Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Für alles, was mit Segeln zu tun hat!
Sposmoker
Beiträge: 49
Registriert: 15.02.2007, 11:41

Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Beitragvon Sposmoker » 17.01.2013, 21:59

.
Die Opti-Welt ist ja reichlich verrückt und daher brauche ich mal euren Sachverstand:

Opti-Anhänge (Schwert/Ruder) gibt es in verschiedenen Qualitäten - vom profilierten Sperrholzbrett bis zum laminierten Schaumprofil. Jetzt werden aber sogar Foils extra für schwere Kinder (> 41kg) angeboten, die eine um 18,5 % höhere Steifigkeit aufweisen sollen. Wers nicht glaubt:

http://www.n1foils.com/index.php?page=productsb&id=3

Bei einem Finnenkiel mit Bombe habe ich Verständnis für eine möglichst hohe Steifigkeit. Wozu braucht man aber mehr Steifigkeit bei Schwert und/oder Ruder? Und keine Angst, die aktuellen Wettbewerbs-Foils sind so hart, dass Sie auch beim Gleiten nicht ins Schwingen kommen.

Kränkt der Opti und der Segler reitet aus, kommt doch eigentlich gar keine Querkraft auf Schwert und Ruder, oder...??? Die Foils sind doch nur für/gegen Abdrift und Spurtreue...

Dann lasst mal hören, warum ein steiferes Schwert einem 10 kg schwereren Segler einen Vorteil bringt

Und NEIN, ich hab die Flasche Rotwein neben mir noch nicht ansatzweise ausgetrunken... :P ...

.

jofraja
Beiträge: 40
Registriert: 23.04.2007, 07:28
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Beitragvon jofraja » 18.01.2013, 08:21

Wenn dann der 50kg Opti-Veteran nach der Kenterung aufs Schwert steigt ...

VG, Frank
[url]www.berlin-ocean-racing.com[/url]

Sposmoker
Beiträge: 49
Registriert: 15.02.2007, 11:41

Re: Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Beitragvon Sposmoker » 18.01.2013, 08:44

üblicherweise brauchen sich die Kids auch mit 30kg nur an das Schwert zu hängen und die Kiste richtet sich auch im vollgelaufenen Zustand wieder auf. Würde mich wundern, wenn dass der Vorteil wäre...

Trotzdem Danke für die Idee!!!

Benutzeravatar
sportbootjo
Beiträge: 934
Registriert: 23.10.2006, 13:40
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Beitragvon sportbootjo » 18.01.2013, 20:34

Haben die Schwerter ein Minimumgewicht? Wenn ja, kann ich mir vorstellen, dass die Schwert für die Leichtmatrosen eben hinsichtlich Steifigkeit nur auf die 41 kg minimiert sind, was die Steifigkeit hinsichtlich des Momentes aus dem Gewicht x Hebelarm betrifft. Und wenn 50 kg an der Kreuz gegen das Schwert ausreiten, dann mag die Lightversion sich wegbiegen und das Schwert bringt nicht mehr den maximalen Tiefgang und entsprechend weniger Leistung. Aber was weiss ich schon, ich habe noch nie in ein Opti gesessen oder ein Kind in die Kiste gezwungen ...
---
Gleitfahrt ist geil!

Torsten
Beiträge: 23
Registriert: 14.11.2007, 23:58
Wohnort: Berlin

Re: Opti-Papa braucht Nachhilfe in Strömungslehre

Beitragvon Torsten » 19.01.2013, 07:40

Hallo Sposmoker,
Sposmoker hat geschrieben:.
Kränkt der Opti und der Segler reitet aus, kommt doch eigentlich gar keine Querkraft auf Schwert und Ruder, oder...??? Die Foils sind doch nur für/gegen Abdrift und Spurtreue...
.

Die Querkraft ist gerade die Kraft, die - auf den hier interessierenden Am-Wind-Kursen - hauptsächlich auf das Schwert und das Ruder wirkt. Das Boot will durch den Segeldruck quer zur Längsachse nach Lee abtreiben. Dagegen wirkt das Schwert. Weil das Boot eben doch etwas nach Lee abtreibt, aber dank des Schwerts hauptsächlich vorwärts fährt, wird das Schwert schräg von vorn angeströmt (von der Leeseite), und dadurch ein wenig verbogen. Beim Ruder das Gleiche, auch wenn man es zum Steuern bewegt. Damit Schwert und Ruder möglichst wenig verbiegen und gut gegen die Querkraft wirken (und das Ruder auch direkt reagiert und sich nicht "wie Gummi" anfühlt), macht man sie so steif wie möglich. Wenn ein schwerer Segler ausreitet, kann er das Boot gegen eine größere Gesamtkraft im Segel aufrecht halten als ein Leichter, und damit mehr Querkraft erzeugen, die das Boot vorwärts, aber eben auch quer abtreibt und Schwert und Ruder verbiegt.

Soweit die Theorie aus meiner Laien-Segler-Sicht.

Bei den sicherlich minimalen Unterschieden zwischen "steifen" und "weichen" Schwertern, dürfte zweifelhaft sein, ob es da einen relevanten Vorteil gibt, schließlich kommt es beim Segeln auf sehr viele Faktoren an. Aber der Glaube, das beste Material zu haben, kann den Segler mitunter auch beflügeln.
Wir hatten Mitte der 80er Jahre noch unbeschichtete Sperrholzbretter als Opti-Schwert und Ruder.

Wenn also besonders steife Schwerter besser sind, warum sollten leichte Segler dann darauf verzichten und sich ein "Gummischwert" einbauen? Ein Argument könnte es - wie von einem Vorredner schon geschrieben - sein, wenn die "weicheren" Schwerter leichter sind, man also ein bißchen Gewicht am Boot spart.

Gerade beim Opti scheint es mir von je her eine beliebte Übung der Händler zu sein, den Eltern und den Seglern von neuem Material Vorteile zu versprechen, die sie unbedingt brauchen und die eigentlich unverzichtbar seien. Und Eltern möchten ihre Kinder ja nicht mutwillig mit schlechtem Material bremsen...

Viele Grüße
Torsten (Ex-Opti G-7457, 1985-87)


Zurück zu „Segel Anarchy“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste