Rund Um 2012

Für alles, was mit Segeln zu tun hat!
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umpire
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Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 06.06.2012, 07:49

Mahlzeit,

nachdem hier ja schon eine beachtliche Staubschicht auf den Forenthemen liegt, möchte ich meine Verwunderung zum Ausdruck bringen, das bei der einst so glorreichen Regatta immer weniger Leute Lust haben, sich die Nacht auf dem See um die Ohren zu schlagen.
Stand heute morgen waren 340 Meldungen, vor n paar Jahren waren es insges. ca. 500.

Weiss jemand woran das liegt?
Was gibts schöneres für Nauto-Masochisten als nachts um drei bei Nieselregen und 9°C im Überlinger See zu parken und zu wissen, dass wegen dem Shit das ganze WE im Eimer ist?
Die Hoffnung in der Lindauer Inselhalle bei überteuerten Weisswürschtls und Bierdunst von übertrieben gut gelaunten Vereinsfünktionären ein "Preis" überreicht zu bekommen bei dem man fragen möchte was das eigentlich ist?

GOLfa
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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 06.06.2012, 08:15

Du hast doch alles schon erwähnt. Die Rund Um ist eine überteuerte Geschwaderfahrt. Selbst schuld, wer daran teilnimmt. Interessant ist diese Regatta für Marketing von schnellen Booten und für spektakuläres Hafenkino. Ansonsten: Wenn man sich gerne von schon am Start betrunkenen Leuten ein Loch ins Boot fahren lassen möchte oder selbst gerne mit reichlich Proviant und Rotwein eine Runde über den See schippern möchte...

Dazu bekloppte Gruppeneinteilung - ORC 2-4 muss auf die große Bahn, obwohl sie teilweise absehbar langsamer als die Yardstick-Schüsseln sind, Schiffe wie das "Fette Boot", "Go On", Farr 30, ILC 40, 1D35, "Evanesse"... starten in der offen Klasse bzw. nach Yardstick, ne Joker muss sich mit Liberas rumschlagen - weil sie ja auch Trapeze haben. Das ist doch alles Mist.
Wer soll das als ernsthafte Regatta betrachten? Da werden möglichst viele Kategorien aufgemacht, damit sich jeder als Gewinner fühlen kann - bzw. als Verlierer weil ja eh nur ein Bruchteil überhaupt das Zeitlimit schaffen kann...

Spannend und halbwegs fair ist das Katamaran-Rennen. Alles andere in 90% der Fälle Zeitverschwendung.
Aber es wird wahrscheinlich so kommen wie immer. Das erste Mal seit Jahren nicht dabei und endlich gibt es mal Wind...

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 06.06.2012, 09:10

Verstehe.

Ich glaub ja auch , dass die Cats einfach nen Haufen die Show stehlen und die auch deshalb keine Lust haben auf eine silberne gravierte Petroleumlampe.

Ich frag mich nur ob der Melderückgang bei den Rotwein- oder Müsliriegelschiffen größer ist.
Warscheinlich isses den Bordeaux-Skippern zu blöd, nüchtern starten zu müssen, wegen den ganzen sch*** Müslischiffen.

Vielleicht hilft ja hier mal eine neue Startgruppe 5: Alkoholabhängige nach geschätzer Zeit.
Die dürfen dann um "das kleine blaue Elefant" segeln und bekommen in der Inselhalle den Harald-Juhnke-Pokal.

Das Problem der mangelnden Müslischiffe wäre damit aber noch nicht gelöst.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon admin » 06.06.2012, 11:38

GOLfa hat geschrieben:Du hast doch alles schon erwähnt. Die Rund Um ist eine überteuerte Geschwaderfahrt. Selbst schuld, wer daran teilnimmt. Interessant ist diese Regatta für Marketing von schnellen Booten und für spektakuläres Hafenkino. Ansonsten: Wenn man sich gerne von schon am Start betrunkenen Leuten ein Loch ins Boot fahren lassen möchte oder selbst gerne mit reichlich Proviant und Rotwein eine Runde über den See schippern möchte...

