IDM Seesegeln/Flensburger Herbstwoche

Bitte alles zu Regatten wie Termine, Ergebnisse, Berichte, Bilder hier rein ...
twentyplus
Beiträge: 264
Registriert: 03.08.2007, 09:27
Wohnort: Potsdam

IDM Seesegeln/Flensburger Herbstwoche

Beitragvon twentyplus » 04.09.2009, 14:11

Moin Zusammen,

nächste Woche Donnerstag startet in Flensburg bekanntermaßen die Herbswoche resp. die "Internationale" Deutsche MS im "Seesegeln". Admin, da sind viele Schiffe und viele Anarchisten, schön berichten, bitte! Wenn ich bzw. wir es schaffen, gibs Mails, versprochen. Ergebnisse liefert hoffentlich täglich die HP vom FSC.

Was mich bewegt ist der aus meiner Sicht ziemlich absurde Modus für diesen Event. Keine Missverständnisse: ich freu mich höllisch drauf, Herbstwoche ist immer toll, gegen viele schnelle Schiffe segeln auch. ABER: da gibst dieses Jahr tatsächlich ZWEI deutsche MS im SEESEGELN. Eine Inshore (nur UPS & DOWNS, Bahnlänge min. 4 sm) und eine Offshore (mit Wettfahrten zwischen 25 und 80 sm). Also zwei Deutsche Meister in allen Klassen.

Toll kann man da sagen, da gibts ja mal doppelt soviel zu gewinnen wie sonst. Aber mal ganz ehrlich: Was soll der Quatsch? Wir reden über SEEsegeln, worunter ich nicht Teichsegeln, sondern MEERsegeln verstehe. Da kann man also jetzt Meister im Meersegeln werden mit einem Meerschiff (man denke mal, was so auf einem ORCi vermessenen Schiff alles druaf sein muss: Kocher, Klo, Waschbecken, großer Tisch, Kojen mit schönen Polstern etc etc) und muss aus der Hafeneinfahrt raus, zum Start und dann nur noch ein paar mal 4 SEEmeilen um zwei Tönnchen als erster bewältigen. Die nächste DM kann also auch auf dem Wannsee, Bodensee oder wo's sonst tief genug ist stattfinden. SEEsegeln???

Für die, die länger segeln wollen jetzt ein eigener Meister, der es auch mal einen ganzen Tag - vielleicht wird es ja sogar dunkel, au weia!! - an Bord aushält und eine Seekarte lesen kann.

IMHO hat das einfach mit Seesegeln im eigentlichen Sinne nix zu tun. Ich meine, Meister kann nur werden, wers in allen Disziplinen kann. Wozu haben wir SEEschiffe, weil wir zur See fahren. Kombüse und der ganze Quatsch ist doch total überflüssig, wenn ich nur um zwei orangene Gummigurken schaukeln will. BTW: ich finde U&Ds prima und man muss auch echt gut sein, wenn man da gewinnen will, aber nicht NUR das, bitteschön. Seesegeln ist doch all das, dehslab haben die Schiffchen doch auch Eisen oder Blei unten dran und den ganzen Kram eigebaut.

Angeblich wollen DSV und RVS damit mehr Teilnehmer anlocken. Die einen für das und die anderen für das. Weil ja manche Segler Tonnensegeln hassen und manche zum Mittach immer bei Muttern sein wollen und abends sowieso. Wenn ich mir die Teilnehmerliste angucke, siehts dieses Jahr nicht danach aus, als ob das ernsthaft zieht. Die die kommen, kommen sowieso und wollen nach Flensburg, weil es da im Herbst toll ist. Oder wem oder was soll das sonst nützen??? Vielleicht den Spezialisten und ihren Spezialbooten?

Für mich hat der gewonnen, der bei beiden Teilen die meisten Punkte sammelt (wobei 80 sm und die netten Herbstwochen-Races in der Innen- und außenförde ja auch nicht gerade echt offshore sind...).

