"Britannia rules the waves" IRC is ja ach so toll!

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Islelander
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"Britannia rules the waves" IRC is ja ach so toll!

Beitragvon Islelander » 23.09.2008, 10:47

Allerdings wird die Sache bei näherer Analyse verständlich, da die neuen schnellen IRC Schiffe in der ORC Wertung immer noch einen schweren Stand haben.


Bei noch viel näherer Analyse zeigt sich, dass IRC-optimierte Schiffe nach IRC noch schneller Segeln müssen, als nach ORC (club).
Inschallah gesegelte Zeit: 05:12:01
berechnete Zeit IRC 06:00:41
berechnete Zeit ORC 05:41:11

Mh, das IRC optimierte Boot darf nach ORC langsamer (sic) sein, als nach IRC selbst. Ja, ORC ist echt ne scheiß Formel! :lol:

Oder verstehe ich irgendetwas nicht? :shock:

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sail_it
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Beitragvon sail_it » 23.09.2008, 15:16

Viel alberner find ich eine derartige Überschrift aus nem ORC-Club Sieg zu generieren :twisted:
Woanders starten unter ORC-Club die Familien-Crews und Leute denen ein "richtiger" Messbrief zu teuer ist...

Es haben ja sogar schon reine IRC-Schiffe Wettfahrten nach ORCi gewonnen (Nordseewoche). Und nur weil diesmal mit Unique eine gut gesegelte IMS-Kiste nach ORCi gewonnen hat, wird diese nichtmal erwähnt? 26 ORCi Schiffe im Ziel (zu 22 in ORC-Club) sprechen wohl für sich.
Und wer war denn in ORC-Club unterwegs? Schnelle Schiffe ohne Frage, aber die "großen Jungs" haben wohl eher in ORCi gespielt.

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Beitragvon admin » 23.09.2008, 19:08

sail_it hat geschrieben:Viel alberner find ich eine derartige Überschrift aus nem ORC-Club Sieg zu generieren :twisted:
Woanders starten unter ORC-Club die Familien-Crews und Leute denen ein "richtiger" Messbrief zu teuer ist...


Herrlich, endlich was Leben im Forum ;-)
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Beitragvon sail_it » 23.09.2008, 20:39

admin hat geschrieben:Herrlich, endlich was Leben im Forum ;-)

Naja, wohl eher die Gefahr sich völlig zum Löffel zu machen.... :D

Und das Nonplusultra kann IRC ja auch nicht sein. Oder solls in Zukunft zur Normalität werden dass auf 46'-Schiffe 14 (oder noch mehr?) Leute auf der Kante rumsitzen, nur weils kein Limit fürs Crewgewicht gibt :twisted:
Oder es wird wenigstens ne Frauenquote für die Kante eingeführt :P

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pussy galore
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Beitragvon pussy galore » 23.09.2008, 21:02

zeig mir mal eine 46" kutter bei dem das der fall ist... ich kenne keinen mit 14 leuten auf der kante...


Ausserdem was regst du dich auf? Bei den Liberas (12,70 Meter) waren es auch immer 12-13 Personen, die sich an Bord betummelt haben...

Und nur weil bei Calypo keiner mit segeln will, sind die auch so wenige, das kannste also auch nicht als Maßstab nehmen...

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Beitragvon poseidon » 23.09.2008, 21:13

kann mir mal bitte jemand die vielen eigner nennen welche international keine chance haben weil sie hier nach orci segeln müssen ???
das ist so lächerlich
ich finde einfach man sollte einfach noch 2 systeme dazunehmen dann wäre jede in irgendeiner formel gut alle würden was gewinnen und wären glücklich :-)

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sail_it
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Beitragvon sail_it » 23.09.2008, 21:25

Wenn du seegängige Kielboote mit Liberas vergleichst, dann hast du ja gleich wieder den Bogen zu IMS geschafft :D Wars da nicht genau der Kritikpunkt, dass IMS-Kisten mit Holzkiel nicht seetüchtig sind?

Wo bitte ist dann der Unterschied, wenn 46' IRC-Kisten nur mit 10 :wink: Mann auf der Kante gewinnen können? Oder willst du mir erzählen, dass bei euch tatsächlich jeder ne Leine im Manöver bedient? Ich hab ja nix dagegen dass viele Leute mitsegeln, nur müsste das auch mal irgendwo im Rennwert auftauchen.