Dazu bekloppte Gruppeneinteilung - ORC 2-4 muss auf die große Bahn, obwohl sie teilweise absehbar langsamer als die Yardstick-Schüsseln sind, Schiffe wie das "Fette Boot", "Go On", Farr 30, ILC 40, 1D35, "Evanesse"... starten in der offen Klasse bzw. nach Yardstick, ne Joker muss sich mit Liberas rumschlagen - weil sie ja auch Trapeze haben. Das ist doch alles Mist.
Wer soll das als ernsthafte Regatta betrachten? Da werden möglichst viele Kategorien aufgemacht, damit sich jeder als Gewinner fühlen kann - bzw. als Verlierer weil ja eh nur ein Bruchteil überhaupt das Zeitlimit schaffen kann...

Spannend und halbwegs fair ist das Katamaran-Rennen. Alles andere in 90% der Fälle Zeitverschwendung.
Aber es wird wahrscheinlich so kommen wie immer. Das erste Mal seit Jahren nicht dabei und endlich gibt es mal Wind...


Herrliches Hafenkino! Und dann ist auch noch der dumme Kranfahrer dran Schuld ...
Subjektiv? - Find ich gut!

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon van_brügge » 06.06.2012, 12:38

Umso lustiger auch, das ein Joker mit den Liberas segeln muss, aber Trimarane mit einer Yardstickzahl von 97 auf einmal nicht mehr als Mehrrumpfboote behandelt werden, sondern ganz normal in Yardstickgruppe3 mitsegeln dürfen...
Man wächst mit der Herausforderung, oder die Herausforderung mit der Vernunft!

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 06.06.2012, 12:55

van_brügge hat geschrieben:Umso lustiger auch, das ein Joker mit den Liberas segeln muss, aber Trimarane mit einer Yardstickzahl von 97 auf einmal nicht mehr als Mehrrumpfboote behandelt werden, sondern ganz normal in Yardstickgruppe3 mitsegeln dürfen...

Sei doch froh.
Ham se diesmal nen anderen dem se die Tonne vor der Nase abbauen ;-)

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon PF » 06.06.2012, 15:22

Finde die Diskussion sehr gut.

Es wundert mich auch, dass dieses Jahr so wenig Meldungen vorliegen. Ich denke, das OK hat schon einige Änderungen eingeführt, die eigentlich ja die Meldezahlen wieder steigern sollten.

Durch die Streckenführung über Romanshorn, Eichhorn, Überlingen, Lindau hat man ja jetzt die Möglichkeit besser abzukürzen und dies im letzten Jahr auch durchgezogen und dazu noch die Verschiebung des Wettfahrt-Endes auf 21:00 Uhr...

Ebenso ist man ja auch bei den Meldegeldern mit der Preisstaffelung entgegengekommen, was gerade jungen Teams einen finanziellen Anreiz bietet!

Ich denke gerade durch die "Zusammenwürfelei" der einzelnen Schiffe wird doch verhindert, dass es zig kleine Klassen gibt, oder nicht?! Ausserdem müssen ja min. fünf Schiffe in einer Klasse gemeldet sein, damit sie überhaupt eine Klasse bilden...

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 06.06.2012, 17:09

PF hat geschrieben:Ebenso ist man ja auch bei den Meldegeldern mit der Preisstaffelung entgegengekommen, was gerade jungen Teams einen finanziellen Anreiz bietet!