Merkwürdig muss man zudem finden, dass es KOSTENLOS zugelassen wird, sein Schiff für den Offshore Teil umzurüsten und vom DSV einen Extra-Messbrief dafür zu bekommen. Die armen Inshore-optimierten Schiffchen sollen noch schnell 2 dicke Männer auf die Kante nehmen können (oder umgekehrt) und noch einen fetten Code 0 aufladen dürfen, den man vielleicht bei Ups & Downs nicht braucht. Das ist Quark mit Soße (hab es für uns zwar auch genutzt, was soll man tun), aber es führt die Formel doch ad absurdum. Wieso gibt es ToT Inshore und ToT Offshore? Angeblich soll doch ORCi alles abbilden...? (nein ich fang nicht hier mit IRC an). Das führt dazu, dass ich vor jedem Race einen neuen Messbrief beantrage (Gewicht rein, Segel raus, wie es für die zu erwartenden Kurse gerade passt). Darf man, echt! Das ist nicht mal mehr in der Formel 1 erlaubt und am Ende gewinnt echt nur noch der, der finanziell in der Lage ist, für jede Regattaserie passend Segel zu kaufen, Boote umzubauen und dem DSV Messbriefgebühren zu blechen. Das geht ganz furchtbar nach hinten los und das deutsche Seesegeln (Offshore!!) bleibt bei den Gartenzwergen.

Den Sermon zusammengefasst: so wird das nix. Und international schon gar nicht. Bisher hab ich keinen Ausländer (also echten) auf der Meldeliste gefunden.

Aber guckt mal, wie viele Deutsche beim Fastnet waren....

Würd ich gern mal drüber diskutieren, denn hier geht es echt um die Richtung, die das Seesegeln nimmt.

Flensburgvorfreudige Grüße (trotzdem), 20+

Benutzeravatar
sail_it
Beiträge: 221
Registriert: 14.08.2007, 21:13

Beitragvon sail_it » 04.09.2009, 19:05

Sehe ich ganz genauso! Die Wettfahrtbezeichnungen und vor allem Termine sind auch nicht ganz leicht zu verstehen ...

Da soll man sich z.B. für den Inshoreteil Do+Fr frei nehmen, um dann am Sonntag einen Reservetag zu haben? Mo-Mi fährt man eben fix wieder ins Büro, um dann Do früh morgens wieder in Flensburg zu sein *grübel*
Und dann gibts auch noch teilweise parallel zur IDM inshore einen Nospa-Cup, für wen ist denn der gedacht?
Und mal ehrlich, was ist an Up and Downs in der Förde denn bitte Seesegeln?

Viele Preise gabs in Flensburg aber schon immer, da hat doch irgendwie jeder Bürgermeister ne Schüssel gestiftet ;-)
Am Arsch ist die Ente fett!

twentyplus
Beiträge: 264
Registriert: 03.08.2007, 09:27
Wohnort: Potsdam

Beitragvon twentyplus » 07.09.2009, 10:28

Recht so, Sail_it. Für unsereiner bedeutet die unsinnige Verteilung auf 2 Wochenenden übrigens 2x 500 km hin und zurück in 10 Tagen...

Der Nospa-Cup ist übrigens Herbstwochen-Tradition und ist wohl für die, die nicht Meister werden wollen und auch erst ab Freitag (?) segeln.

Ich setze noch einen drauf: Die Gruppeneinteilung erscheint mir auch längst überholt. ORCi 3+4 segeln seit Jahren nur noch zusammen, dafür tummeln sich in ORCi 1 Boote, die zwischen GPH 600 und GPH 450 oder niedriger liegen. Als einer, der irgendwo zwischen GPH 550 und 600 liegt, segelt man da gegen Phantome. Beim Start einmal gesehen und dann nie wieder. Warum bei den hohen GPH's die enge Staffelung, warum bei den niedrigen nicht? Auch hier erscheint mir als Erklärung nur in Frage zu kommen, dass man beim DSV von der Entwicklung zu ultraschnellen Racern noch nichts gemerkt hat oder merken will bzw. die Funktionäre bei DSV und RVS ihren Blick eher auf die kleinen Schiffe gerichtet halten. So viele verpasste Chancen...

ottomol
Beiträge: 48
Registriert: 30.01.2008, 22:35

Beitragvon ottomol » 07.09.2009, 22:34

twentyplus hat geschrieben:Für unsereiner bedeutet die unsinnige Verteilung auf 2 Wochenenden übrigens 2x 500 km hin und zurück in 10 Tagen...

