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Nov 292018
 
BOOT & FUN 2018 - GALA der Boote - Photo © SailingAnarchy.de

BOOT & FUN 2018 – GALA der Boote – Photo © SailingAnarchy.de

Die Messe BOOT & FUN in Berlin hat heute vormittag ihre Pforten für die Besucher geöffnet, gestern Abend strömten aber bereits die Massen an geladenen Gästen und Neugierigen in die Hallen zur GALA der Boote. Und ja, auch die berühmt-berüchtigte brasilianische Trommel-Tanz Combo war wieder engagiert und unterhielt das Publikum mit Glanz, Glitter und brauner Haut …

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Der Hingucker und für alle Seglerinnen und Segler der Grund auf die Messe zu gehen, steht in Halle 25 auf dem Stand der AST – Advanced Sailing Technologies GmbH. Die in Potsdam ansässige Firma mit Thilo Keller an der Spitze nutzt das Heimspiel auf der BOOT & FUN und zeigt das von ihr entwickelte Foiling Dinghy, eine Jolle, die so einfach wie ein LASER zu segeln sein soll, aber dank der beiden Flügel schon bei 8 kns Wind ins Fliegen kommt. Thilo Keller , 2 x Europameister im A-CAT, hat seine dort gewonnene Erfahrung mit Foils und Flügelrigg in eine Jolle eingebracht, die das Fliegen über dem Wasser so einfach wie möglich machen soll.

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Die beiden gekoppelten Foils werden unter den Rumpf nach innen geführt und nicht wie bei den DSS nach außen geschoben. Das Konzept der asymetrischen Foils führt dazu, dass das Foiling Dinghy nicht so super schmal in der Wasserlinie wie eine Moth gebaut ist, sondern den Rumpf eines modernen Skiff hat, der eine deutlich breitere Plattform für die Foils bietet. Mit diesem System vermeidet man unter anderem den Nachteil von DSS, dass der nicht genutzte Foil hoch aus dem Bootsrumpf empor ragt und dieses Hindernis von der Crew bei ihren Bewegungen auf der Kante stets berücksichtigt werden muss. Der unverstagte, geteilte Mast trägt je nach Wunsch ein 9,5 m² große durchgelattetes Segel, das einfach gerefft werden kann.

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy - BOOT & FUN 2018 - Photo © SailingAnarchy.de

Foiling Dinghy – BOOT & FUN 2018 – Photo © SailingAnarchy.de

Foilen ist kein Hipster-Hype, an den man in wenigen Jahr nur noch mit Schaudern zurückdenken wird. Foilen wird in den nächsten Jahren stetig in der Jollenszene Fuß gewinnen und mit dem Foiling Dinghy hat AST ein heißes Eisen im Feuer dieses rasch wachsenden Marktsegmentes. Der Preis von 9.999 € netto ab Potsdam ist heiß, und ja, dass ist teurer als ein LASER, aber hey, dafür läßt das Foling Dinghy die Kühlschranktür fast immer so alt aussehen, wie der LASER nun mal ist. Wer schnell segeln will, der wird auf den Status als Olympia Klasse verzichten können, aber wer weiß, vielleicht sind World Sailing und IOC ja bei der Suche nach dem Nachfolger des Finn Dinghy schon weiter als viele denken.

Nov 032018
 

Boris Herrmann, skipper de l’IMOCA MALIZIA II, à l’entrainement au large de Belle-Ile avant le départ de la Route du Rhum Destination Guadeloupe 2018, le 7 octobre 2018, Photo : Jean-Marie LIOT – www.jmliot.com

Seit Wochen heizen die Franzosen den Kessel an und und am Sonntag um 14:00 Uhr ist es dann soweit: Der Start zur Einhand-Regatta Route du Rhum wird live übertragen und hundertausende Zuschauer in und um Saint Malo und Millionen von den Fernsehern und Monititoren werden das Auslaufen der Yachten verfolgen. Mit Boris Herrmann ist erstmals ein Segler aus Deutschland in der IMOCA 60 Klasse dabei, in der insgesamt 17 Skipper und 3 Skipperinnen die Ritt über den Atlantik mit Ziel Guadeloupe in der Karibik antreten.

Besondere Aufmerksamkeit ziehen die Monster-Trimarane der Ultime Klasse auf sich: 100 Fuß lange Segelmaschinen, den Designer und Skipper in den letzten Jahren das Fliegen beigebracht haben. Hier läuft es wohl auf einen Dreikampf zwischen Gitana 17, Banque Populaire und MACIF hinaus, wenn man Bruch, Kollision oder gar Kenterung erstmal außen vor läßt.
Hier noch ein Video, in dem von Seb Josse das Zusammenspiel der Foils und Ruder erläutert wird, dass notwendig ist, um die mehr als 15 Tonnen schwere Gitana 17 in den Flugmodus zu bringen.

Etwas im Abseits stehen die Seglerinnen und Segler der Class 40, die mit 53 Booten das größte Starterfeld in der Geschichte der Route du Rhum aufbieten und in dem wir Arnt Bruhns mit der Iskareen die Daumen für eine schnelle Reise drücken. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Startgruppen Multi 50, RhumMono und RhumMulti in der u.a. Loick Peyron mit einem fast 40 Jahre altem Trimaran antritt. Keine Ahnung, weshalb der Mann sich das antut, vermutlich weil ihm Segeln einfach Spaß macht!

Okt 252018
 

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Die Hanseboot ist seit dem letzten Jahr Geschichte, aber der Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes (DBSV) und Veranstalter der Messe fand mit der Messe Friedrichshafen einen Partner, der bereit war, die Tradition der Bootausstellungen in Hamburg fortzuführen. Unter dem neuen Namen Hamburg Boat Show präsentierten sich 289 Aussteller an 5 Messetagen einem interessierten Publikum, Veranstalter und Organisator hatten allen Grund von einem erfolgreichen ersten Auftritt der Messe zu sprechen. Anarchisten sind überall und Dank der Messeleitung auch bei der Premiere der HBS vor Ort dabei. Hier ein kurzer Bericht und erster Eindruck von der Anarchist Rubberduck, der für uns die Messe am letzten Freitag besucht hat, vielen Dank für Deinen Einsatz!

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Freitagmorgen, Viertel nach Zehn sah das erst mal gar nicht gut aus. Man kommt in Halle B6 rein und die ist nur zur guten Hälfte mit Segelbooten gefüllt, der Rest Mobos. Und kaum Besucher. Das hatte sich dann Mittags geändert, das war der Zuspruch ganz ordentlich.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Ich habe mit einigen Ausstellern gesprochen, die ich entweder kannte oder bei denen ich sowieso auf dem Stand war. Alle waren halbwegs zufrieden. Den Verzicht auf Messetage am Montag und Dienstag fanden sie gut und das Publikum wäre auch eher von der fachkundigen Sorte. Die Zubehörhalle war gut gefüllt und mit deutlich mehr Segelmachern auf Ständen als in Berlin. Genau, der Gegensatz zu Berlin: mehr größere Boote.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Das kleinste Werftboot war eine First 18 (aka Seascape), Jollen waren nur über ein paar Klassenvereinigungen vertreten. Die First 14 hätte ich mir gerne angesehen, aber Oleu wusste erst eine Woche vor der Messe, dass sie weiterhin Generalvertreter sein werden und hatten wenig Zeit für die Vorbereitung.

Hamburg Boat Show 2018 – Photo SailingAnarchy.de / Rubberduck

Den Laufsteg mit den Yachten unterschiedlicher Werften fand ich ganz gelungen, nur interessieren mich diese Boote wenig :- ) Fazit: für einen Neustart gar nicht schlecht, ich nehme an das für das für das nächste Jahr moderates Wachstum möglich ist.

Okt 232018
 

 

Saisonende 2018 - fertig für das Winterlager - Photo © SailingAnarchy.de 2018

Saisonende 2018 – fertig für das Winterlager – Photo © SailingAnarchy.de 2018

Der Sommer war lang, der Sommer war schön, jetzt heißt es in das Winterlager göhen! Okay, dass  geht textlich bestimmt noch besser, aber über den vergangenen Sommer und Herbst kann ich mich nicht beklagen. An manchen Wochenende hätte man sich etwas mehr Wind auf dem Teich gewünscht, aber von Regenböen während der Regatten in wir in diesem Jahr verschont gebliebt.

Der Pegelstand von Unterhavel und Wannsee gab trotz der lang andauerenden Hitzeperiode keinen Anlass zur Klage, die Segelfreunde am Bodensee haben den im Frühjahr und Frühsommer ausgebliebenen Regen deutlich gespürt, der sehr niedrige Wasserstand zwang viele Eigener, ihre Boote viel früher als üblich aus dem Hafen herauszuholen und an Land zu stellen. In Berlin sorgte der heiße Sommer für sehr warmes Wasser und damit verbunden einer starken Algenblüte, welche sich z.B. bei uns im Hafen bei Wind aus Süden zu einer 3,4 cm dicken grünen Schwabberschicht führte.
Mit den Algenteppich hätte man sich ja noch arrangieren können, 30 m vom Ufer war die Algenschicht bereits deutlich dünner und weiter draußen war sie kaum noch vorhanden. Aber einige Hitzetage später zeigte uns Mutter Natur, wie organische Abfälle stinken können … Egal, die Saison ist für uns um, das Boot wurde bei angenehmen Herbstwetter trocken aus dem Wasser geholt und auf den Trailer gestellt, das Unterwasserschiff abgekärchert und mit dem Microfaserhandschuh abgerubbelt, Mast drauf, Plan drüber und ab ins Winterlager. Das Großsegel geht zum Segelmacher und wir haben Zeit, die Segelsaison 2019 zu planen.
Allen Segelanarchistinnen und -anarchisten sage ich Kopf hoch, der Winter ist zwar noch nicht da, aber auch er wird ein Ende haben, freuen wir uns gemeinsam auf das nächste Frühjahr!    

