Mai 212014
 

Esimit Europa 2 kurz vor dem Zieleinlauf des RCSW 2014 - Photo © Esimit Europa - Francesco FerriNoch bis zum 24. Mai läuft die Rolex Capri Race Week, die sich zu einem der Hotspot für Maxi Racer und die TP52 Super Series entwickelt hat. Gestern endete das Volcano Race, ein Offshorerennen von Capri zur Vulkaninsel Stromboli als Wendemarke, mit dem Sieg der größten Yacht im Teilnehmerfeld. Die Esimit Europa 2 unter Skipper Jochen Schümann und Taktiker Boris Herrmann holte sich in ihrem 29. Regattastart die 29. Line Honours. Hier die Pressemitteilung des Teams Esimit Europa 2 zu dem Erfolg ihrer Rennyacht:

Capri.  Die Hochseesegelyacht „Esimit Europa 2“ mit Steuermann Jochen Schümann aus Penzberg und dem Hamburger Navigator Boris Herrmann hat auch das Volcano Race der Rolex Capri Sailing Week als Erste im Ziel gewonnen. Das paneuropäische Team blieb damit im 29. Regattastart in Folge ungeschlagen. Für die Langstrecke über 230 Seemeilen von Capri rund um den aktiven Vulkan Stromboli zurück zur italienischen Mittelmeerinsel benötigte die Crew mit der 30-Meter-Maxiyacht bei leichten Winden mit einigen Flauten einen Tag, drei Stunden, 16 Minuten und 44 Sekunden.

„Der Rennverlauf war schon etwas enttäuschend“, meinte Schümann direkt nach dem Zieleinlauf, „es gab die erwarteten, trickreichen Leichtwindbedingungen. Vor allem bei der Rundung des Vulkans sind wir plötzlich in der Flaute liegen geblieben. Das hat uns viel Zeit gekostet.“ Nach einem perfekten Start am Montagmorgen (19. Juli) um 10 Uhr hatte die „Esimit Europa 2“ das Teilnehmerfeld hoch am südöstlichen Wind sofort angeführt und bereits zwölf Stunden später Stromboli erreicht. Dort war der Windstau auf der windzugewandten Südseite jedoch größer als vom Team erwartet und bremste den Super-Maxi von einem auf den anderen Moment ein.

Die moderne Technik des Trackingsystems, mit dem Bootsgeschwindigkeit und Standort über Satellit übertragen werden, machte das Missgeschick im Internet klar sichtbar. Schümann: „So wussten auch die nachfolgenden Crews gleich, dass sie besser einen größeren Bogen um den Vulkan fahren.“ – Was diese auch nutzten und nach berechneter Zeit viel Boden gutmachten.

Mit der natürlichen Wendemarke begann der schwierige Teil des Rennens jedoch erst. In der Nacht flaute die Brise überall ab und schlief teilweise ganz ein. „Wir sind mehrfach stehengeblieben, sogar länger als eine halbe Stunde“, berichtete der Skipper von nervenaufreibenden Stunden. Als sie dann mit dem „alten“ Südwind unter Spinnaker mit 14 Knoten Bootsspeed aufs Ziel zu rauschten, schien zumindest das letzte Stück wieder glatt zu gehen. „Aber wir kamen genau im Übergang zur neuen Seebrise an, die nochmal für einen Flaute vor der Linie sorgte“, so Jochen Schümann.

Für den dreimaligen Olympiasieger und zweifachen America’s Cup-Gewinner, der am Freitagabend für sein Lebenswerk die Goldene Sportpyramide als höchste Auszeichnung des deutschen Sports bekommen hatte, war der Saisonauftakt dennoch gelungen. „Mit unserem neuen Mast nach dem Bruch Ende der vergangenen Saison sind wir sehr zufrieden und fühlen uns für die verbleibenden Rennen gut gerüstet.“

Auch Eigner Igor Simčič wertete seine Premiere beim Volcano Race positiv: „Wir haben uns durch die wiederholten Flautenlöcher nicht auf der Bahn werfen lassen und am Ende unser Minimalziel erreicht. Boot und Mannschaft haben überzeugt.“ Die Rolex Capri Sailing Week wird für die Maxi-Klasse am Donnerstag (22. Mai) mit Kurzwettfahrten fortgesetzt und dauert bis Sonnabend (24. Mai). Die kleineren Yachten des Vulkan-Rennens wurden erst im Laufe des Dienstagnachmittags und -abends im Ziel vor Capri zurückerwartet.