"Lächerlich" triffts also wohl am Besten :cry:

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Beitragvon twentyplus » 24.09.2008, 11:01

Moin,

ich fänds toll, wenn wir das Thema mal sachlich diskutieren könnten, denn spannend ist die Frage schon, wie das mit der Raterei weitergeht. Erstmal ist es schon lustig, dennoch sehr beglückwünschenswürdig - hiermit ehrerbietigst entrichtet!!! - dass Inshallah vordergründig die Verhältnisse auf den Kopf gestellt hat, die V.A. als GEROO-Initiator mit gutem Recht und toller Energie anprangert und versucht zu ändern. Aber halt: sind denn die IRC-Sieger auch nach ORC bzw. ORCi gesegelt?

Zum Thema Formeldiskussion: Was mich an allen Formeln nervt, ist, dass es ...-optimierte Schiffe geben kann. Schön wäre es doch mal, wenn man einfach mit dem segelt, was man hat und dafür einen fairen Wert bekommt. Ich will nicht zig-Tausende in einen hässlichen Bugdödel investieren, meinen Kiel umbauen, einen Kühlschrank und ne goldene Badewanne einbauen und die Ruderachse aus Balsaholz machen, einen schwachsinnig kleinen Spi fahren etc, bloß damit ich in der Formel nach vorne rutsche. Wenn IRC jetzt auch wieder nach "Optimierungen" verlangt, kommt man vom Regen in die Traufe. Wenn Optimierung da heißt, dass es erlaubt ist und nicht überproportional bestraft wird, sein Schiff einfach mal schneller zu machen, z.B. durch große Tücher oder so, dann ist das was anderes. Aber wer da keine Knete reinwirft für solche Maßnahmen, sollte auch gewinnen können.

Was anderes ist: wenn schon der ganze Mist vonnöten ist, dann bitte international überall das gleiche, weil ich mir leider keinen extra-Kahn kaufen will und kann, wenn ich mal nach Dänemark, England oder sonstwo zum Regattieren hinwill. Und selbst das Vermessen und Vermessen-Bleiben ist - zumindest bei ORCI- unverschämt teuer (ok, ist auch jedes Jahr die schicke Hochglanzbroschüre und Werbung im Umschlag...).

Blöd an dem ganzen Gewürge ist, dass in allen Verbänden wirtschaftliche Interessen von erheblicher Bedeutung sind. Kann doch nicht wahr sein, dass in D. das gleiche Büro, dass die ganzen schwimmenden ORCi-/IMS-Wunder gezeichnet hat, auch bis vor kurzem den Oberformelmann bzw. Chefvermesser beim DSV stellt (nix gegen Fietje, aber...). Nicht, dass die da irgendwas falsch messen (hoffentlich), aber dass man die ausgewrungene Formel für seine Kunden schützen will, liegt doch auf der Hand. Wie das bei IRC läuft, weiß ich nicht, wills auch nicht mutmaßen.

Wenn IRC also mit dem Balsakielquatsch und sowas aufräumt, dann isses gut. Und den ORCi-Freunden kann es nur recht sein, weil die Schiffe dann fair und ohne Nachteil einsortiert würden, auch wenn sie ORCi-optimiert sind bzw. waren. Wenn aber das "Optimierungsgedöns" von vorne losgeht, bringts gar nix.

Leider habe ich nicht den blassesten Schimmer, wie sowas geht. Das können vielleicht die schlauen Fachleute. Aber das Gegeneinander, was in den letzten paar Jahren losgegangen ist, führt defintiv nirgendwohin. Gut jedenfalls, dass FL, BSCup u.a. das parallele Segeln nach mehreren Formeln erlauben, dann können wenigstens alle mitmachen und nach ihrer Facon glücklich werden.

In diesem friedricianischen Sinne viele Grüße von seinem Namensvetter.

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Beitragvon sail_it » 24.09.2008, 11:22

twentyplus hat geschrieben:Wie das bei IRC läuft, weiß ich nicht, wills auch nicht mutmaßen.

Die IRC-Formel ist wohl im Gegensatz zu ORCi ein geschlossenes Formelwerk, soll heißen sie steht dem Designer nicht zur Verfügung und es können demnach keine "Formelschinder" gebaut werden.
Andererseits sitzt z.B Mark Mills im Technical Advisory Committee des IRC-Rating-Congress :wink:
Ich könnte wetten die Namen Rogers, Reichel & Pugh etc. lassen sich da auch noch irgendwo finden :D

Aber vielleicht gibts ja hier Leute mit mehr Sachverstand, die mal über IRC aufklären können :?:

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Beitragvon ger5 » 24.09.2008, 12:09

poseidon hat geschrieben:kann mir mal bitte jemand die vielen eigner nennen welche international keine chance haben weil sie hier nach orci segeln müssen ???
das ist so lächerlich


Genau! Eigner kann ich keinen nennen, kenne mich ja nich so aus, aber Markus Wieser, der ja ab und zu bei Beluga mitfährt/fuhr ist vllt so ein bedauernswerter Mensch...ach, halt, warte mal...der gewinnt ja auch international!! :? :shock: :lol:
ergo: I call bullshit und finde es schade, dass sich SA.de vor den IRC-Karren spannen lässt!

p.s. Ich bin sicher, die meisten Regatten dieser Welt werden entweder als OneDesign oder nach Yardstick, PHRF, Portsmouth-Yardstick, DH oder LYS oder sonstwas gesegelt, also weder nach IRC noch ORC...Grund genug, nicht immer so auf die Pauke zu hauen und sich als Ratingsystem so dermassen wichtig zu nehmen.

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Beitragvon admin » 24.09.2008, 13:13

.... I call bullshit und finde es schade, dass sich SA.de vor den IRC-Karren spannen lässt!

p.s. Ich bin sicher, die meisten Regatten dieser Welt werden entweder als OneDesign oder nach Yardstick, PHRF, Portsmouth-Yardstick, DH oder LYS oder sonstwas gesegelt, also weder nach IRC noch ORC...Grund genug, nicht immer so auf die Pauke zu hauen und sich als Ratingsystem so dermassen wichtig zu nehmen.


SA.de läßt sich nicht vor den IRC oder IMS / ORCi Karren spannen. Wir berichten über die Entwicklungen und scheuen uns nicht zu sagen, wenn ein System nach unserer - durchaus subjektiven - Meinung Vorteile oder Schwächen hat.

Unsere Vorbehalte gegen ORCi und dessen preiswertem Abkömmling ORC-Club begründen sich auf unserer Erfahrung aus der Sportbootklasse, wo wir uns seit Jahren mit Verrechnungssystemen rumschlagen müssen, ohne richtig glücklich zu sein. Und das bei IMS was im Argen lag, war ja offensichtlich, ansonsten wären die spanischen Holzschuhkiele nicht wieder wieder verschwunden von der Regattabahn nachdem die Rechenmodelle beim IMS wieder mal optimiert / ergänzt / noch wissenschaftlicher genauer wurden.

IRC erlaubt offenkundigt mehr Freiheiten beim Yachtdesign, da es z.B. Kippkiele nicht so in Grund und Boden rechnet wie ORCi - Siehe: Outsider gewinnt (sprich: kann ihr Rating raussegeln) eine Etappe, aber die Danebury gewinnt den BSC2008 über alles.

Und was die Regatten betrifft, die unter IRC gesegelt werden, da fallen wir u.a. das Sydney-Hobart, Fastnet und auch das Middle Sea Race ein, an dem auch die neue CONTAINER teilnehmen will, ein. Und gegen eine Parallelwertung kann eigentlich keiner was haben, mehr Silber für alle und nicht nur Silber für einen!
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Beitragvon pussy galore » 24.09.2008, 13:32

jungs, es ist scheiss egal, wer nach welchem vermessungsregelwerk auch immer segelt, irgendein hanswurst wird immer meckern... das war bei ior so, das ist bei ims so und das wäre bei irc genau dasselbe.

am ende sieht es doch so aus: egal welche formel, der dicke geldbeutel macht es einfacher sich am saisonende zwischen jeder menge silber zu erholen. und damit beginnt dann auch sofort das meckern derer, die vermeintlich denken, dass sie sooooo viel besser sind. wad abei jeder übersieht, bis zu dem punkt wo geld und material entscheiden, muss erstmal die seglerische leistung stimmen. kein noch so tolles boot fährt irgendeinen dummkopf und blinden aufs podium. siehe alte hisbolla, die unter horst mann noch jeden blumentopf nach hause holte und jetzt mit neuer crew sich müht im hinteren mittelfeld zu bleiben...

egal wie das kind heißt und wie reich die verschiedenen eigner sind, es wird nie fürs ego reichen. ob du jetzt volker und wolfgang heißt oder ernesto und larry, über irgendwas lässt sich immer streiten und irgendeiner wird immer unzufrieden mit dem anderen sein und ihm schlichtwege manipulation oder siegeskauf unterstellen.