Okt 062018
 
52 Mannschaften aus vier Nationen sind bei der Int. Deutschen Meisterschaft (IDM) der J70-Klasse beim Württembergischen Yacht-Club (WYC) am Start. Foto: Sven Jürgensen/WYC

52 Mannschaften aus vier Nationen sind bei der Int. Deutschen Meisterschaft (IDM) der J70-Klasse beim Württembergischen Yacht-Club (WYC) am Start. Foto: Sven Jürgensen/WYC

Mit 52 Teilnehmern aus 4 Nationen ist die Internationale Deutsche Meisterschaft 2018 der J70 Klasse beim ausrichtenden Württenbergischen Yacht-Club sehr gut besetzt. Waren die Bedingungen zum Auftakt der IDM auf dem Wasser noch gut, bestätigte der Bodensee am Freitag seinem Ruf als schwieriges Revier und forderte mit Leichtwind Wettfahrtleitung und Sportler. Da die J70 Klasse keine Problem darin sieht, ihre Wettfahrten mittels Smartphone tracken zu lassen, besteht die Möglichkeit, die Rennen per KWINDOO Website oder App zu verfolgen bzw. in Replay sich anzuschauen. Hier die Pressemiteilung des WYC von gestern Nachmittag:
Friedrichshafen, 5. Oktober 2018 – Nachdem bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der J70-Klasse beim Württembergischen Yacht-Club (WYC) am Donnerstagabend noch eine vierte Wettfahrt ins Ziel kam, erzwang am Freitag anhaltende Flaute eine Pause. Knapp in Führung liegen nach den vier gewerteten Rennen Simon und Felix Diesch mit Julian und Philipp Autenrieth
(WYC/Bayerischer YC).
 
„Wir hatten Nebel bis 13 Uhr, dann war eine ganz leichte Thermik – aber das war nicht ausreichend“, fasste WYC-Regattaobmann Günther Widmer den Freitag zusammen. Wettfahrtleiter Conrad Rebholz schickte die 52 Mannschaften zwar gegen 15 Uhr auf den See, aber auch das  lockte den Wind nicht aus der Reserve. Eine Stunde später wurden die Boote wieder in den Hafen zurückbeordert.
 
Mit der vierten Wettfahrt veränderte sich das Bild an der Spitze nur wenig. Erster im Ziel war da Michael Grau vom NRV (mit dem Vorjahres-Meistersteuermann Carsten Kemmling, Florian Toclen und Klaus Kopcke) vor einem weiteren Team aus dem WYC: Dennis und Kevin Mehlig, Yannick Hafner und Christian Severens. Das Diesch/Autenrieth-Team hatte trotz eines 14. Platzes die Führung zurück erobert. Mit einem Punkt Vorsprung (die Jury hatte am Donnerstagabend in Protestverhandlungen noch mehrere Boote ausgeschlossen, dadurch veränderten sich die Punkte nachträglich) liegen sie vor Klaus Brinkbäumer vom Hamburger SC (mit der 2017er Meister-Crew
David und Dorian Heitzig sowie Miklas Meyer vom NRV) und den Lokalfavoriten Max und Moritz Rieger, Thomas Stemmer und Klaus Diesch (WYC).
Bei der Int. Deutschen Meisterschaft (IDM) der J70-Klasse, ausgerichtet vom Württembergischen Yacht-Club (WYC), liegen nach vier Wettfahrten Simon und Felix Diesch, Julian und Philipp Autenrieth (WYC/Bayerischer YC) knapp in Führung. Foto: Sven Jürgensen/WYC

Bei der Int. Deutschen Meisterschaft (IDM) der J70-Klasse, ausgerichtet vom Württembergischen Yacht-Club (WYC), liegen nach vier Wettfahrten Simon und Felix Diesch, Julian und Philipp Autenrieth (WYC/Bayerischer YC) knapp in Führung. Foto: Sven Jürgensen/WYC


Mit vier Wettfahrten ist die Meisterschaft bereits gültig. Bis zum Sonntag, 7. Oktober, sind insgesamt elf Wettfahrten geplant. Ab fünf Wettfahrten kann die schlechteste gestrichen werden. Der Zwischenstand nach vier Wettfahrten:
1. Simon und Felix Diesch, Julian und Philipp Autenrieth (WYC/Bayerischer YC); 1-3-15-14, 33 Punkte
2. Klaus Brinkbäumer, David und Dorian Heitzig, Miklas Meyer (Hamburger SC/NRV); 5-12-11-6; 34 Punkte
3. Max und Moritz Rieger, Thomas Stemmer, Klaus Diesch (WYC); 3-6-8-21; 38 Punkte
4. Michael Grau, Carsten Kemmling, Florian Toclen, Klaus Kopcke (NRV); 10-22-7-1; 40 Punkte
5. Maximilian Weiß, Maximilian Adami, Bastian Henning, Jonas Voigt (DTYC Tutzing/Münchner YC); 4-10-10-18; 42 Punkte
6. Dennis und Kevin Mehlig, Yannick Hafner, Christian Severens (WYC); 7-13-22-2; 44 Punkte