Oooch, das können zwei aus unserer Crew locker toppen, da darfst Du noch 200 km dazurechnen und den Faktor 2 durch 3 ersetzen (wegen GfS was leider ausgefallen ist).

Aber immerhin hat es der Veranstalter heute Mittag doch geschafft brauchbare Meldelisten ins Netz zu stellen - leider nur für Inshore.

In diesem Sinne: Lasst uns nicht vorher meckern sondern das Beste hoffen. Think positive!

twentyplus
Beiträge: 264
Registriert: 03.08.2007, 09:27
Wohnort: Potsdam

Beitragvon twentyplus » 08.09.2009, 09:19

Ok, Ottomol, Bayern ist wirklich noch weiter weg. GfS???

Meckern ist nicht, schon klar. Kopp runter und segeln, jedenfalls ab Donnerstag. Aber wir sollten uns schon darüber unterhalten, welche Message wir den Funktionären in Flensburg für 2010 mitgeben.

flensburger
Beiträge: 3
Registriert: 09.09.2008, 11:35
Wohnort: Flensburg

Crew?

Beitragvon flensburger » 09.09.2009, 14:57

So Leute laßt uns mal zum Westentlichen zurück kommen!
Ich habe doch noch Frei bekommen. und Suche Jetzt eine Boot für die IDMS. Ich habe Erfahrung in allen IDMS-Klassen (außer Melges) und habe Erfahrung auf den Positionen: Vorschiff, Mast, Pit, Groß. Mein Gewicht ist ca 95 Kg
Meine Handy Nummer: 0151 25984151

Gruß Jan

S2000 Sailing
Beiträge: 57
Registriert: 17.06.2008, 22:53

Beitragvon S2000 Sailing » 09.09.2009, 15:41

@ flensburger

kommt mir das nur so vor oder suchst du jedes Jahr zur Herbstwoche hier übers Forum einen Crewplatz?!

Wenn du so viel Erfahrung hast wie du schreibst solltest du doch nen großen Boot's Pool haben :shock:

ger5
Beiträge: 110
Registriert: 11.12.2006, 17:44

Was war denn nun los?

Beitragvon ger5 » 14.09.2009, 18:13

Leute, dann schreibt doch mal was!

Benutzeravatar
admin
Site Admin
Beiträge: 418
Registriert: 22.10.2006, 17:41
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Was war denn nun los?

Beitragvon admin » 14.09.2009, 21:38

ger5 hat geschrieben:Leute, dann schreibt doch mal was!


Ist auf der Startseite - Vielen Dank an Twentyplus und viel Spaß ab Donnerstag auf der See ;-)
Subjektiv? - Find ich gut!

Benutzeravatar
sail_it
Beiträge: 221
Registriert: 14.08.2007, 21:13

Beitragvon sail_it » 14.09.2009, 22:17

@Twentyplus: Super Bericht :D Interessant geschrieben, sachlich und auf den Punkt gebracht :wink:

Was ich übrigens nicht so ganz verstehe, warum legt man bei einem derart engen Revier nicht einfach Start/Ziel in die Mitte des Kurses? Dann hätten die nachfolgenden Klassen nicht nur gefühlte 200m hinter der Startlinie, um sich freizuhalten ...
Am Arsch ist die Ente fett!

Benutzeravatar
largethomas
Beiträge: 179
Registriert: 06.12.2006, 20:50
Wohnort: Bremen
Kontaktdaten:

Beitragvon largethomas » 16.09.2009, 23:49

Gut geschrieben, bewundernswert! Können wir Dich für immer haben? Immerhin bist du pünktlich :D

RAMASEE
Beiträge: 61
Registriert: 15.11.2007, 15:34
Wohnort: Hannover

Beitragvon RAMASEE » 22.09.2009, 07:58

@20+
Danke für den neuen Bericht! Gut geschrieben, informativ und den richtigen Ton getroffen. Bravo! So 'was macht Spaß, bei Gelegenheit bitte mehr davon!
Martin

Bostik Bad Boys
Beiträge: 187
Registriert: 16.11.2007, 10:34
Wohnort: Schleswig

Fördewoche @ youtube

Beitragvon Bostik Bad Boys » 22.09.2009, 08:23

hier noch mal eben die beiden lonks zu meinen beiden videos von der Herbstwoche. Beim segeln kamen wir nicht zum filmen, da ist der ergeiz zu groß und die schiffe sind dafür zu "gleichschnell" aber immerhin kann man sich vorstellen das es allen viel spaß gemacht hat. Super berichte von HW.

http://www.youtube.com/watch?v=Fjo4tp5GOkQ
Deutsche Meisterschaft Melges 24, erster Tag

http://www.youtube.com/watch?v=wiF22UXTHiI
Warten auf Start und party Blaues Band
There is no excuse to lose

ottomol
Beiträge: 48
Registriert: 30.01.2008, 22:35

Beitragvon ottomol » 22.09.2009, 21:21

Schöne Berichte, 20+.


Ich versuche mal meine Eindrücke etwas aufzudröseln:

1. Revier
Der FSC war unzweifelhaft ein guter Gastgeber und die Förde ein würdiger Austragungsort für die IDM. Mit der Entscheidung für das Revier war aber vorher klar dass kein richtiges SEEsegelfeeling aufkommen wird (Offshore ist wenn man kein Land mehr sieht!) Und dass außerdem die Bedingungen etwas drehig sein könnten.
Das war alles absehbar und ist so an sich für mich kein Grund zur Kritik.

2. Austragungsmodus
Das Ziel der Trennung in Inshore und Offshore war ja gerade die Veranstaltung für möglichst viele Schiffe attraktiv zu machen. Wenn die dann teilweise nur an der Fördewoche (blaues Band etc.) teilnehmen und nicht für die IDM-Teile melden oder garnicht kommen kann man das den Ausrichtern nicht vorwerfen.
Das mit den drei Tagen Pause zwischendrin war allerdings mehr als blöd für diejenigen die an beiden Teilen teilnehmen wollten. Dumm dass so gerade die "richtigen" Segler bestraft werden die sowohl auf die kurze als auch die lange Bahn wollen. Aber egal.

3. Wertung
Hier wird es jetzt interessant. Es ist mir unverständlich warum bei einer IDM nicht nach Performance Curve gewertet wurde sondern nur nach TOT. Damit wird eines der Hauptargumente für ORCi einfach weggeworfen weil die unterschiedliche Windabhängigkeit der Performance nicht berücksichtigt wird.
Außerdem ist mir nicht klar warum es beim Offshore-Teil nur eine große Gruppe gegeben hat und keine Unterteilung in ORCi 1,2,3/4. Angesichts der Vielzahl der Preise und Pokale bei der Fördewoche hätte das verwaltungstechnisch eigentlich kein Problem sein sollen.
Beides zusammen (TOT und eine Gruppe) macht die Sache nochmal schlimmer weil so alle Schiffe von 29 bis 57 Fuß in einen Topf geworfen und nur auf eine Kennzahl reduziert wurden.