scheiss egal in welchem regelwerk wir alle fahren, hauptsache wir tuns. also drauf geschisschen und freuen, dass ne menge im angebot ist. und ich persönlich halte es übrigens für gewagt zu behaupten, dass die mehrzahl der regatten nach orcint gefahren wird... weltweit rockt die welt schon deutlich in irc, aber sei es drauf, ich bin 20 jahre meines lebens nach yardstick um die tonnen gegurkt und war glücklich auf dem wasser zu sein..ich persönlich finde boote, die in richtung irc gehen einfach more sexy. hatte das vergnügen in flense einfach mal doof auf der kante zu sitzen und nur mal ein paar segel hochziehen zu dürfen, ergo viel zeit aufs wasser zu schauen. und jungs mal ganz ehrlich: es ist einfach geiler ein boot mit ner monster assymetrischen blase zu sehen, als diese imxen mit den kastrierten spis. is einfach so...


stellt euch doch mal vor was los ist, wenn alle die gleichen chancen hätten? plötzlich wären wir in einer one design flotte. Und was bricht denn dann los? Genau irgendein eigner verfeuert pro rennen einen satz segel, weil er glaubt das bringt ihn nach vorne und irgendein anderer, der unbedingt den pott haben will, verfeuert sogar pro regatta ein boot. warum gibts denn bei den h-booten immer am saisonende jede menge geile kaum gebrauchte north sätze? genau weil irgendein eigner meint, das bringt ihn nach vorne... und wie gesagt, im vorliegenden fall denkt eben der eine nicht an eine neue genoa sondern gleich noch an ne neue vermessungsart der genoa. so what? uns als segler kann es doch nur recht sein, wenn der sport noch mehr diversifiziert und das angebot sich vergrößert...

wir leben in einem sport, der dicke geldbeutel anzieht. wer die kohle hat, setzt sie ein um zu gewinnen, wer sie nicht hat, der heult eben los. volker hat sich auch sicherlich mehr von seinem ims bashing erhofft und steht nun doof da... 2 rogers, ne dicke r/p, outsider und so on, da kann er seinen kahn auch plötzlich hinten anstellen...

am ende wird es dann immer so sein, dass weniger erfolgreiche segler den erfolgreichen vorwerfen, dass sie nur wegen des ratingsystems, des geldes, der wettfahrtleitung, des wetters oder des miesen sexes mit der ehefrau gewonnen haben. es ist eben immer einfach die eigene miese leistung durch externe faktoren zu erklären, als sich ernsthaft damit auseinander zu setzen, dass man vielleicht am eigenen scheitern selbst die schuld trägt!

da so ein politikum drum zu machen finde ich lächerlich und lässt bei manchem hier echt den neidverdacht aufkommen. jungs live and let die, es bringt keinen um, wenn in deutschland zeitgleich nach mehreren ratingsystemen gesegelt wird. im gegenteil, er bereichtert und belebt den wettbewerb! ich hab dieses jahr mit orc, dh und irc alles mitgemacht. und es hat egal mit was immer spass gemacht. und ich sehe keinen grund mir den durch geschnacke und halbwissen kaputt machen zu lassen!

so long

die pussy
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Beitragvon sail_it » 24.09.2008, 13:36

@admin

Die neue Container ist zuallererst mal in eine STP 65, also hauptsächlich für vergütungsloses Segeln konzipiert.
Und ob man nun unbedingt auf der Förde wie auch beim Sydney-Hobart mit dem gleichen Messbrief antreten können muss, wird sicherlich relativ wenig Eigner interessieren. Und wenn ich mir den Transport nach Sydney gönne, dann reichts vielleicht auch noch für nen zweiten Messbrief. Wichtiger wären mal wieder große Felder an der deutschen Küste, und die gibts ja nach der Umstellung von IMS zu ORCi scheinbar wieder :wink:

Die Engländer haben übrigens bei einigen Regatten Canting-Schiffe von der Teilnahme ausgeschlossen, beim Commodores Cup ist sogar Wasserbalast verboten. Freiheiten sind also immer relativ...

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Beitragvon admin » 24.09.2008, 14:20

@admin

Die neue Container ist zuallererst mal in eine STP 65, also hauptsächlich für vergütungsloses Segeln konzipiert.