...ich glaube das war ein Schuss der eher nach hinten losging.
Grad die Untentschlossen entscheiden sich so eher dagegen: Wer zahlt schon gerne Monate vorher 65 Öre wenn er nicht mal weiss ob er wirklich Zeit hat, ne Mannschaft zusammen bekommt und das Wetter erträglich ist?
Ich finds verkehrt den Kurzentschlossenen für ein und dieselbe Sache das Doppelte abzuknöpfen und mal Hand aufs Herz: Mit den schwer kalkulierbaren Silber-Öllampen-Kosten ist das auch kaum zu erklären. Bei der Menge an Krimskrams findet sich 100pro auch ein Graveur, der Samstags Mal schnell noch Jahreszahl, Klasse und Rang da drauf schreibt.

Und überhaupt: 140 Eier wofür?

Bei den anderen Änderungen geb ich Dir Recht, sinnvoll wieder über Ro-Ho zu fahren und abkürzen zu können.
Allerdings kann es auch sein, dass die Freigabe der Rund-Um für Cats von Jahr zu Jahr mehr Leuten den Spass an der Sache verdirbt.

Und vielleicht sollte man doch lieber tagsüber segeln.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon Ruebekarl » 07.06.2012, 13:15

Dass die Cats so anwachsen, hat ja auch mit dem Drang zu tun, mal endlich ins Ziel zu kommen und nicht die Nacht am Draht hängen zu müssen. Ich persönlich begrüsse so eine Entwicklung, das macht das Ganze wieder spannend. Andererseits kann ich die Zerfaserung der Meldungen in 100+ Gruppen nicht wirklich nachvollziehen. So sieht man ja nach 3h Segeln keinen direkten Gegner mehr, und die Gefahr, (un)berauscht einzuschlafen über Nacht steigt beträchtlich. Eine Gruppengrösse von 10+ wäre ok, aber diese kleinen 5er-Gruppen sind nicht wirklich sinnvoll und wirken den an sich guten Überlegungen entgegen, die Regatta attraktiver zu machen. So viel fairer ORC auch Yardstick gegenüber sein mag, hier zeigt sich, dass 2 Systeme gleichzeitig die Meldezahlen eher negativ beeinträchtigen.

Immerhin: Die bekannteren Gesichter & Pötte sind jedes Jahr wieder mit dabei, demnach müssen eher die Bordeaux-Segler den Rückgang verursacht haben, und manchmal kommt es mir so vor, dass der Start auch ungefährlicher geworden ist - auch wenn ich letztes Jahr beim Start plötzlich ein anderes Schiff zwischen mir und meinem Boot vorgefunden habe :( Mal sehen, Sa um 21:00 Uhr sind wir klüger - und hoffentlich auch durchs Ziel gefahren.

@Umpire: Tagsüber segeln wie bei der W-O / O-W wäre sicher der Attraktivität nicht abträglich, aber dann müsste man auch den Kurs verkürzen. Wobei, bei der 1-Hand/2-Hand-Rundum geht das ja auch irgendwie ...
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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 07.06.2012, 13:22

Ich bin mal gespannt, wie "The Race" im September aufgenommen wird. 70 Meilen mit ein bißchen Gedöns.

Toll fände ich auch einen Pokal für den Jahresbesten bei einer Durchquerung von Bodman nach Bregenz. Zeitnahme per MMS und gleichzeitig freie Wahl des Termins/Windfensters.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon Ruebekarl » 07.06.2012, 15:59

[quote="GOLfa"]Ich bin mal gespannt, wie "The Race" im September aufgenommen wird. 70 Meilen mit ein bißchen Gedöns.

Toll fände ich auch einen Pokal für den Jahresbesten bei einer Durchquerung von Bodman nach Bregenz. Zeitnahme per MMS und gleichzeitig freie Wahl des Termins/Windfensters.[/quote]

'The Race' ist halt der Gier nach Spektakel geschuldet, und dem Willen um schnelle Boote. Vor 2 Jahren und im letzten Jahr gab es da schon Versuche, aber eine Minimumbeteiligung ist damals schon nicht zustande gekommen. Aber mit der wachsenden Zahl von Kats kann das ja noch werden ...