So kam es im "Offshore"-Teil dann wie es kommen musste: Hauptsächlich aufgrund der 1,5fach gewerteten WF am Donnerstag bei zweifelhaften Windverhältnissen liegen 332&Co vorne. Das soll keine Kritik an denen sein, die sind sicher gut gesegelt. Es hätte aber bei anderen Wetterverhältnissen auch genau anders rum sein können und die Großen wären vorne gewesen die in der Gesamtwertung diesmal kaum eine Chance hatten obwohl die sicher auch gut gesegelt sind. Und wenn der Wind zwischen Kegnaes und Pöls Riff Donnerstag Abend etwas länger durchgehalten und dann wieder aufgehört hätte wären die mittleren Schiffe oben gewesen.

Ob so eine Lotterie die Akzeptanz vom Vergütungssegeln fördert darf sich jeder selber fragen!

4. Getränkeversorgung
Hier ist ein Unentschieden zwischen IMS und IRC zu vermelden, allerdings auf niedrigem Niveau: Als wir Freitag nach dem Essen ein erstes RVS-Freibier holen wollten war das natürlich schon alle. Am Samstag war das mit dem GER-OO-Pimms nicht viel anders (trotz gerade vom Vorsitzenden verteilter Gutscheine).
Müssen wir beim nächsten mal wohl etwas schneller sein. Auch auf dem Wasser.


Ansonsten: Ein paar schöne Segeltage an der Förde mit etwas zuviel lecker Flens...

XYZ
Beiträge: 8
Registriert: 15.09.2009, 21:46

meister orgie

Beitragvon XYZ » 22.09.2009, 22:12

meisterschaft seesegeln? wie eigentlich? gibt es in deutschland noch eine weitere sportart, in der man nur 9 konkurrenten haben muss, um INTERNATIONALER deutscher meister zu werden? und dann womöglich gleich 2x in verschiedenen klassen mit dem gleichen gerät? wo gibt es eine meisterschaft für formel1 rennwagen, die man mit unterstützung des verbandes kurz mal zu tourenwagen umdefinieren kann, um dort auch zu anzutreten? ein "ganz besonderer service" des DSV ..

es gibt eigentlich eine meisterschaftsordnung des DSV, da steht etwas von mindestens 25 schiffen, von mindestens 6 wettfahrten, von der notwendigkeit einer anerkannten klasse (DSV Anerkennungsordnung, die keine ORCi klasse erfüllt), von übereinstimmung mit den richtlinien der ISAF, von einer rangliste mit mindestens 50 booten (sorry, es gibt keine rangliste für die "klasse" OFFSHORE) und dann gibt es ...:

eine anlage 3 zur meisterschaftsordnung im seesegeln! :D , die fast alles ausser kraft setzt und den sportlichen wert dieser meisterschaften zur schäfsache macht.

diese anlage scheint auch so flexibel, dass die notwendigen meldezahlen problemlos mit der entwicklung des see-regattasegelns in deutschland nach unten gesetzt werden können, waren es anstelle der 25 notwendigen meldung ursprünglich noch 15, sind es jetzt 12, nur 10 müssen starten.

aber die notwendigkeit der existierenden klasse zu streichen, hat man wohl vergessen, vielleicht wäre sonst auch der für die genehmigung zuständige beamte im innenministerium plötzlich aufgewacht.

die aufspaltung der seesegler in 2 klassen ist unter dem gesichtspunkt der meisterschaftsordnung und den richtlinien derf ISAF ein unikat, wenn man bedenkt, dass ein schiff zeitgleich beiden klassen angehören kann.

wunderboote mit strengen austattungsvorgaben für die polsterdicke, als ob man im 420iger zugleich 29ner meister werden kann? wann hört die "anpassung" des sportlichen wertes der seeregatten auf? bei 3 meldungen, weil es mindestens 3 DSV urkunden gibt?

haha (sad) the clown ..

ottomol
Beiträge: 48
Registriert: 30.01.2008, 22:35

Was willst Du uns damit sagen?

