als es von außen vermuten lässt, dient es nun ETNZ für Sponsorevents. Auf dass sich viele Sponsoren hier genauso wohlfühlen wie wir an jenem Nachmittag!

Sep 082013
 

Echte Rennen, mit fast gleichwertigen Booten, aber doch einem klaren Gewinner: Der Herausforderer um den 33. America’s Cup, Emirates Team New Zealand (ETNZ), siegt über den Verteidiger Oracle Team USA (OTUSA). Die größten Gewinner sind aber die Zuschauer.

Nach all dem Hin- und Her, den Juryentscheidungen, „Rudder-“ und „Podgate“, nun endlich echte America’s Cup Rennen im Schatten der Golden Gate Bridge. Mit tausenden interessierten, enthusiastischen, und aufgeregten Zuschauern. Im AC Park, dort wo die Merchandising-Shops und großen Leinwände stehen, wimmelte es nur so von Kiwi-Fans, die Unterstützer von Oracle Team USA waren klar in der Minderheit, obwohl, man merke auf, wir uns hier in San Francisco und nicht in Auckland befinden.

Darf nie fehlen wo Neuseeländer zugegen sind: Der Maori-Tanz Haka (Foto © Andy)
Darf nie fehlen wo Neuseeländer zugegen sind: Der Maori-Tanz Haka (Foto © Andy)

Mit der Dock-Out-Show ging das Spektakel los. Bevor die Teams vorgestellt wurden, zeigte Oracle-Kunstflieger Sean Tucker in seinem kleinen Doppeldecker halsbrecherische Manöver über der Bay, so dass es etwas dauerte, bis sich die Zuschauer von der Genickstarre wieder erholt hatten. Von da an wurde nur noch gejubelt und angefeuert. Bei der Verabschiedung der Teams ins Rennen, beim Rennstart, bei jedem Zentimeter, den die Kiwis in Führung gingen, bei jeder Tonnenrundung und natürlich bei beiden Zieleinfahren. Einfach eine tolle Stimmung.

 ORTUSAs „17“ beim Zielanflug: Leider gibt es beim America’s Cup keinen Zweiten (Foto © Andy)
OTUSAs „17“ beim Zielanflug: Leider gibt es beim America’s Cup keinen Zweiten (Foto © Andy)

Die Boote sind äußerst eindrucksvoll, in der Tat. Wenn sie auf die Foils hüpfen, geht das Staunen los, denn weder Augen noch Gehirn können begreifen, dass ein derart großes Monster sich so schwerelos bewegen kann. Und dann die Beschleunigung. Eben scheinen sie geradezu im Vorstart herumzudümpeln, um dann mit unterdrückter Kraft die Startlinie anzusteuern und beim Kanonenschuss in bester Drag-Racing-Manier mit vollem Vortrieb loszustürzen. Da fällt das Atmen schwer.

Zwei Mal als erste über die Linie: ETNZs zweites Boot „Aotearoa“ enttäuscht nicht (Foto © Andy)
Zwei Mal als erste über die Linie: ETNZs zweites Boot „Aotearoa“ enttäuscht nicht (Foto © Andy)

Auch die beiden Rennen waren, anders als noch im Louis Vuitton Cup erlebt, tatsächlich spannend. Im ersten gab es sogar zwei Führungswechsel, im zweiten zeigte James Spithill, Steuermann auf OTUSA, unverblümt seine Aggressivität. Dabei hätte er ETNZ zu einer Berührung der Boote zwingen können, doch die Kiwis blieben von den Umpires unbestraft.

Guck mal, wer da zu Besuch ist: Ex-Alinghi Taktiker Brad Butterworth bei der Rennanalyse mit Nathan Outteridge (Foto © Andy)
Guck mal, wer da zu Besuch ist: Ex-Alinghi Taktiker Brad Butterworth bei der Rennanalyse mit Chris Draper vom Team Luna Rossa (Foto © Andy)

Heute siegte der besonnenere Steuermann mit der besser aufeinander eingespielten Crew und dem etwas schnelleren Boot, besonders auf der Kreuz. Genau deshalb liefen die Jungs vom anderen Ende der Welt im ersten Rennen 36 und im zweiten 52 Sekunden vor dem Verteidiger über die Ziellinie. Zu glauben, ETNZ könne den Cup schon einpacken, wäre aber verfrüht, denn ORTUSA wird sich so leicht nicht geschlagen geben und weiterentwickeln, um das Defizit des Bootes auszugleichen. Wir bleiben gespannt.