Bodman-Bregenz ist auch lässig, aber ohne Vergütung kommen sowieso nur max. 7 Schiffe / Kats in Frage für den Rekord. Ob das dann zieht? Dann doch lieber nach ORC, dann hast Du mit der Mono wenigstens auch eine Chance.
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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 07.06.2012, 16:11

Hm, ist schon interessant - Wild Lady oder Ventilo? Oder doch die Farr 400/Farr 11s wenn es richtig Pressluft hat?

Was müsste ich denn für einen Pokal ausschreiben, damit man das für ORC-Sportboote nach ToD realistisch aussegelt, damit das auch einen Reiz hat und sich jemand auf die Bahn wagt? Sorry für OT, werde mich wieder dem Thema zuwenden...


Ich denke, dass es sich über kurz oder lang aus gerundumt hat. Neues Konzept müsste her. Aber ich gehe eh davon aus, dass es hier am See bald knallt - entweder löst sich die RVB auf oder die ORC-Szene implodiert vollständig oder BSVB und RVB kriegen endlich den Hintern hoch und überlegen sich mal ein tragfähiges Konzept, das über "Man müsste mal" hinausgeht. So viel Zeit bleibt nicht mehr.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich gerade jetzt hier jemand einen teuere, nach ORC optimierte Schüssel hinstellt. Hoffentlich nicht auf's falsche Pferd gesetzt.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon Ruebekarl » 07.06.2012, 20:46

Also doch Einheitsklasse. Jetzt müssten alle nur noch das gleiche Schiff haben und schön wär's, aber ne Rund Um auf den B/one muss definitiv nicht sein :twisted:

Aber dafür haben zuviele Leute zuviel Geld in zu schlechte :?: Boote investiert, als dass sie sich die Investition kaputt machen lassen, denk dran: Nichts ist so dauerhaft wie ein Kompromiss, gerade wenn es ein schlechter ist ...
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Re: Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 08.06.2012, 06:09

GOLfa hat geschrieben:Aber ich gehe eh davon aus, dass es hier am See bald knallt - entweder löst sich die RVB auf oder die ORC-Szene implodiert vollständig oder BSVB und RVB kriegen endlich den Hintern hoch und überlegen sich mal ein tragfähiges Konzept, das über "Man müsste mal" hinausgeht. So viel Zeit bleibt nicht mehr.

Womit wir bei der Kernproblematik angekommen wären: Den immer kleiner werdenden Feldern.
Ich behaupte einfach mal ganz frech: Die Meldelisten werden global immer kürzer, das ist nicht nur am Bodensee so. Warum das so ist kann ich nur mutmassen.

Dass die RVB und der BSVb an dem Trend auch nur wenig ändern können, liegt auf der Hand. Allerdings hälfe es der RVB vielleicht tatsächlich, ruhig und mit Überlegung zu agieren anstatt mit so Sachen wie Zwangseinteilung nach ORC aus der Hüfte zu schiessen.
Außerdem fährt man hier die Strategie möglichst als Ersatz für Yardstick auf jeder Schrottregatta als Verrechnungsystem eingesetzt zu werden und macht deshalb ORC-Club. Und damit ist man dann zwischen den Stühlen "einfach und billig"(YS) und dem gerechtestmöglichen System (ORCi). So bekommt man keine sportlich attraktiven Felder hin.
Dann wird noch der eigene Kahn umgebaut, ein professioneller Steuermann ans Rohr gestellt und tadaa: Plötzlich will niemand mehr mitspielen.
Da helfen dann die Beteuerungen vom ORC-Chefvermesser, dass ORC so toll und fair und super ist au nix mehr.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 08.06.2012, 08:40

umpire hat geschrieben:Womit wir bei der Kernproblematik angekommen wären: Den immer kleiner werdenden Feldern.
Ich behaupte einfach mal ganz frech: Die Meldelisten werden global immer kürzer, das ist nicht nur am Bodensee so. Warum das so ist kann ich nur mutmassen.

Umso wichtiger ist es, dass sich nicht alles zerfasert - sowohl in verschiedenen Kategorien als auch in x Veranstaltungen, die alle konkurrieren, damit sie ein paar Euro/Franken beim Kuchenbuffet in die Vereinskasse bekommen.

Dass die RVB und der BSVb an dem Trend auch nur wenig ändern können, liegt auf der Hand. Allerdings hälfe es der RVB vielleicht tatsächlich, ruhig und mit Überlegung zu agieren anstatt mit so Sachen wie Zwangseinteilung nach ORC aus der Hüfte zu schiessen.

Zwangseinteilung ist Mist. Funktioniert ja auch nicht, wie man jetzt bei der Rund um sieht.

Außerdem fährt man hier die Strategie möglichst als Ersatz für Yardstick auf jeder Schrottregatta als Verrechnungsystem eingesetzt zu werden und macht deshalb ORC-Club. Und damit ist man dann zwischen den Stühlen "einfach und billig"(YS) und dem gerechtestmöglichen System (ORCi). So bekommt man keine sportlich attraktiven Felder hin.

Das Problem am Bodensee: Es gibt nur "Würstle-Regatten" bei den gemischten Feldern, traurig aber wahr. Selbst Bodenseewoche war vom Niveau her zB auch recht kümmerlich.
Ich denke nicht, dass ORCi hier Platz hätte - den meisten Crews ist ja ORCc schon zu aufwendig (was ich so höre).

Dann wird noch der eigene Kahn umgebaut, ein professioneller Steuermann ans Rohr gestellt und tadaa: Plötzlich will niemand mehr mitspielen.

Wo passiert das denn wirklich? Vorne sind hundert Jahre alte IMX-38, die zwar gut gesegelt werden. Ob die umgebaute IMX-38 extra für ORC so umgebaut wurde, wie sie jetzt ist, halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Was schwimmt denn sonst noch, wo "extra der Kahn umgebaut" wurde?
Das einzige ist die neue J/V und das war bisher nicht so wirklich glorreich - zumindest sind sie nicht "kometenhaft" eingeschlagen.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon sportbootjo » 08.06.2012, 10:17

umpire hat geschrieben:
GOLfa hat geschrieben:Aber ich gehe eh davon aus, dass es hier am See bald knallt - entweder löst sich die RVB auf oder die ORC-Szene implodiert vollständig oder BSVB und RVB kriegen endlich den Hintern hoch und überlegen sich mal ein tragfähiges Konzept, das über "Man müsste mal" hinausgeht. So viel Zeit bleibt nicht mehr.

Womit wir bei der Kernproblematik angekommen wären: Den immer kleiner werdenden Feldern.
Ich behaupte einfach mal ganz frech: Die Meldelisten werden global immer kürzer, das ist nicht nur am Bodensee so. Warum das so ist kann ich nur mutmassen.
... quote]

Die Felder werden leider überall kleiner, ob beim VOR, beim AC oder auf Club-Ebene wie hier in Berlin. Woran es liegt? Geld spielt eine Rolle, die immer knapper werdene Zeit spielt auf meinen niedrigen Niveau ein immer stärkere Rolle und damit wird die Größe der benötigten Crew eine Killerkomponente für Klassen und Meldungen. Alles, was über 3, max 4 Mann / Frau an Bord braucht, hat es im engagierten Amateurbereich sehr schwer, am Leben zu bleiben. Bei Big Boat Big Money kann man sich die Hände noch kaufen, aber darunter wird es einfach arg stressig für die Eigner, ihr Big Toy auf dem Wasser zu sehen und nach der Regatta mit einen "Danke Bier" davon zu kommen.
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Re: Rund Um 2012

Beitragvon umpire » 08.06.2012, 11:48

GOLfa hat geschrieben:Wo passiert das denn wirklich? Vorne sind hundert Jahre alte IMX-38, die zwar gut gesegelt werden. Ob die umgebaute IMX-38 extra für ORC so umgebaut wurde, wie sie jetzt ist, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Welchen Grund sollte sonst jemand haben der im besten Fall unter dem Vizekusen-Syndrom leidet seine "hundert Jahre alte IMX-38" umzubauen?
(Ausser natürlich einem befreundeten Mastenbauer unter die Arme zu greifen.)
Zwifelsfrei segeln die auch gut, aber wieso war die Mecki davor immer besser und ist es jetzt nicht mehr?
Ich finde auch nix Verwerfliches dran Schiffe für die Formel zu optimieren, das liegt beim Vermessungssegeln in der Natur der Sache. Ich hab aber was dagegen wenn so getan wird als gäbe es unter ORC keine bevorzugten Schiffe.

Was schwimmt denn sonst noch, wo "extra der Kahn umgebaut" wurde?´

Ich hab (IMS) Dickschiffsegeln auf ner Luffe 37 mit Teakdeck angefangen, wir haben damals glaub alles abgeräumt, aber sicher nicht weil ich so toll Backstagen gefahren hab(später Vordeck). Dann kam der erste AUT-Kumpel vom Judel und hat sich 35ft aus Holz in blau IMS-optimiert hinstellen lassen.
Irgendwann kamen dann die IMXen mit Peter Munz auf. Und wieso heissen die wohl IM-X und nicht Heckwellen-X?
Nachdem die Schreibtische von einem BB10-Eigner und dem damaligen IMS/ORC-Vermesser nur wenige Meter auseinanderstanden gabs auch mal ein kleineres Schiff, das vorne war.
Alles gute Segler ganz klar,aber beim Handicap-Segeln reicht das halt nicht immer.

Ums mal frei nach Churchill zu sagen: ORC ist der letzte Mist, das Problem ist nur es gibt nichts besseres.
sportbootjo hat geschrieben:Die Felder werden leider überall kleiner, ob beim VOR, beim AC oder auf Club-Ebene wie hier in Berlin. Woran es liegt? Geld spielt eine Rolle, die immer knapper werdene Zeit spielt auf meinen niedrigen Niveau ein immer stärkere Rolle und damit wird die Größe der benötigten Crew eine Killerkomponente für Klassen und Meldungen. Alles, was über 3, max 4 Mann / Frau an Bord braucht, hat es im engagierten Amateurbereich sehr schwer, am Leben zu bleiben. Bei Big Boat Big Money kann man sich die Hände noch kaufen, aber darunter wird es einfach arg stressig für die Eigner, ihr Big Toy auf dem Wasser zu sehen und nach der Regatta mit einen "Danke Bier" davon zu kommen.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 08.06.2012, 12:17

sportbootjo hat geschrieben:Alles, was über 3, max 4 Mann / Frau an Bord braucht, hat es im engagierten Amateurbereich sehr schwer, am Leben zu bleiben. Bei Big Boat Big Money kann man sich die Hände noch kaufen, aber darunter wird es einfach arg stressig für die Eigner, ihr Big Toy auf dem Wasser zu sehen und nach der Regatta mit einen "Danke Bier" davon zu kommen.


Dann müsste es doch eine Entwicklung in Richtung ORC2-4/Sportboot geben. Tut es das? Meiner Meinung nach ist hier der gleiche Schwund wie überall.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon GOLfa » 08.06.2012, 12:27

umpire hat geschrieben:Welchen Grund sollte sonst jemand haben der im besten Fall unter dem Vizekusen-Syndrom leidet seine "hundert Jahre alte IMX-38" umzubauen? (Ausser natürlich einem befreundeten Mastenbauer unter die Arme zu greifen.)
Zwifelsfrei segeln die auch gut, aber wieso war die Mecki davor immer besser und ist es jetzt nicht mehr?

Meiner Beobachtung nach ist die Messi Mecker bei halbwegs fairen Bedingungen immer noch regelmäßig vorne. Aber jetzt guck mal in die größeren ORC Reviere. Wo fährt da ne IMX38? Nirgendswo. Wenn es also wirklich jemand darauf anlegen würde, mal die Formel auszureizen, dann müssten doch hier auch mal ein paar X332 oder was halt so vorne rumschwimmt auftauchen.
Wenn ich mir angucke, mit was für Material da teilweise hier am See durch die Gegend gefahren wird, dann sind wir meiner Meinung nach weit weg von "Optimierung". Was aber natürlich nicht heißt, dass einige Schiffe besser, andere schlechter in die Formel passen - sonst wäre ja eine Optimierung auch Schwachsinn. (Wobei ich fest davon ausgehe, dass dennoch hier am See in 98% der Fälle die richtigen Crews vorne stehen).

Und jetzt noch eine Zahl: Ich behaupte mal, dass 80% der Eigner hier noch nicht mal grundlegend über ORC Bescheid wissen.

Ich finde auch nix Verwerfliches dran Schiffe für die Formel zu optimieren, das liegt beim Vermessungssegeln in der Natur der Sache. Ich hab aber was dagegen wenn so getan wird als gäbe es unter ORC keine bevorzugten Schiffe.

Behauptet das irgendjemand, der sich ernsthaft damit beschäftigt und der nicht gleichzeitig die Marketingtrommel rühren muss?

Ich hab (IMS) Dickschiffsegeln auf ner Luffe 37 mit Teakdeck angefangen, wir haben damals glaub alles abgeräumt, aber sicher nicht weil ich so toll Backstagen gefahren hab(später Vordeck). Dann kam der erste AUT-Kumpel vom Judel und hat sich 35ft aus Holz in blau IMS-optimiert hinstellen lassen.
Irgendwann kamen dann die IMXen mit Peter Munz auf. Und wieso heissen die wohl IM-X und nicht Heckwellen-X?
Nachdem die Schreibtische von einem BB10-Eigner und dem damaligen IMS/ORC-Vermesser nur wenige Meter auseinanderstanden gabs auch mal ein kleineres Schiff, das vorne war.
Alles gute Segler ganz klar,aber beim Handicap-Segeln reicht das halt nicht immer.

Ums mal frei nach Churchill zu sagen: ORC ist der letzte Mist, das Problem ist nur es gibt nichts besseres.

Da sind wir uns relativ einig. Ich sehe es aber nicht so pessimistisch. Ich finde es schön, wenn sich verschiedene Bootstypen miteinander messen können und dabei ein halbwegs fairer Vergleich möglich ist. Was ist denn die Alternative?

Ich halte ORCclub für das ideale System am Bodensee. Nicht übertrieben schließlich geht es hier wirklich nur um die goldene Ananas, aber auch fairer und vor allem nachvollziehbarer als Yardstick. Dass es da bevorteilte und weniger bevorteilte Designs geben mag, will ich jetzt gar nicht in Abrede stellen.

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Re: Rund Um 2012

Beitragvon Ruebekarl » 09.06.2012, 16:37

Back to the roots und bevor ich umfalle:

Bedingungen gab es alle: Von Flaute über 4-5 Bft von vorne, gut der Zeit 60% Spikurs und 'interessanten' Startsituationen war alles dabei. Was vorne gelaufen ist kann ich leider nicht sagen, aber im Feld war es zumindest interessant genug, um nicht schlafen zu gehen. Mit dem Ergebnis sind wir recht zufrieden (4/26) angesichts von Material udnd Gegnern. Fazit: Wenn man das Ganze Gerechne aussen vor lässt und sich aufs Segeln konzentriert, macht die Rund Um nach wie vor Laune!
"Mehr!" schrie der kleine Häwelmann, "Mehr!"


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