Beitragvon ottomol » 22.09.2009, 23:44

XYZ hat geschrieben:die aufspaltung der seesegler in 2 klassen ist unter dem gesichtspunkt der meisterschaftsordnung und den richtlinien derf ISAF ein unikat, wenn man bedenkt, dass ein schiff zeitgleich beiden klassen angehören kann.

Verstehe ich nicht. Warum kann man mit Schiffen einer(!) "Klasse" nicht in zwei Disziplinen regattieren? Braucht man ggf. zum Matchracen mit dem gleichen Gerät auch eine eigene Klasse?

Dass die Teilnehmerzahlen absolut unbefriedigend sind und das auch einen Einfluss auf den Wert der Meisterschaft hat (nur noch gering) wird niemand bestreiten. Zu einer flexiblen Auslegung der Mindestteilnehmerzahlen gäbe es zurzeit allerdings nur eine Alternative: Keine Meisterschaften mehr ansetzen.
Ob die deutsche Seesegelei davon profitieren würde wage ich allerdings zu bezweifeln.

Manfred
Beiträge: 175
Registriert: 14.05.2007, 11:16
Wohnort: Schleswig
Kontaktdaten:

DM Seesegeln

Beitragvon Manfred » 23.09.2009, 08:58

Danke für die tollen Beiträge und die interessante Diskussion!

Ist da etwas schief gelaufen mit der Aufsplittung in die verschiedenen "Systeme"?
Kann mich noch gut erinnern, dass wir allein zur KW mit 20+ Schiffen in IMS II um die Wette gesegelt sind.
smooth sailing
Manfred
_/) _/)

XYZ
Beiträge: 8
Registriert: 15.09.2009, 21:46

Beitragvon XYZ » 23.09.2009, 11:36

@ottomol: es geht um die deutsche meisterschaft. wenn man eine meisterschaft segeln möchte, braucht man eine anerkannte bootsklasse. für diese bootsklasse wird dann der meister ermittelt. bootsklassen sind in der anerkennungsordnung definiert.

aber: pro bootsklasse nur 1 meister!

für diese bootsklasse benötigt man eine rangliste. ORCi vermessene yachten sind so unterschiedlich, dass sie den anforderungen an eine bootsklasse nicht genügen. aus diesem grunde ist die RVS auch keine DSV klassenvereinigung.

wenn man aber einmal unterstellt, ORC yachten wären doch eine bootsklasse im sinne der meisterschaftsordnung, dann ist ORCi 1 alleine oder z.B. ORCi 3+4 keine meisterschaftswürdige Bootsklasse, weil einerseits ausser dem GPH die abgrenzungskriterien fehlen und 2. es an der hierfür notwendigen EIGENEN rangliste fehlt. das gilt erst recht für die neu erfundene bootsklasse ORCi-OFFSHORE: keine eigene klassendefinition, keine abgrenzung zu ORCi-Inshore, keine eigene rangliste.

IDM seesegeln ist ja an sich OK, aber bitte keine 4 meister bei so einer kleinen flotte.

twentyplus
Beiträge: 264
Registriert: 03.08.2007, 09:27
Wohnort: Potsdam

Beitragvon twentyplus » 23.09.2009, 12:17

@XYZ: die kleinen Felder sind bedauerlich, die Aufteilung in wenigstens 3 Klassen halte ich aber für zwingend. Das habe ich in meinem Bericht auch hinreichend begründet. Die Ergebnisse werden sonst wirklich zufällig. Quark ist und bleibt die Aufteilung in In- und Offshore. Ob man das nun gemacht hat,um einer gewissen hanseboot Offshore Open im Sommer den Wind aus den Segeln zu nehmen oder um einfach einen Versuch zu machen, die IDM attraktiver zu gestalten, sei dahin gestellt. Der versuch muss als gescheitert gelten. Es sind wegen der Aufteilung nicht mehr oder weniger Schiffe zu dem einen oder dem anderen Teil gekommen. Fast alle haben doppelt gemeldet, außer den ganz schnellen, für die die Inshores absurd gewesen wären. Deshalb ist der flexible Umgang mit Regeln noch nicht per se schlecht, würde ich sagen, aber das Ergebnis spricht für sich.