Stimmt, aber STP 65 ist kein OD in dem Sinn von alle Yachten haben den gleichen Rumpf, Rigg, Beschlagsanordnung usw, sondern eine Konstruktionsklasse, die u.a. Kippkiel ausschließt. Und vergütungslos gegeneinander zu segeln fällt denen leider noch etwas schwer, wenn es nur 3 von den Biestern auf der Welt gibt. Und ich bin gespannt, wie sich die neue CONTAINER gegen ROSEBUD und MONEYPENNY schlagen wird.
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Beitragvon twentyplus » 24.09.2008, 14:23

@alle: ich glaube, fast alles ist richtig und ich komme ausm Nicken kaum mehr raus.

Aber, liebe Pussy, nicht ganz richtich ist, dass möglichst viele Varianten denn auch viel Sport generieren Quote: "uns als segler kann es doch nur recht sein, wenn der sport noch mehr diversifiziert und das angebot sich vergrößert... ". Nee nee, viele Formeln bringen zerstückelte Felder (siehe deutsche IMS/ORCi-Meisterschaft). Ist doch überall da wirklich klasse, wo möglichst große Felder beisammen sind. Ich sach dazu barrierefreies Segeln, also möglichst viele können mitmachen, ohne erst wochenlang zu messen und zu optimieren, dass alles stimmt und passt. Da wäre es schon schön, wenn es ein einheitliches Vermessungsystem gäbe, dass unaufwändig ist, jeden ohne Aufwand reinlässt und einigermaßen passt. Damit könnte man Yardstick optimieren oder ersetzen, irgendwie so soll IRC ja auch funktionieren. Und dann könnte man auch prima Jahresmeisterschaften ausrichten etc.

Klar: nur die Guten sind vorne, egal welche Formel man nimmt. Ist ja auch genau richtig. Für manche mag es aufgrund der Formel schwieriger sein, gut zu sein oder zu werden. Und wer gern Genacker segelt, soll das tun und wer gern Spi-'t oder keine Knete für den Riesenlumpen hat, soll auch mitspielen dürfen. Egal, was zählt ist, dass man nicht für jedes Race nen anderen Modus nimmt, das Zerfleddert den Kram.

Und im übrigen: das bischen Spitzensport, was unsere Küste derzeit zu bieten hat, sucht sich eh seinen Weg. Ich, der ich zum dämlichen und ungesponserten Rest gehöre, will schöne Regatten, große Felder, übersichtliche (nachrechenbare) Handicaps, faire Chancen und genuch Spass auf dem Wasser und an Land.

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Ermüdende Diskussion

Beitragvon jibeset » 25.09.2008, 14:06

Ich habe selbst dieses Jahr das Vergnügen gehabt, mein Boot unter drei verschiedenen Rating-Systemen zu segeln und muss zugeben : mir ist es völlig egal unter welcher Rule wir fahren.

Die Diskussion über IRC/ORC wird in Deutschland von einer kleinen Runde an Interessenträgern mit unbotmäßiger Härte geführt - und ich habe das Gefühl, dass sich die Mehrheit der Segler nicht dafür interessiert.
Deshalb sollte man das Thema mal auf einer weniger großen Flamme erhitzen.
Letztendlich entscheiden diese Fragen doch die Bootskäufer - die werden sich einen Kahn anschaffen, mit dem sie das segeln können was sie wollen.
Wenn sich Verbände und Vereinigungen dagegen sperren wollen ist heute schon klar, wie das ausgehen wird. Ich finde wir sollten froh sein, dass in den vergangenen Jahren ein paar feine neue Boote nach Deutschland gekommen sind. Und irgendwie kommen ja alle auf dem Wasser miteinander aus.

Achja, und Britannia herrscht hier über nix ..... weder auf dem Wasser noch in den Bierfässern und schon gar nicht auf den Tellern.

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Beitragvon sailingklaus » 25.09.2008, 19:06

So. Auch ich will mal was zum Besten geben zu dem Thema. Hatte leider keine Zeit in dn letzten Tagen, mußte mich mal in HH um die "großen" Schiffe kümmern bei der SMM und hab daher bisher nur mitlesen können.
OK, über die Überschrift kann man geteilter Meinung sein aber ein wenig Provokation gehört nun mal auch zu SA. Und nun tut mal nicht so, als hättet Ihr alle keinen Humor mehr. Seht's doch erstmal positiv: Nach dem Erfolg des Baltic Sprint Cup schaut auch mal wieder jemand von außen bei 'ner deutschen Regatta vorbei. Und vielleicht ist das der erste Schritt, der dazu führt, die Felder wieder internationaler und damit auch interessanter zu machen.

Interessant dabei jedenfalls ist zunächst mal die Tatsache, dass z.B. INSCHALLAH berechnet auf die Sekunde genau mit BELUGA gelandet wäre, hätte sie ORC-i gemeldet. Warum hat sie nur ORC-c gesegelt? Weil INSCHALLAH schlicht nix von Performace Curve Segelei hält - und demzufolge keinen ORC-i Brief (mehr) hat. Dass ihr ORC-c Wert aber auf nem ORC-i (bzw. IMS) Wert beruht, demzufolge dieser also an dieser Stelle auch für den Vergleich mit BELUGA verwendbar ist sei nur mal am Rande erwähnt. Und soweit ich das mitgeschnitten habe, wurde hier eben in FL auch nicht Performance Curve gewertet. Also behaupte ich, kann man die beiden Ergebnisse auch mal vergleichen.

Sehr schön der Vergleich, dass INSCHALLAH berechnet nach
IRC 06:00:41 und nach
ORC 05:41:11 gesegelt ist.

Das heiß nicht, dass das nach IRC optimierte Boot in ORC langsamer segeln darf als in IRC. Es ist ja keine Regatta IRC vs. ORC. Wichtig sind die Abstände zwischen den Yachten in dem jeweiligen Wertungssystem. Was heißt das?

Also mal angenommen (s.o.) ich darf mal INSCHALLAH's Zeit in ORC-i einordnen und somit mit VARUNA - übrigens seit neuestem ne ROGERS 46! (gewertet in IRC & ORC-i) und SchoKaKola (gewertet in IRC & ORC-i) vergleichen, komme ich zu folgendem Ergebnis:
Ja, ich weiß was jetzt kommt, ORC-c ist doch nicht das gleiche wie ORC-i. ORC-i ist vieeeel genauer. Ein Dr. W.S. behauptet sogar, bis auf den 1/100 kn genau. oder hab ich sogar 1/1000 gehört? das weiß ich nich mehr so genau. Aber es war von ner absurden Genauigkeit die Rede. (Hmmmmmmm, ich lach mal später drüber.) Noch mal: INSCHALLAH's ORC-c Wert ermittelt sich aus ihren noch vorhandenen und aktuellen IMS Werten, nur, dass dieses Jahr kein IMS... ähhh, ORC-i Brief für sie ausgedruckt wurde.

Berechente Zeiten IRC / ORC für INSCHI, VARUNA, SCHOKI
INSCHALLAH
IRC: 06:00:41
ORC: 05:41:11

VARUNA
IRC: 05:58:38
ORC: 05:45:37

SchoKaKola:
IRC: 05:58:33
ORC: 05:43:27

Ja Huch?
SCHOKI ist berechnet in ORC langsamer als in IRC
INSCHI ist berechnet in ORC schneller als in IRC
VARUNA ist berechnet in ORC schneller als in IRC

Hmmmmmm.... (Das war jetzt ein Wertfreies "Hmmmm" - weil das sagt ja noch nischt aus über mögliche Fehler irgendwelcher Systeme)
Aber merchwürdich is schon, oder?

Berechnete Zeitdifferenzen INSCHALLAH gegen VARUNA & SCHOKI:
Plus heißt: INSCHI is langsamer, minus: INSCHI is schneller.

IRC:
zu VARUNA: +00:02:04
zu SCHOKI: +00:02:08

ORC:
zu VARUNA: -00:04:25
zu SCHOKI: -00:02:16

Das jetzt zu interpretieren ist rel. mühsam und sicher ne abendfüllende Veranstaltung. da kann man sich mehrer Tage mit Excel, Balkengrafiken, lustigen Kurven und wasweißichnichnochalles austoben.
Ich schmeiß das jetzt mal so in die Runde und bin mal auf die Reaktionen gespannt.
Jedenfalls nur so viel: Die Differenzen in ORC sind im Schnitt größer als bei IRC. Ja, ich weiß, das sind jetzt nur drei Schiffe, die hier verglichen werden. Aber erstens gibt’s z.zt. noch nicht so irre viel Möglichkeiten das mal zu vergleichen und zweitens hab ich leider auch nicht den ganzen Tag Zeit, da eine Doktorarbeit draus zu bauen.

Aber damit komme ich mal zu der These von POSEIDON, es sei lächerlich zu denken, international keine Chance zu haben, weil man hier ORC segeln müsse.

Also ich find das gar nicht lächerlich! Nächstes Jahr ist mal wieder das Fastnet Race. Neben INSCHALLAH gibt es inzw. ca. 10 Yachten aus diesem schönen Lande, die zum. starkes Interesse bekundet haben, da mit zu segeln. Das finde ich schon mal recht positiv. Nun gehört aber das Fastnet Race zu den "wenigen" ;-) Regatten, die nach IRC gesegelt werden. Um rauszubekommen, ob und wie man so seine Performance einzuordnen hat - und was man eben ggf. noch vorzubereiten, zu optimieren, zu verbessern hat (wie man es auch immer nennen will) braucht man Vergleiche. Und da gab’s nicht so viele Möglichkeiten bis dato. Es sei denn, man lässt sich eben von Dr. W.S. ins Ausland verscheuchen - Zitat: "... dann sollen die eben dahin gehen wo nach IRC gesegelt wird" - Naja, sinngemäß jedenfalls zitiert. Das ist nun auch nicht gerade produktiv... und sorgt bei befolgen dieses Rates für noch dünnere Felder hierzulande.

Und zum Thema optimieren:
Natürlich will man sein Schiff optimieren. Und grundsätzlich ist da auch nischt verwerwerfliches dran. Selbst bei One Designs kann man optimieren. Oder segelt da jemand mit bewachsenem Kiel? Bei den 49er wird - bei den guten jedenfalls - nachträglich der Rumpf noch mal reshaped, die Chine schärfer gemacht... usw. Soviel zu One Design...

Der Trick ist eben nur, dass es Rating Systeme gibt, bei denen es nicht unbedingt schadet, sein Schiff schneller und steifer zu machen. Die ganzen TP52's, die, nachdem sie aus dem TP-Zirkus ausgemustert wurden, gehen z.Zt. vorwiegend nach England. Und was passiert da? Innenballast raus und unten an die Bombe dran > mehr PS.

Und so ne Rogers ist ja nun auch nicht gerade künstlich verlangsamt.

Ach ja, Pussy, ich find nicht, dass Volker mit seiner INSCHI sich plötzlich hinten anstellen muss. Man muss das immer mal relativ sehen, zu dem Aufwand und Budget welches in so'n Projekt reingesteckt wird. Schaut man sich die letzten Jahre an, so ist INSCHI eigentlich weder schlechter noch besser geworden durch IRC. Immerhin ist der Schlitten 12 Jahre alt und schleppt neben ner Menge IMS Genen sogar noch Rudimentäre IOR Erbanlagen mit. dafür geht’s eigentlich noch ganz gut. Wenn ich so sehe, was da auf anderen Booten für Geld ausgegeben wird.... ;-) nix für ungut. Ganz im Gegenteil. Ich denke, dass das insgesamt sogar in die richtige Richtung läuft. Ist doch klasse, wenn es wieder Eigner gibt, die erstens Geld in die Hand nehmen und zweitens dafür nicht mit künstlich gebremsten Schiffen sondern mit saugeilen Kisten zur See fahren. Und deren Erfolg gibt ihnen ja Recht. 2x Rogers, Tillmar's Elliot, SCHOKI (RP56) is doch auch cool. Und auch wenn nicht jeder was von Calypso hält: Die is letztlich doch auch geil. Endlich wieder Sexy Boote hier. Muss nur noch die Politik das entsprechend honorieren, dann geht bestimmt noch mehr! Dummerweise kommt man leider an Politik nicht vorbei sobald mehr als einer bei was auch immer mitspielen will.

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@sail_it
Richtig ist, dass IRC zum größten Teil geheim ist. Man also nicht wie in ORCi möglich, sich ein Konstrukteur mal kurz das ORC-VPP besorgen kann und dann mit WIN-VPP sein Design zum vergleich rechnen kann, um zu sehen, wo er was ändern muss, um das Schiff künstlich zu verlangsamen - ähh, für ORC zu optimieren.
Ich hab inzw. mit dem einen oder anderen Designer mal sprechen können (Ker, Rogers) und beide sagten, auf die Frage, wie man denn sein Schiff für IRC optimieren könne eigentlich nur eines: Mach es schnell. Hmmm... Naja, nach genauerem Nachfragen gibt es da schon ein paar Details zu beachten, abhängig auch von der Bootsgröße aber das sprengt jetzt erstmal hier den Rahmen.
IRC selbst wird im Wesentlichen durch die Eigner selbst gesteuert. Es gibt ne International Owners Association, die einmal jährlich sich zum IRC Congress trifft. Zusammengesetzt aus Vertretern der nationalen OWNERS(!!!) Associations. Daneben gibt’s noch das IRC Technical Committe. daraus und anderen (wie folgt) setzt sich das IRC Comittee (also die, die letztlich sagen, was passiert) zusammen:

IRC COMITTEE:
- IRC Congress Chairman (Präsi)
- Zwei Vize Chairmen aus unterschiedlichen Ländern
- abgeordneter vom IRC Congress
- abgeordneter vom RORC
- abgeordneter vom UNCL (Franz. Club - Mitbegründer von IRC neben dem RORC)
- zwei abgeordnete vom Technical Comittee

(vier Eignervetreter zu 2 Funktionären und 2 Technikern - find ich ganz OK)

So mal als groben Überblick. Das Ganze läuft deutlich demokratischer und Eignergesteuerter (und mit wesentlich geringerem monetärem Interesse als gerne mal unterstellt!!!) als bei anderen meint Verband getriebenen (und durchaus auch aus wirtschaftlichem Interesse getriebenen) Systemen.

Na, und dieses Jahr wird Volker als deutscher Eignervertreter zum IRC Congress fahren. Dort wird er einen Vorschlag zur Diskussion stellen, dass man im IRC Brief sich freiwillig seine Crewzahl beschränken kann und dass das dann auch berücksichtigt wird. Das war das Ergebnis bei ner Eignerbefragung. ca. 80-90% der befragten Eigner hierzulande finden das zustimmenswert. Crewgewicht ist ein gerne genommener Kritikpunkt an IRC. Mal sehen, was dabei herauskommt. Jedenfalls hat man als Eigner deutlich mehr Möglichkeiten, Einfluss auf das Ratingsystem zu nehmen als bei ORC, bei dem sich jedes Jahr ein paar Wissenschaftler, Techniker und Funktionäre einsperren lassen, um dann mit der grandiosen Neuigkeit herauszukommen: "Übrigens, jetzt sind wir perfekt!"

Ach ja, bei all dieser Diskussion:
NATÜRLICH kann es kein 100% perfektes Rating System geben. Wie auch? Meiner Meinung nach funktionieren solche Systeme dann gut, wenn sie richtig angewendet werden. Das fängt schon mal damit an, dass man bloß nicht versuchen soll, z.B. eine Sprinta Sport mit der Virgin Money (ex-Speedboat) zu vergleichen. Auch klar, ist, dass man mit ausreichendem Budget sich zunächst mal das Beste vom Besten kaufen kann. Aber wie auch schon einer meiner geneigten Vorredner so richtig festgestellt hat: Dat nützt nix, wenn man nich segeln kann.

Spaß muss es aber machen. Und dazu finde ich, gehört auch, dass man "dichter" beisammen segelt. Also berechnet. Lassen wir Calypso nun mal aus den Wertungen als Ausreißer draußen, so liegen bei IRC (um noch mal nach Flensburg zurück zu kommen) die Boote berechnet ca. 25 Minuten auseinander. Zwischen ersten und letzten. Bei ORC hingegen ca. das doppelte, also rund 50 min. Also bei ORC-i. Bei ORC-c sogar knapp über ne Stunde

Wünsche fröhliches Weiterdiskutieren!!

poseidon
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aufstand gegen das ach so tolle IRC

Beitragvon poseidon » 06.10.2008, 10:36


greatestsailorever
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Beitragvon greatestsailorever » 06.10.2008, 10:59

Fisher: Ich glaube, dass viele Leute in Australien ihre totale Unzufriedenheit mit dem IRC Vermessungssystem demonstriert haben, das, wie ich glaube, Mittelmäßigkeit fördert.
...

Hui, starker Tobak vom Herrn Fisher 8) Ich hol mir schon mal Popcorn...

gse
Ihr Pappnasen, beschwert euch doch...gerne auch per email greatestsailor@yahoo.de

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sail_it
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Beitragvon sail_it » 06.10.2008, 20:40

Fisher:
...dass IRC einfach eine Clubformel sei und nicht für Grand Prix Rennen verwendet werden sollte. Warum dann sollten Yachten im Wert von Milliarden von Dollars ihre Rennen unter einer Clubformel segeln?

...upps :wink: Dann haben wir ja bei uns jetzt plötzlich ne Menge potentielle Sydney-Hobart-Teilnehmer, incl. Messbrief etc. :D Da ziehe ich doch meinen Komentar vom 24.09. sofort zurück, also nix zweiter Messbrief notwendig, "nur" Transport...

also: Beluga & Froschkönig for Sydney-Hobart?


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