Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

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sportbootjo
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Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon sportbootjo » 14.02.2012, 20:11

Okay, es überrascht mich nicht, dass die RYA ihren Goldjungen Ben vor den Olympischen Spielen in Großbritannien keine Sprerre aufgrund seines Ausrasters bei der letzten Weltmeisterschaft in Perth reindrückt.

Es wäre in der Tat wohl des Fair Play zu viel gewesen, wenn das Entern eines fremdes Bootes nach dem Zieldurchgang eines Wertungslaufes inklusive nachdrücklichen Hinweises auf Majestätsbeleidigung einschließliche Körperkontakt zwischen ungeladenen Gast sowie Steuermann des Mediabootes und dem anwesenden Kameramann mit einer zusätzlichen Strafe als der, die bereits durch die Jury der WM ausgesprochen wurde, geahndet worden wäre.

Tut mir leid, aber für mich stinkt diese Entscheidung. Kein Segler hat etwas auf einem anderen Boot verloren, erst recht nicht, wenn er nicht eingeladen oder offensichtlich Not am Mann und Hilfe erforderlich und möglich war. Das aggressive Berühren eines Regattateilnehmer, Zuschauers oder Regattabegleiter durch einen Segler ist aus welchem Grund auch immer weder durch Wettfahrtleitung noch durch nationalen Verband zu tolerieren. Mit seiner Entscheidung hat der RYA in meinen Augen der Selbstjustiz auf und neben der Regattabahn den Weg geöffnet und dem Segelsport einen Bärendienst geleistet.

Ich bin gespannt, ob die ISAF sich mit dem Urteil des RYA Commitee einverstanden erklärt und angesicht Olympischen Spielen in GB die Füße still hält oder die Entscheidung kassiert und Herr Ainslie mit einer Sperre belegt.

Und ja, ich habe noch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen, habe noch nie dem Druck auf diesem Niveau standhalten müssen und habe noch nie Fördermittel eines lokalen oder nationalen Verbandes in Anspruch genommen.
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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon patrese » 14.02.2012, 23:25

Na ja,
der Verlust eines wohl sicheren WM Titels in einer Olympischen Klasse (auch wenn es der sechste gewesen währe) ist ja nun auch eine Strafe oder ?

Und wenn die Menschheit allen Ernstes Berührungen unter Strafe stellt, (wohl bemerkt er hat ja keine Ohrfeigen verteilt !) dann sind wir echt dem Untergang geweiht... Btw. dürfte die Bundesliga dann von einem soforigen Spielstopp bedroht sein.
Mal ehrlich, du kannst einem in der Wettfahrt mit 1-x Tonnen Boot reinfahren, drehst zwei Kringel und bist fein raus, aber einem unfähigen Mobofahrer mal die Meinung zu geigen und dabei auf Nasenlänge nahe zu kommen, soll plötzlich mit Geisselung und Vierteilung bestraft werden, Jo überleg nochmal, bevor du das zum Dogma hochstilisierst.

Wenn du als Journalist im F1 Rennen in der Pitlane langlatscht und Vettel für dich bremsen muß, hast DU ein Problem mit Bernie E. und nicht Vettel.
Also mal entspannt durch die Hose Atmen.

Der Mobofahrer hat, wie alle anderen es auch gesehen haben, Scheiß gebaut und in dem Rennen auf dem letzten Schenkel direkt in die Entscheidung eingegriffen und nur weil die Journalistische Berichterstattung ja zur Popularitätssteigerung eine heilige Kuh ist und sogar per Unterschrift vor der Regatta in JEDER Form tolleriert werden muß konnte Ben nicht mal einen Antrag auf Wiedergutmachung einreichen....
Und wenn man direkt nach einen Starkwindrennen im Finn noch ein wenig Adrenalin im Blut hat, weil das nämlich echt anstrengend ist zeigt sich halt auch mal die menschliche Seite eines Athleten, der sonst nur zu funktionieren hat....

Also ich hab schon Abends im Bierzelt üblere Sachen erlebt, und da hat keiner nach ner Jury gerufen....

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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon GOLfa » 14.02.2012, 23:36

patrese hat geschrieben:Mahl ehrlich, du kannst einem in der Wettfahrt mit 1-x Tonnen Boot reinfahren, drehst zwei Kringel und bist fein raus, ...

Das stimmt nicht. Wenn Du einem absichtlich in die Karre fährst, dann kannst Du Dich nicht entlasten.

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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon patrese » 14.02.2012, 23:40

Und ? Wieviele Leute sind nach eigener Angabe schonmal jemandem ABSICHTlich rein gefahren ??

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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon sportbootjo » 15.02.2012, 11:16

patrese hat geschrieben:Na ja,
der Verlust eines wohl sicheren WM Titels in einer Olympischen Klasse (auch wenn es der sechste gewesen währe) ist ja nun auch eine Strafe oder ?


Ja, dass ist eine Strafe für ein durch die int. Jury erkanntes Fehlverhalten während der WM.

patrese hat geschrieben:Und wenn die Menschheit allen Ernstes Berührungen unter Strafe stellt, (wohl bemerkt er hat ja keine Ohrfeigen verteilt !) dann sind wir echt dem Untergang geweiht... Btw. dürfte die Bundesliga dann von einem soforigen Spielstopp bedroht sein.


Was in anderen Sportarten passiert, ist kein zulässiger Vergleich für den Fall Ainslie.
Segeln hat seine Regeln, Boxen hat seine Regeln und Fußball auch. Und nach meiner Kenntnis gibt es dort für Fouls abgestufte Strafen in der Form von Verwarnungen verbunden mit gelben und roten Karten. Der Feldverweis durch einen Schiedrichter mittels einer roten Karte führt in der Regel zu einer Sperre von Pflichtspielen. Eine körperliche Berührung wie der Kopfstoß von Zidane seinerzeit ist keine Voraussetzung für den Platzverweis. Des Weiteren können beim Fußball auch rote Karte aus disziplinarischen Gründen, z.B. wg. Spucken oder Beleidigungen von Spieler, Schiedrichter oder Publikum ausgesprochen werden.

patrese hat geschrieben:Mal ehrlich, du kannst einem in der Wettfahrt mit 1-x Tonnen Boot reinfahren, drehst zwei Kringel und bist fein raus, aber einem unfähigen Mobofahrer mal die Meinung zu geigen und dabei auf Nasenlänge nahe zu kommen, soll plötzlich mit Geisselung und Vierteilung bestraft werden, Jo überleg nochmal, bevor du das zum Dogma hochstilisierst.

Wenn du als Journalist im F1 Rennen in der Pitlane langlatscht und Vettel für dich bremsen muß, hast DU ein Problem mit Bernie E. und nicht Vettel.
Also mal entspannt durch die Hose Atmen.

Der Mobofahrer hat, wie alle anderen es auch gesehen haben, Scheiß gebaut und in dem Rennen auf dem letzten Schenkel direkt in die Entscheidung eingegriffen und nur weil die Journalistische Berichterstattung ja zur Popularitätssteigerung eine heilige Kuh ist und sogar per Unterschrift vor der Regatta in JEDER Form tolleriert werden muß konnte Ben nicht mal einen Antrag auf Wiedergutmachung einreichen....
Und wenn man direkt nach einen Starkwindrennen im Finn noch ein wenig Adrenalin im Blut hat, weil das nämlich echt anstrengend ist zeigt sich halt auch mal die menschliche Seite eines Athleten, der sonst nur zu funktionieren hat....


Das Verhalten von Ainslie kann nicht als Affekthandlung im direkten Anschluß an das Erlebte / Erlittenen gewertet werden. Ainslie hat sich offenbar so geärgert, dass er nach der Zieldurchfahrt zu dem MoBo segelte, dort von seinem Finn ins kalte Wasser gesprungen, zu dem MoBo geschwommen und dann dort an Bord gekletter ist. Es war also ein Haufen Zeit, um seine Wut verrauchen zu lassen und sich abzukühlen, also kann man wohl von Vorsatz ausgehen, was üblicherweise eine Strafverschärfung mit sich zieht.

Davon mal abgesehen klettert man nicht ohne Einladung an Bord eines fremdes Bootes. An Land würde man diese Verhalten als Hausfriedensbruch bezeichnen und in den USA dürfte man sich in manchen Bundesstaaten noch nicht mal darüber beschweren, wenn dann der Eigentümer oder Hausbewohner einen mit der Schrotfinte begrüßt.

patrese hat geschrieben:Also ich hab schon Abends im Bierzelt üblere Sachen erlebt, und da hat keiner nach ner Jury gerufen....

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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon patrese » 15.02.2012, 11:41

Ja, dass ist eine Strafe für ein durch die int. Jury erkanntes Fehlverhalten während der WM.

Na dann ist dieses Fehlverhalten bei DIESER Veranstaltung doch auch gesühnt oder?


Was in anderen Sportarten passiert, ist kein zulässiger Vergleich für den Fall Ainslie.
Segeln hat seine Regeln, Boxen hat seine Regeln und Fußball auch. Und nach meiner Kenntnis gibt es dort für Fouls abgestufte Strafen in der Form von Verwarnungen verbunden mit gelben und roten Karten. Der Feldverweis durch einen Schiedrichter mittels einer roten Karte führt in der Regel zu einer Sperre von Pflichtspielen. Eine körperliche Berührung wie der Kopfstoß von Zidane seinerzeit ist keine Voraussetzung für den Platzverweis. Des Weiteren können beim Fußball auch rote Karte aus disziplinarischen Gründen, z.B. wg. Spucken oder Beleidigungen von Spieler, Schiedrichter oder Publikum ausgesprochen werden.


Hier ging es ja auch um die Begegnung zweier Menschen am RANDE einer Sportveranstaltung.
Wenn ein Fußballspieler NACH einem Spiel am Zaun einem ZUSCHAUER mal sagt was er von seinem UNSPORTLICHEN Gepfeife hält, wird er dafür wohl kaum mit einer Roten Karte belegt, geschweige denn von der FIFA gesperrt.



Das Verhalten von Ainslie kann nicht als Affekthandlung im direkten Anschluß an das Erlebte / Erlittenen gewertet werden. Ainslie hat sich offenbar so geärgert, dass er nach der Zieldurchfahrt zu dem MoBo segelte, dort von seinem Finn ins kalte Wasser gesprungen, zu dem MoBo geschwommen und dann dort an Bord gekletter ist. Es war also ein Haufen Zeit, um seine Wut verrauchen zu lassen und sich abzukühlen, also kann man wohl von Vorsatz ausgehen, was üblicherweise eine Strafverschärfung mit sich zieht.

Also Ben ist zu dem Mobo GESEGELT und danach seinem Finn hinterhergeschwommen, da er es nicht erst vertäut hatte, soviel zum Affekt, und ich denke schon daß man auch noch 5 Minuten nach dem Vorfall in Rage sein kann.


Davon mal abgesehen klettert man nicht ohne Einladung an Bord eines fremdes Bootes. An Land würde man diese Verhalten als Hausfriedensbruch bezeichnen und in den USA dürfte man sich in manchen Bundesstaaten noch nicht mal darüber beschweren, wenn dann der Eigentümer oder Hausbewohner einen mit der Schrotfinte begrüßt.

Würde mich wundern, wenn du selbst in Texas über Nachbars Garten läufst um an der Tür zu klopfen und gleich erschossen wirst..

Wie gesagt ein wenig mehr Augenmaß und weniger künstliche Aufregung....


patrese hat geschrieben:Also ich hab schon Abends im Bierzelt üblere Sachen erlebt, und da hat keiner nach ner Jury gerufen....

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Re: Ben Ainslie - Keine Strafe durch die RYA

Beitragvon umpire » 07.03.2012, 13:29

patrese hat geschrieben:Und ? Wieviele Leute sind nach eigener Angabe schonmal jemandem ABSICHTlich rein gefahren ??

Also sorry Patrese. Dass selbst Dir unsere Regeln nicht wirklich vertraut zu sein scheinen beunruhigt mich.
Das hat mit Absicht zwar nix zu tun, Du solltest aber trotzdem mal wieder im blauen Buch nach 44.1 (b) kucken.

Und ob auf ein Presseboot steigen und den Fahrer anzugehen eine 69 ist, willst Du ja hoffentlich nicht allen Ernstes davon abhängig machen ob der links und rechts noch die Bud Spencer-Kelle auspackt.

Und dann mit Deinem Fussball: Ich hab schon EM-Spiele gesehen bei denen der Trainer in der VIP-Lounge Rotwein und Zigaretten genossen hat. Weshalb war das noch mal?


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