@Manfred: Die kleinen Felder liegen eben daran, dass Du und andere nicht (mehr) kommen. Die IDM- Flotte in den meisten Klassen besteht überwiegend aus alten Booten. Der DSV bzw. ORC und die RVS haben sich zum Ziel gesetzt, die bestehende Flotte zu schützen und stehen Neuerungen, die neue Schiffe spektakulär und schnell machen bzw. entsprechenden Aktualisierungen älterer Schiffe eher skeptisch gegenüber. Das führt zu einem Format, bei dem man mit einer Rogers (z.B.) im ersten Teil nicht anzutreten braucht und im Offshore Teil auch nicht wirklich das Potential ausfahren kann.

Damit verhält sich die Funktionärselite wie die Gewerkschaften im richtigen Leben: besser das Bestehende vor irgendwelchen Einschränkungen schützen, als Neuem den Zugang zu erleichtern. Damit muss man sich nicht wundern, wenn wenig frisches Blut die alters- oder sonstwie bedingten Abgänge ersetzt und damit die Meldezahlen runtergehen. Viel Potential geht in die kleinen und mitteleren Einheitsklassen (Melges, J-80, X-35). Und seid wir wegen der albernen Streiterein zwischen Formeln und Verbänden auch keine Formel 1 mehr im Vergütungssegeln haben (kein Admirals-Cup), fehlt auch national das große Vorbild, das große Zupferd im Vergütungssegeln.

Mal ehrlich: was bleibt einem von einer Seeregatta in Erinnerung? Endloses Kreuzen (ja! in schlechter Erinnerung!) Ein lahmer Downwindgang? Eine heiße Glitsch beim Reachen? Und was machen wir bei der IDM? Up&Down, auch im Offshore-Teil. Da gab's ganze zwei Reach-Schenkel, der Rest war auch nur Kreuz und Downwind.

M.E. sind die Weichen im deutschen Seesegeln offziell zu sehr auf Regatten mit Pütt und Pann und entsprechende Boote und auf zu wenig Fun bei der Auswahl von Kursen und Revieren gestellt. Es gibt so viele geile, schnelle Boote, ob alt oder neu. Mit denen ließe sich auch mehr Außendarstellung und -Attraktivität erreichen. Die Funktionäre setzen aber weiterhin eher auf Formeln und Formate, bei denen man am besten mit dem Family Cruiser zu recht kommt.

RAMASEE
Beiträge: 61
Registriert: 15.11.2007, 15:34
Wohnort: Hannover

Beitragvon RAMASEE » 23.09.2009, 14:48

twentyplus hat geschrieben:M.E. sind die Weichen im deutschen Seesegeln offziell zu sehr auf Regatten mit Pütt und Pann und entsprechende Boote und auf zu wenig Fun bei der Auswahl von Kursen und Revieren gestellt. Es gibt so viele geile, schnelle Boote, ob alt oder neu. Mit denen ließe sich auch mehr Außendarstellung und -Attraktivität erreichen. Die Funktionäre setzen aber weiterhin eher auf Formeln und Formate, bei denen man am besten mit dem Family Cruiser zu recht kommt.


Grundsätzlich nachvollziehbar, Deine Kritik. insbesondere, was die Auswahl von Kursen und Revieren angeht. Hier wünsche ich mir auch mehr Fantasie und Risikobereitschaft. Aber ist es so schlimm, dass das Hauptaugenmerk auf den Familiendampfer gelegt wird? Nach meiner -nur aus der Beobachtung gefolgerten- Auffassung, wird so einem weitaus größeren Interessentenfeld die Teilnahme ermöglicht. Gut, das wird dann eben nicht high performance. Kann aber high fun sein. Und die von Dir angesprochenen geilen, schnellen Boote haben doch meist schon ihre eigenen (Klassen-)Meisterschaften.


Zurück zu „Regatta“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste